Auf der Tokyo Ham Fair vom 29. bis 30. August 2026 präsentierten ICOM und Kenwood ihre neuesten Funkgeräte. In diesem Beitrag stellen wir euch die Neuheiten kurz vor.
Wie immer nutzten die großen Hersteller die Tokyo Ham Fair, um einige ihrer Neuheiten vorzustellen. So zeigte Kenwood mit dem TM-D750E einen neuen Mobiltransceiver.
Auch Icom ließ sich nicht lumpen und präsentierte gleich zwei neue Modelle:
- ID-5200 VHF/UHF
- IC-7110 HF/VHF/UHF
Die drei neuen Funkgeräte möchten wir euch in diesem Beitrag kurz vorstellen.
KENWOOD TM-D750

Wie wir sehen, verfügt das Gerät über ein abgesetztes Bedienteil und bietet die Möglichkeit, sowohl über ein LAN-Kabel als auch über Bluetooth zu kommunizieren. Ferner besitzt der TM-D750E zwei unabhängige Empfänger für VHF (144–146 MHz) und UHF (432–440 MHz). Die maximale Sendeleistung beträgt auf beiden Bändern 50 Watt. Im Bedienteil ist zudem ein nach vorne abstrahlender 3-Watt-Lautsprecher verbaut.
Der Mikrofonanschluss befindet sich wieder am eigentlichen Funkgerät und nicht am Bedienteil. Das ist natürlich Geschmackssache: Einerseits muss dadurch ein zusätzliches Kabel verlegt werden, andererseits lässt sich der Mikrofonanschluss genau dorthin führen, wo man ihn im Fahrzeug haben möchte, ohne dass das Kabel unnötig stört.
Auf ein Touchdisplay verzichtet Kenwood. Stattdessen befinden sich rund um das Display Softtasten, deren jeweilige Funktion im Display angezeigt wird und sich je nach Betriebsart ändert.
Besonders hervorzuheben sind die umfangreichen APRS-Funktionen, die unter anderem durch das integrierte KISS-TNC ermöglicht werden. Bluetooth und WLAN sind ebenfalls bereits im Gerät integriert. Praktisch ist zudem, dass sowohl am Funkgerät als auch am Bedienteil jeweils ein USB-Anschluss und ein microSD-Kartensteckplatz vorhanden sind.
Ganz wichtig sind aus unserer Sicht natürlich die integrierten D-STAR-Funktionen. Neben dem normalen Funkbetrieb auf einer direkten Frequenz steht selbstverständlich auch der bekannte DR-Modus zur Verfügung, mit dem sich Relais und der gewünschte Raum schnell auswählen lassen.
Eine interessante Neuerung gegenüber dem Vorgängermodell ist der von Kenwood als DirectMode bezeichnete Betrieb. Er entspricht im Prinzip dem, was Icom als Terminal Mode bezeichnet: Das Funkgerät kann ohne D-STAR-Relais oder zusätzlichen Hotspot direkt über das Internet mit dem D-STAR-Netz verbunden werden.
Der neue Kenwood TM-D750E soll noch im September erhältlich sein. Mit einem angekündigten Preis von rund 1.200 Euro bewegt er sich allerdings eindeutig im Premiumsegment.
ICOM ID-5200

Gleich vorweg: Auch beim Nachfolger des ID-5100 setzt Icom wieder auf ein angenehm großes Display, das nun natürlich zeitgemäß in Farbe ausgeführt ist.
Am eigentlichen Funkgerät befinden sich zwei Lautsprecherausgänge. Diese können entweder getrennt für die beiden Bänder oder gemeinsam genutzt werden. Im abgesetzten Bedienteil selbst sind hingegen weder ein Lautsprecher noch eine Mikrofonbuchse verbaut.
Wie auch beim Kenwood stehen für die Vernetzung WLAN, Bluetooth und USB-C zur Verfügung. Die maximale Sendeleistung beträgt auch beim ID-5200 50 Watt.
Und wem diese 50 Watt einmal nicht ausreichen, um das gewünschte D-STAR-Relais zu erreichen, der kann auf den Terminal Mode zurückgreifen. Damit lässt sich das Gerät direkt über das Internet mit dem D-STAR-Netz verbinden und der gewünschte digitale Raum erreichen – ganz ohne ein lokales Relais oder einen zusätzlichen Hotspot.
Der ICOM ID-5200 soll ebenfalls noch im September erhältlich sein. Preislich wird er voraussichtlich bei etwa 870 Euro liegen.
ICOM IC-7110

So soll er also aussehen, der Nachfolger des IC-7100. Icom spendiert dem neuen IC-7110 ein angenehm großes Farbdisplay, das – wie bei Icom üblich – sehr übersichtlich und klar strukturiert aufgebaut ist. Auch hier sind Hauptgerät und Bedienteil voneinander getrennt.
Der IC-7110 kombiniert in der europäischen Version Kurzwelle, 50 MHz, 70 MHz, 144 MHz und 430 MHz in einem Allmode-Transceiver. Auch beim neuen Modell ist der gleichzeitige Empfang auf zwei unterschiedlichen Bändern möglich.
Bei der Sendeleistung stehen auf HF, 50 MHz und 70 MHz bis zu 100 Watt zur Verfügung, auf VHF und UHF bis zu 50 Watt. Bluetooth, WLAN und USB-Anschlussmöglichkeiten gehören ebenfalls zur Ausstattung.
Natürlich gehört D-STAR auch hier weiterhin fest zum Funktionsumfang. Unterstützt werden unter anderem der DR-Modus, Terminal- und Access-Point-Modus sowie die Überwachung von DV-Repeatern. Bilder lassen sich laut Icom direkt über das Funkgerät senden, empfangen und auf dem Display anzeigen – beispielsweise bei einer Verbindung über XLX421E.
Bei einem modernen Transceiver mit einer derart umfangreichen Ausstattung wäre natürlich ein integrierter Antennentuner wünschenswert gewesen. Leider hat Icom hier gegenüber dem Vorgängermodell nicht nachgelegt – auch der IC-7110 besitzt keinen eingebauten Antennentuner.
Übrigens wurde das Gerät zunächst als Konzeptmodell X-026 vorgestellt. Dabei handelt es sich also nicht um ein weiteres Modell, sondern um den IC-7110.
Über Liefertermin und Preis schweigt sich Icom derzeit noch aus. Lassen wir uns also überraschen.
Fazit
Bei allen hier vorgestellten Geräten gilt zu beachten, dass es sich um Vorserienmodelle handelt. Bis zur endgültigen Auslieferung können sich daher einzelne Ausstattungsmerkmale, Funktionen oder technische Daten noch ändern.
Was haltet ihr von den neuen Geräten. Schreibt eure Meinungen gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert sie mit uns in unserer Telegram- oder WhatsApp-Gruppe.
Team DL-Nordwest, Bernd DK5BS
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