Hotspots und Transceiver per Shelly remote ein- und ausschalten

Ein abgestürzter Hotspot oder Transceiver? Mit einem Shelly-Relais lassen sich Geräte bequem aus der Ferne stromlos schalten und wieder einschalten, sowohl an 230 V als auch direkt an 12 V.

Viele Funkamateure setzen Hotspots oder auch remote gesteuerte Funkstationen ein. Damit im Falle des Falles ein nicht mehr reagierendes Funkgerät oder ein Hotspot aus der Distanz stromlos geschaltet werden kann, bieten Lösungen aus der Hausautomatisierung interessante Möglichkeiten. In diesem Beitrag möchte ich mich auf die Produkte von Shelly beziehen. Andere Home-Automatisierungs-Lösungen bieten gegebenenfalls vergleichbare Funktionen.

Durch die hohe Kompatibilität lassen sich Shelly-Geräte sehr einfach in bestehende Smart-Home-Lösungen integrieren. Auch eine Anbindung an Systeme wie Amazon Alexa oder Google Home ist mit wenigen Schritten realisierbar, sofern dies gewünscht ist. Darüber hinaus ist bei einigen Shelly-Produkten auch die direkte Integration in 12 V Gleichstromanlagen problemlos möglich.

Grundvoraussetzung ist, wie bei allen Home-Automatisierungs-Lösungen, ein vorhandenes und funktionierendes WLAN am Einsatzort.

Shelly-Produkte

Im Bereich der privaten Hausautomatisierung gibt es eine Vielzahl von Herstellern und Lösungen. Seit 2018 bietet die bulgarische Firma Shelly Group SE (www.shelly.com) kostengünstige und interessante Produkte an. Der Bezug ist über zahlreiche Elektronik-Onlinehändler möglich.

Im Folgenden möchte ich den Shelly 1 in der aktuellen dritten Generation (Gen.3) vorstellen. Der Shelly 1 ist eines der einfachsten Produkte der Familie und bereits ab etwa 12 Euro erhältlich. Im Grunde handelt es sich um ein über WLAN und das Internet fernsteuerbares Relais.

Bild 1: Shelby 1 Gen.3, Foto: DG1KK

Der Shelly 1 kann direkt mit einer 12 V Spannungsversorgung betrieben werden. Dadurch konnte ich ihn problemlos in meine bestehende 12 V PV-Stromanlage integrieren. Dieser Ansatz dürfte auch für Wohnmobilisten interessant sein, die ihr Fahrzeug smarter gestalten möchten. Die Bedienung erfolgt über die kostenlose Shelly-App, die sowohl für Android als auch iOS verfügbar ist.

Meine Anwendung der Shellys im Amateurfunk

Im Bereich der digitalen Sprachübertragung (DV) verwende ich zwei Raspberry-Pi-basierte MMDVM-Hotspots. Beide Hotspots, ein Single-Hat und ein Dual-Hat, laufen mit der Software Pi-Star, die bereits von Haus aus einen Remotezugang ermöglicht. Ein stromloses Aus- und Wiedereinschalten ist darüber jedoch nicht möglich.

Beide Geräte sind in meinem Shack an eine Batterie-Notstromversorgung angeschlossen. Die Batterie wird kontinuierlich über ein PV-Modul und einen Laderegler geladen. Mit dieser Insellösung habe ich seit 2022 sehr gute Erfahrungen gemacht. Neben den Raspberrys werden bei Bedarf auch ein Mobilfunkgerät für 2 m und 70 cm sowie diverse Kleinverbraucher versorgt.

Bild 2: MMDVM Hotspots (Dual- und Single-Hat) mit Raspberry Pi, Foto: DG1KK
Bild 3: Je zwei Shelly 1 Gen.3 und DC/DC USB-Spannungskonverter zur Versorgung der Hotspots, Foto: DG1KK

Die 5 V USB-Spannungsversorgung für die Raspberrys wird über jeweils einen DC/DC-Spannungskonverter von Bauer Electronics sichergestellt. Die Verkabelung des Shelly 1 für den Betrieb an 12 V ist einfach und weitgehend selbsterklärend, wie das folgende Schema zeigt.

Bild 4a: Shelly 1, 12V Verkabelung, Quelle https://kb.shelly.cloud/knowledge-base/shelly-1-gen3
Bild 4b: Shelly 1, 12V Verkabelung, Quelle https://kb.shelly.cloud/knowledge-base/shelly-1-gen3

Die maximal zulässige Schaltspannung beträgt 30 V DC beziehungsweise 240 V AC bei einem maximalen Strom von 16 A. Der Eigenverbrauch des Shelly 1 inklusive WLAN-Modul liegt bei weniger als 1,2 W.

Soll statt einer 12 V Batteriespannung die 230 V Wechselspannung des Hausnetzes geschaltet werden, ist die Verkabelung gemäß Bild 5 auszuführen. Die entsprechenden Sicherheitsvorschriften nach DIN-VDE sind dabei selbstverständlich zu beachten.

Bild 5: Shelly 1, 230V Verkabelung, Quelle https://kb.shelly.cloud/knowledge-base/shelly-1-gen3

Möchte oder muss ich einen Transceiver, in diesem Fall einen Hotspot, stromlos schalten, kann ich dies bequem und ortsunabhängig über die Shelly-App erledigen, sofern eine Verbindung über Mobilfunknetz oder WLAN besteht.

Bild 6: Shelly App zur Steuerung der Hotspots, Foto: DG1KK

Die Shelly-App bietet darüber hinaus umfangreiche Automatisierungs- und Überwachungsmöglichkeiten. Von individuell eingerichteten Szenen bis hin zur Echtzeitüberwachung von Energieflüssen stehen zahlreiche Funktionen zur Verfügung, die bei einigen Shelly-Modellen problemlos genutzt werden können. Die Steuerung ist sowohl innerhalb des eigenen WLANs als auch über das Internet möglich. Die App steht kostenlos in den üblichen App-Stores zum Download bereit.

Fazit

Die Erweiterung einer Stromversorgung um ein smartes WLAN-Relais ermöglicht das komfortable Aus- und Einschalten von Hotspots oder Transceivern. Eine solche Lösung bietet nicht nur zusätzlichen Komfort, sondern auch ein Plus an Sicherheit, wenn ein Gerät einmal nicht mehr erreichbar ist.

Auch im täglichen Betrieb kann dies hilfreich sein, beispielsweise wenn sich das Gerät im Keller, auf dem Dachboden oder sogar auf einem Mast befindet. Ein vollständiger Kaltstart lässt sich dann bequem aus der Ferne durchführen, ohne dass vor Ort ein Stecker gezogen werden muss.

Natürlich sollte ein Raspberry Pi, sofern noch erreichbar, möglichst sauber heruntergefahren werden. In der Praxis gelingt dies jedoch nicht immer. Negative EMV-Einflüsse konnte ich bislang nicht feststellen.

Die hier gezeigte Lösung ist keine Raketentechnik und lässt sich auch ohne große Vorkenntnisse einfach umsetzen. Dieser Beitrag soll als Anregung für eigene Projekte dienen. Für Kritik, Anmerkungen und Fragen könnt ihr mich gerne unter DG1KK@darc.de kontaktieren.

Viel Spaß beim Basteln!

vy 73, Uwe, DG1KK


Das Team von DL-Nordwest bedankt sich bei Uwe DG1KK für diesen spannenden Gastbeitrag, der zeigt, wie sich mit einfachen Mitteln praktische Lösungen für den Amateurfunk umsetzen lassen und gleichzeitig zum eigenen Experimentieren anregt.

Habt ihr etwas vergleichbares bereits selbst realisiert? Schreibt eure Erfahrungen gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert sie mit uns in unserer Telegram- oder WhatsApp-Gruppe.

Euer Team DL-Nordwest


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Remote Station: Lösungen im Überblick

In diesem Beitrag erhaltet ihr eine Übersicht über verschiedene Möglichkeiten, eure Station bequem von überall fernzusteuern.

Am kommenden Wochenende findet Europas größtes Amateurfunk-Event statt: die Ham Radio in Friedrichshafen am Bodensee. In diesem Jahr steht die Veranstaltung unter dem Motto „Remote Radio – Connecting the World“. Ein passender Anlass also, um einen genaueren Blick auf die verschiedenen Möglichkeiten zur hardwaretechnischen Realisierung einer Remote-Station zu werfen.

Motivation und rechtlicher Rahmen für den Remote-Betrieb

Es gibt viele Gründe, die Überlegung anzustellen, eine Remote-Station zu betreiben. Oft ist es der immer dichter werdende Störnebel am heimischen QTH, der den Funkbetrieb vor Ort zunehmend erschwert. In anderen Fällen erlaubt der eigene Wohnort, z.B. eine Mietwohnung, gar nicht erst die Errichtung geeigneter Antennenanlagen – sei es aus Platzgründen oder wegen baurechtlicher Einschränkungen. Umgekehrt kann das eigene QTH oder z.B. die Clubstation auch der ideale Standort für Funkbetrieb sein, den man gerne auch von unterwegs aus – etwa im Urlaub oder während einer Geschäftsreise – nutzen möchte.

Mit der Aktualisierung der Amateurfunkverordnung (AFuV) im Juni 2024 wurde der unbesetzte, fernbediente Betrieb ortsfester Amateurfunkstellen für Inhaber einer Zulassung der Klasse A nun eindeutig geregelt. Damit wurde nicht nur Rechtsklarheit geschaffen, sondern auch ein zukunftsweisender Schritt für moderne Betriebskonzepte im Amateurfunk getan.

Remote-Funk ohne eigene Station

Nur Empfang: WebSDR und Co.

Wer zunächst einfach nur herausfinden möchte, was empfangstechnisch an anderen Standorten möglich ist, findet in der folgenden Linkliste zahlreiche Möglichkeiten für den kostenlosen Online-Empfang. Die Stationen unterscheiden sich unter anderem in der genutzten Hardware, den verfügbaren Bändern, den unterstützten Betriebsarten sowie dem jeweils bereitgestellten Webinterface.

  • www.receiverbook.de: OpenWebRX, WebSDR und KiwiSDr mit Filtermöglichkeiten nach Frequenzbereich
  • websdr.org: Weltweite WebSDR mit Angaben zu möglichen Frequenzbereichen, verwendeter Hardware und Antennen
  • kiwisdr.com: Öffentlich verfügbare KiwiSDR
  • rx-tx.info: Mehr als 1900 gelistete SDR-Empfänger mit umfangreichen Filtermöglichkeiten
Screenshot von www.receiverbook.de

Receiverbook listet OpenWebRX, WebSDR und KiwiSDR auf

Sendebetrieb über fremde Remote-Stationen

Wer nicht nur empfangen, sondern auch senden möchte, jedoch (noch) nicht über eine eigene Remote-Station verfügt, kann auf die Infrastruktur anderer zurückgreifen. Einige Funkvereine und kommerzielle Anbieter stellen ihre Remote-Stationen zur Mitnutzung bereit – entweder exklusiv für Mitglieder oder gegen eine Gebühr auch für externe Nutzer.

Die Kostenmodelle variieren: Üblich sind monatliche oder jährliche Grundgebühren mit unterschiedlich großem Funktionsumfang, ergänzt durch Airtime-Gebühren je nach Nutzungsdauer. Wichtig: Um eine solche Station legal zu nutzen, benötigt man eine gültige Amateurfunkgenehmigung – entweder aus dem betreffenden Land oder eine anerkannte Gastlizenz, abhängig vom Standort der Remote-Station. Remote-Stationen finden sich u.a. hier:

Hinweis: Wer Links zu weiteren in Deutschland betriebenen oder öffentlich zugänglichen Remote-Stationen kennt, ist herzlich eingeladen, diese in den Kommentaren zu teilen – wir ergänzen den Beitrag dann gerne.

Der Weg zur eigenen Remote-Station

Wer eine eigene Remote-Station betreiben möchte, sollte das Vorhaben sorgfältig planen und sich zunächst über einige grundlegende Punkte im Klaren sein. Folgende Fragen helfen bei der Strukturierung und technischen Umsetzung:

  • Welche Betriebsarten sollen unterstützt werden? Nur klassische Sprach-QSOs oder auch digitale Betriebsarten wie CW oder FT8?
  • Wie soll die Bedienung erfolgen? Über die Bedieneinheit des Funkgerätes, die originale Gerätesoftware per Fernzugriff, eine Weboberfläche oder per App?
  • Welche Komponenten sollen fernbedient werden? Nur der Transceiver oder zusätzlich Antennenschalter, Rotorsteuerung, PA, Filtereinheiten, Relais usw.?
  • Wie wird die Sicherheit gewährleistet? Überwachung von Betriebszuständen wie Temperatur, VSWR, Stromaufnahme; automatische Abschaltungen bei Fehlerzuständen; ggf. Kameras zur visuellen Kontrolle.
  • Wer soll die Station nutzen dürfen? Nur man selbst oder auch ausgewählte befreundete Funkamateure – z. B. über Benutzerkonten mit Zugriffsbeschränkung?
  • Wie erfolgt der Zugang zur Station? VPN, dynamisches DNS, feste IP? Wie wird der Zugang abgesichert (z. B. mit 2-Faktor-Authentifizierung)?
  • Wie ist die Internetverbindung am Standort? Reicht die Bandbreite für Audio-/Datenströme? Gibt es ausreichend Upload-Speed und stabile Verbindung ohne große Latenz?
  • Welche Stromversorgung steht zur Verfügung? Absicherung gegen Spannungsausfall (USV), Überspannungsschutz, eventuell sogar Notstromversorgung? Abschaltung der Geräte wie Transceiver, PA oder Antennenumschalter bei Nichtnutzung per Fernzugriff – z. B. über WLAN-Steckdosen, Relaismodule oder intelligente Stromverteiler.
  • Welche gesetzlichen Vorgaben sind zu beachten? Einhaltung der AFuV, EMV-Grenzwerte, Standortmeldung, ggf. Genehmigung von Dritten (z. B. bei Mietobjekten)?

Im Folgenden zeigen wir euch einige Möglichkeiten auf, wie ihr euren Transceiver remotefähig machen könnt.

Transceiver mit eingebauter Remote-Funktion (z. B. Icom, FlexRadio, Elecraft)

Moderne Transceiver der Marken Icom, FlexRadio und Elecraft bieten bereits integrierte Fernsteuermöglichkeiten, teilweise sogar ohne zusätzlich benötigten Server. Die Geräte lassen sich direkt über ihre LAN-Schnittstelle ins heimische Netzwerk einbinden und dort von jedem Gerät mit passender Software fernsteuern. Das ist besonders praktisch, wenn man z. B. im Sommer lieber aus dem Garten funkt, statt in der Funkbude zu sitzen.

Möchte man auch außerhalb des eigenen Netzwerks auf die Station zugreifen, gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Für den privaten Zugriff (z. B. vom Urlaubsort aus) empfiehlt sich ein VPN-Tunnel, der sicheren Fernzugriff erlaubt.
  • Für den Zugriff durch andere Funkamateure muss der Router entsprechend konfiguriert werden – es sind Portfreigaben notwendig, und die Station sollte über Dienste wie DynDNS unter einer festen Adresse erreichbar sein.

Bei Icom kommt die kostenpflichtige Software RS-BA1 zum Einsatz. Die Fernsteuerung kann mit dem optionalen Remote Encoder RC-28 erweitert werden, der per USB mit dem Steuer-PC verbunden wird. Er bietet ein großes VFO-Rad, zwei Funktionstasten und eine integrierte PTT-Taste.

Remote-Betrieb mit Transceivern der Marke Icom, Quelle: www.icomjapan.com

Für Apple-Nutzer gibt es mit SDR-Control Mobile von Marcus DL8MRE, eine ebenfalls kostenpflichtige, aber leistungsstarke App für iPhone und iPad, mit der sich Icom-Transceiver steuern lassen.

Hardwarebasierte Remote-Lösungen (Remoterig, RigPi, Station Controller)

Einen etwas anderen Ansatz verfolgt RemoteRig: Hier wird die Steuereinheit des Transceivers physisch abgesetzt betrieben – das sorgt für echtes Funkfeeling, fast wie im heimischen Shack. Voraussetzung dafür ist, dass der jeweilige Transceiver über ein absetzbares Bedienteil verfügt und die Kommunikation zwischen HF-Teil und Bedienteil seriell erfolgt.

Remote-Betrieb eines Kenwood TS-480 mit Remote-Rig, Quelle: www.remoterig.com

Ein Nachteil dieser Lösung: Die Fernbedienung durch Drittpersonen ist nur möglich, wenn auch sie über ein kompatibles Bedienteil und RemoteRig-Hardware verfügen.

RemoteRig bietet neben dem Hauptsystem auch weitere fernsteuerbare Komponenten an – darunter Antennenumschalter, Rotorsteuerungen, PA-Steuerungen und vieles mehr. Eine Übersicht kompatibler Geräte sowie technische Details finden sich auf der offiziellen Website: www.remoterig.com

Remote-Rig RRC-1258MkII, Quelle: www.remoterig.com

Eine ausführliche Videoreihe zu RemoteRig bietet Michael DD0UL, auf seinem YouTube-Kanal DD0UL QTC.

Wie der Name schon vermuten lässt, basiert RigPi™ auf einem Raspberry Pi, auf dem eine speziell entwickelte Server-Software läuft. Durch verschiedene Hardware-Erweiterungen, die sich einfach auf den Pi aufstecken lassen, kann das System individuell an die Anforderungen des verwendeten Transceivers angepasst werden – beispielsweise durch ein Audio-Board, einen CW-Keyer und weitere Module.

RigPi Station Server, Quelle: rigpi.net

Das kostenpflichtige Software-Image liegt aktuell in Version 3 vor, ein umfangreiches Update auf Version 4 ist bereits angekündigt. Derzeit kann das Image noch über den MFJ-Webshop erworben werden. Auch nach Abschaltung des Shops soll es weiterhin verfügbar bleiben. Der passende CW-Keyer kann hier bezogen werden.

Weitere Informationen zu RigPi findet ihr unter rigpi.net.

Bei umfangreichen Remote-Stationen, z.B. mit mehreren Antennensystemen an exponierten Standorten, bietet der Sierra Radio Systems Station Controller von George KJ6VU eine modulare und robuste Lösung. Die Hardware-Module sind für die Montage auf Hutschienen konzipiert und kommunizieren über ein gemeinsames Bussystem. Je nach Bedarf lässt sich das System flexibel erweitern.

Zur Verfügung stehen unter anderem Relais- und GPIO-Module, koaxiale Antennenumschalter, Module zur Spannungs- und Leistungsüberwachung, sowie ein zentrales Kontrollboard auf Raspberry-Pi-Basis.

Die Überwachung und Fernsteuerung erfolgt bequem im Webbrowser über eine grafische Oberfläche auf Basis von Node-RED.

Mehr Informationen zum Station Controller erhaltet ihr unter www.packtenna.com/station-controller.html.

Softwarelösungen für den Remote-Betrieb

Im Folgenden listen wir euch vier softwarebasierte Lösungen auf, mit denen sich Funkstationen bequem über das Internet per Webbrowser fernsteuern lassen – teils kostenlos, teils kostenpflichtig. Je nach Lösung lassen sich Audio, CW und Digimodes sowie teilweise auch Rotoren und die Stromversorgung steuern.

SimpleHRR auf einem RaspberryPi mit Icom IC-7300, Quelle: simplehrr.com
  • RemoteTX®: Kostenpflichtige Komplettlösung für TRX (Icom, Yaesu, Elecraft), Rotor (Yaesu) und Stromversorgung – Sprache, CW und Digimodes per Browser über Smartphone, Tablet oder PC.
  • Web Radio Control (WRC): Kostenpflichtige Weblösung zur Steuerung kompatibler Icom-Transceiver – inklusive Audio, CW-Keying und CAT-Funktionen direkt im Browser, ohne zusätzliche Software.

Fazit

Es gibt bereits zahlreiche Lösungen, teils kostenlos, teils kostenpflichtig, mit denen sich die eigene Amateurfunkstation remote betreiben lässt. Moderne Transceiver von Herstellern wie Icom, FlexRadio oder Elecraft benötigen meist nur eine Verbindung zum Internet-Router und einige Konfigurationen für den Remote-Betrieb. Aber auch ältere Geräte lassen sich durch den Einsatz kleiner Computer wie dem Raspberry Pi, kombiniert mit Soundkarte und CAT-Steuerung, für den Remote-Betrieb nachrüsten. Wer das volle Funkerlebnis erhalten möchte, kann mit RemoteRig™ sogar über die originale Bedieneinheit seines Transceivers funken.

Dieser Beitrag gibt einen ersten Überblick und stellt nur eine kleine Auswahl verfügbarer Lösungen vor. In kommenden Beiträgen werden wir einzelne Systeme detaillierter vorstellen.

Remote oder nicht?

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Kennt ihr weitere Möglichkeiten des Remote-Betriebes, die wir in diesem Beitrag noch nicht erwähnt haben? Dann schreibt sie gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert sie mit uns in unserer Telegram- oder WhatsApp-Gruppe.

Team DL-Nordwest, Stephan 9V1LH/(9M2/)DG1BGS


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Vorschau HAM RADIO 2025: „Remote Radio – Connecting the World“

Vom 27. bis 29. Juni öffnet Europas größte und internationale Amateurfunk-Ausstellung nun schon zum 48. Mal ihre Tore. Aber was erwartet uns 2025 konkret?

Zahlen und Fakten

Noch 61 Tage, dann startet in Friedrichshafen die HAM RADIO, das wichtigste Treffen der Funkamateure in Europa und darüber hinaus. Auf einer Fläche von 27.400 m² werden in diesem Jahr über 390 Aussteller aus 30 Ländern erwartet. Neben kommerziellen Anbietern mit neuen und innovativen Produkten zeigen auch zahlreiche Amateurfunkverbände ihre Arbeit. Und natürlich darf auch der traditionelle Flohmarkt nicht fehlen. Insgesamt rechnet man mit über 11.100 Besucherinnen und Besucher aus rund 60 Ländern.

Letztes Jahr waren wir für euch vor Ort und haben unsere Eindrücke in diesem Beitrag festgehalten.

Das diesjährige Motto: „Remote Radio – Connecting the World“

Mit der neuen Amateurfunkverordnung (AFuV), die am 24. Juni 2024 in Kraft trat, hat die Bundesnetzagentur (BNetzA) klare Regeln für den Remote-Betrieb von Amateurfunkstationen festgelegt. Laut § 13a ist der sogenannte „unbesetzte, fernbediente Betrieb“ ortsfester Stationen ausschließlich Funkamateuren der Klasse A erlaubt. Bei Klubstationen darf der Zugriff zudem nur einem definierten Kreis zugelassener Mitglieder eingeräumt werden.

Bereits im vergangenen Jahr wurde das Thema auf der HAM RADIO aufgegriffen: Michael DF4WX referierte dazu in einem vielbeachteten Vortrag. Der voll besetzte Saal und die rege Beteiligung aus dem Publikum zeigten deutlich, wie groß das Interesse am Remote-Betrieb ist.

Dafür gibt es sicher viele Gründe: Etwa der Wunsch, auch im Urlaub oder auf Geschäftsreise QRV zu sein, oder der Betrieb von einem Zweitstandort, an dem der Aufbau einer Antenne nicht möglich ist oder starke Störungen den Funkverkehr erschweren.

Technisch gibt es mittlerweile zahlreiche Möglichkeiten, eine Remote-Station aufzubauen und zu betreiben. Wir von DL-Nordwest werden uns diesem Thema demnächst in einer eigenen Beitragsreihe widmen und verschiedene Ansätze vorstellen. Wer nicht so lange warten möchte, dem empfehlen wir die Videoreihe von Michael DD0UL auf seinem YouTube-Kanal DD0UL QTC.

Fachvorträge

Die Besucher erwartet erneut ein umfangreiches Vortragsprogramm mit über 100 Fachbeiträgen. Teilweise finden bis zu drei Vorträge parallel statt. Das bedeutet eine große Themenvielfalt, aber auch die Qual der Wahl, wenn gleich mehrere spannende Beiträge gleichzeitig laufen.

Die Themen reichen von Antennenbau, Hardware-Entwicklung über Messtechnik bis hin zu packenden Berichten von DXpeditionen und SOTA/IOTA/POTA Aktivitäten. Für Freunde des Digitalfunks dürfte die von Jochen DL1YBL moderierte Session wieder interessante Einblicke in aktuelle Entwicklungen bieten. Ein fester Bestandteil ist auch die Software Defined Radio Academy (SDRA), die sich am Samstag ganz dem Thema SDR widmet

Das vollständige Vortragsprogramm der HAM RADIO 2025 wird voraussichtlich ab Mai auf der offiziellen Messe-Website veröffentlicht.

Vortrag über das TetraPack TMO-System auf der Ham Radio 2024

Technische Neuheiten und Innovation

Eine hervorragende Gelegenheit, die neuesten Funkgeräte aus nächster Nähe zu erleben und selbst zu testen, bieten traditionell die großen japanischen Hersteller in der Halle A1: ICOM, JVC-Kenwood und YAESU.

💡 Tipp: Um euch die Wartezeit bis zur HAM RADIO zu verkürzen, schaut gerne in unsere bisherigen Beiträge. Dort findet ihr jede Menge Infos und Lesestoff zu den aktuellen Geräten.

Bei ICOM darf man sich auf das Flaggschiff IC-7760 freuen, das zusammen mit dem passenden Meinungsverstärker IC-PW2 ausgestellt sein dürfte. ICOM hatte den Kurzwellen-Transceiver im vergangenen Jahr zu seinem 60-jähriger Firmenjubiläum präsentiert und zuvor unter dem Codenamen X60 angeteasert. Für D-STAR-Enthusiasten wird ICOM zusätzlich sicher das Handfunkgerät ID-52 Plus im Gepäck haben.

KENWOOD wiederum wird voraussichtlich den heiß erwarteten Mobilfunktransceiver TM-D750 zeigen. Ob es sich dabei endlich um einen funktionsfähigen Prototypen handelt oder erneut nur ein Mockup hinter Glas zu sehen ist, wird sich vermutlich schon Mitte Mai auf der Hamvention in Xenia, Ohio, zeigen. Zusätzlich dürfte das neue Handfunkgerät TH-D75 mehrfach, auch in Kombination mit BlueDV Connect von PA7LIM, ausgestellt sein.

Bei YAESU wird das komplette neue Line-up analoger und digitaler Mobilgeräte wie dem FTM-510DE ASP mit der neuen ASP-Technologie (Advanced Signal Processing) präsentiert. Diese lassen sich vor Ort am Stand ausgiebig testen. Besonderes Interesse dürfte sich auf den neuen Allmode-SDR-Transceiver FTX-1F richten, um den sich sicher eine Menschentraube bilden wird.

DL-Nordwest Umfrage zur HAM RADIO 2025

Mach mit bei unserer kurzen Umfrage und sag uns, ob wir dich auf der HAM RADIO in Friedrichshafen treffen werden!

Weitere Amateurfunk-Events in 2025

Neben der HAM RADIO, die als größtes Amateurfunkevent Europas gilt, lohnt sich auch ein Blick nach Westen und Osten. Was bei uns die HAM RADIO ist, ist in den USA die Hamvention, die dieses Jahr vom 16.-18. Mai in Xenia Ohio stattfindet. Wir berichteten im vergangenen Jahr bereits ausführlich über dieses Event. Erfahrungsgemäß zeigt sich dort schon, was bei den japanischen Herstellern nur einen Monat später auch in Friedrichshafen zu sehen sein wird. Wer sich die Überraschung nicht vorwegnehmen lassen möchte, meidet in der Zeit zwischen Hamvention und HAM RADIO besser YouTube und soziale Medien.

Im Osten hingegen findet vom 23.-24. August die Tokyo Ham Fair statt. Auch über dieses Event berichteten wir im vergangenen Jahr bereits. Da Japan das Ursprungsland vieler innovativer Amateurfunktechnologien ist, lassen es sich die Hersteller nicht nehmen, ihre neuesten Entwicklungen und Geräte zuerst dort der Öffentlichkeit vorzustellen.

💡 Tipp: Mit unserer Terminübersicht behaltet ihr den Überblick und verpasst garantiert kein Event mehr. Praktisch: Einzelne Programmpunkte lassen sich direkt per Mausklick in euren Kalender übernehmen.

Screenshot von dl-nordwest.com

Terminübersicht von DL-Nordwest

Alle Informationen zum Event

Alle Informationen zur HAM RADIO 2025, inklusive Programm, Ausstellerübersicht und Online-Ticketshop, findet ihr auf der offiziellen Website: www.hamradio-friedrichshafen.de. Dort könnt ihr auch eure Tickets vorab kaufen. Dieses ist sehr zu empfehlen, da ihr euch so das teils lange Anstehen an den Kassen vor Ort erspart. Außerdem sind dort praktische Kombi-Tickets erhältlich, etwa für die Anreise mit dem Katamaran ab Konstanz inklusive Bustransfer zum Messegelände und zurück.

Screenshot von www.hamradio-friedrichshafen.de

www.hamradio-friedrichshafen.de

Schreibt uns gern, wenn ihr selbst auf der Messe unterwegs seid! Wir freuen uns auf eure Eindrücke, Erlebnisse und Bilder. Teilt sie gerne in den Kommentare unter diesem Beitrag oder in unserer Telegram- oder WhatsApp-Gruppe.

Team DL-Nordwest, Stephan 9V1LH/(9M2/)DG1BGS


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Unser Besuch auf der Ham Radio 2024

Lest in diesem Beitrag über unseren Impressionen vom Besuch der diesjährigen Ham Radio.

Am 29. Juni machten wir, Otmar DJ1OF, und ich, Stephan DG1BGS/9V1LH, uns bei strahlendem Sonnenschein mit dem Katamaran von Konstanz auf den Weg zur Ham Radio 2024 in Friedrichshafen. Im Shuttle-Bus trafen wir bereits viele Funkamateure, darunter den bekannten DXpeditionär Mac JA3USA.

Mit dem Katamaran ging es von Konstanz nach Friedrichshafen

An der Pinnwand war ich überrascht, dass Singapur bereits mit zwei Pins vertreten war. Eine Rückfrage in der Singapur Ham-Telegram-Gruppe ergab, dass tatsächlich zwei meiner Funkkollegen aus meiner neuen Heimat vor Ort waren.

Die erste Flohmarkthalle (Halle A2) war im Vergleich zu meinem letzten Ham Radio-Besuch deutlich luftiger. Wir machten am Flohmarktstand vom OV A48 Pfullendorf halt. Dessen OVV Thomas DL2GTS feierte einen runden Geburtstag und gab Gratulanten ein Bier aus. An dieser Stelle noch einmal alles Gute vom Team DL-Nordwest. Der Flohmarkt war wie gewohnt: alte Funktechnik, Röhren und Bücher, Bausätze, kommerzielle Funktechnik, PCs und PC-Komponenten, Mess- und Löttechnik usw.

Der Flohmarkt in Halle A2 war eher luftig

Leider schafften wir es zeitlich nur bis zur Hälfte der ersten der beiden Flohmarkthallen, denn nun war es Zeit für ein paar Vorträge. Zunächst nahmen wir an der Session „KI Applikationen für DV – Übersicht, Diskussion und Zukunftsaussichten“ teil, geleitet von Jochen DL1YBL. Das TetraPack-Team sprach über die neuen Möglichkeiten der Vernetzung von Tetra TMO. Die Präsentation erfolgte auf Englisch durch Elliott 2E0YCA und wurde von Ralph DK5RAS ins Deutsche übersetzt. Die Präsentation kann hier heruntergeladen werden. Mehr Informationen über das Projekt gibt es zudem hier.

Vortrag über das TetraPack TMO-System

Der Hauptprogrammierer Artöm (Artem) R3ABM/DL5ABM verkündete Freibier am BrandMeister-Stand zum Anlass ihres zehnjährigen Jubiläums, was mit großem Applaus gewürdigt wurde. Schließlich referierte Jochen DL1YBL über seine Experimente mit Künstlicher Intelligenz im Amateurfunk und rief zur Bildung einer Arbeitsgruppe auf. Interessenten können sich per Email bei ihm melden.

Vortrag über Künstliche Intelligenz im Amateurfunk

Michael DF4WX referierte über „Remotebetrieb nach der neuen Amateurfunkverordnung – rechtliche und technische Grundlagen„. Der voll besetzte Vortragsraum und die zahlreichen Wortmeldungen der Zuhörer zeugten vom großen Interesse. Es wurden die neue Gesetzgebung und technische Tipps zur Umsetzung einer eigenen Station besprochen.

Danach besuchten wir die Halle A1 mit den kommerziellen Ausstellern. ICOM zeigte die bereits auf der Dayton präsentierten Komponenten des kommenden Konzeptmodells zum 60. Jahrestag sowie eine Ausstellung der Funktechnik der vergangenen 60 Jahre. Der Kenwood-Stand fiel eher mickrig aus und es gab keine neuen Informationen zum kommenden Mobilfunktransceiver (Tribander). Yaesu präsentierte ihr komplettes Spektrum an aktuellen Hand- und Mobilfunkgeräten, Zubehör, Wires-X sowie Digitalrelais DR-2X.

WIRES-X Setup am Stand von YAESU

Am Stand von Funk24 aus Aachen herrschte reger Betrieb. Hier konnte man aktuelle Funktechnik sowie Raspberry Pis, Anderson PowerPoles und Zubehör erwerben. Der Mitbegründer von SDRplay Jon (Jo) G4ABQ beantwortete Fragen der interessierten Käufer. Kai DK1TEO erklärte Interessenten seinen Bausatz, der Funkgeräte mit einer Freisprecheinrichtung ausstattet. Mehr Informationen darüber sind hier zu finden.

Reger Betrieb am Stand von Funk24

Sehr interessant waren auch die technischen Aufbauten der Interessengemeinschaften. Hier wurde u.a. das M17-Projekt sowie die Prototypen der Hardware vor- und ausgestellt. Am Stand des ÖVSV wurden aktuelle Projekte wie LoRaWAN und MeshCom 4.0 präsentiert. Aber auch digitales Amateurfunk-Fernsehen, SDR-Transceiver Charly25, Amateurfunk-Satelliten und der Notfunk kamen nicht zu kurz.

M17-Hardware

Weitere Impressionen bietet unsere Bildergalerie:

Fazit: Auch wenn wir an einem Tag nicht alles in Ruhe anschauen konnten, hatten wir einen fantastischen Tag mit vielen guten Gesprächen mit OMs, die man sonst nur vom Funkgerät kennt. Solche Veranstaltungen sind sehr wichtig und sollten nicht an Bedeutung verlieren. Die Karte zeigte außerdem, wie international die Veranstaltung besucht wurde.

Seid ihr auch auf der Ham Radio gewesen? Und was waren eure persönlichen Highlights? Schreibt sie uns gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert sie mit uns in unserer Telegram- und oder WhatsApp-Gruppe.

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