Meine Erlebnisse mit FreeDV und wie ich damit Betrieb mache

In diesem Gastbeitrag berichtet Hermann DL6BCX von seinen Erlebnissen mit FreeDV und seinem Betrieb mit dem Yaesu FTdx10. Von den ersten Schwierigkeiten bis zu rund 100 QSOs auf Kurzwelle war einiges an Kaffee und Fußaufstampfen nötig.

Digitale Betriebsarten haben mich stets fasziniert, und ich habe auch schon vieles ausprobiert. Hier berichte ich, wie es mir persönlich mit FreeDV gegangen ist.

Es ist nun einmal so, dass diese Dinge durch Weiterentwicklungen der Mode unterworfen sind, abgesehen vom klassischen CW und RTTY. So hatte ich schon netten Damenbesuch von Olivia und Contesta, und auch der Wimmerfunk FT8 hatte bei mir sein Heim. Aber irgendwann verließen sie alle wieder mein Haus, und ein neues Haustier musste her.

Schon 2020 hatte ich einen kleinen Welpen vor der Haustür gefunden. Er hieß FreeDV, wollte aber nicht so richtig wachsen. Eine richtige Katastrophe: Die Community war winzig, Linux-Freaks mit einem Hang zur Selbstgeißelung, kompliziert und absolut nicht massentauglich. Ein kümmerliches Wesen!

Es gab einen einzigen Transceiver, den Ailunce HS1, an dem es nicht nur für CW und SSB, sondern auch für FreeDV eine Schalterstellung gab. Das konnte sich aber bei anderen Marken nicht durchsetzen, weil es das Prinzip der Weiterentwicklung nicht beinhaltete. So wird auch heute und in naher Zukunft FreeDV anders ausgeübt.

FreeDV, ganz einfach und schön falsch erklärt

Ganz, ganz einfach und schön falsch ausgedrückt ist FreeDV digitaler SSB-Sprechfunk. Da, wo SSB geht, geht auch FreeDV. Somit geht es auf Kurzwelle als auch auf UHF und VHF.

Man spricht breitbandig ins Mikrofon, auf der Strecke wird dann auf ca. 1500 Hz verschmälert, und beim Empfänger kommt es wieder breitbandig an. Frequenz-ökonomie lässt grüßen.

In diesem Bericht spreche ich nicht die dahinterstehende Technik an, sondern, siehe Überschrift, wie es mir persönlich damit gegangen ist.

Der kleine Welpe fängt an zu bellen

2023 kam für mich dann Bewegung in die Sache. Der kleine Welpe fing an zu bellen und schrie nach Updates. Sowohl er als auch die Community wuchsen, und ich beschloss, zumindest den Empfang zu wagen.

Dazu nutzte ich einen alten Linux-Rechner, zwölf Jahre alt, aber noch gut in Farbe, und lud mir die Software von der Seite freedv.org herunter. Diese Seite ist ein Füllhorn an Informationen über FreeDV. Die Software gibt es für Linux, Apple und auch für das von mir ungeliebte Windows.

Die Grunddaten waren leicht einzutragen, und nun sollte irgendwie alles verbunden werden. Ich habe einen Yaesu FTdx10 und habe den mit einem USB-Kabel an meinen Laptop angeschlossen. Der Transceiver muss eine eingebaute Soundkarte haben, sonst wird das nichts. Aber trotzdem wollte das Programm nicht laufen.

Es ist wichtig, am PC die richtige Soundkartenauswahl zu treffen. Das dauerte bei mir fast zwei Stunden. Irgendwann lief der Empfang: quietschig, wesentlich schlechter als DMR. Der Fehler lag im nicht ausreichend leistungsfähigen Laptop.

Dann wollte ich senden und stellte fest, dass ich dazu eine zweite Soundkarte brauche. Die hatte ich aber nicht. Bis mir das Prinzip der USB-Headsets einfiel, denn in jedem Headset mit USB-Anschluss ist ja eine Soundkarte verbaut. Also habe ich aus der Grabbelkiste ein Headset für zehn Euro gekauft. Und das Ding ging auf Sendung! Juhu, dachte ich, alles fein. Dazu später.

Der FTdx10 wählt automatisch seine richtigen Einstellungen aus. Man kann sie natürlich händisch verändern.

Meine Einstellungen am FTdx10 und im Programm

FTdx10 einschalten, Betriebsart und so weiter erst einmal egal. Die Leistung stelle ich auf maximal ca. 50 Watt, weil es Dauerstrichleistung ist und man den Transceiver nicht überfordern darf.

Dann das Programm FreeDV am PC starten. Unter Tools → Easy Setup die Daten eintragen: PC und TRX beide auf 38400, PTT uses CAT und weitere Daten nach Lage.

Über das Tools-Menü lassen sich unter anderem Easy Setup, FreeDV Reporter sowie die Audio- und CAT/PTT-Einstellungen aufrufen.

Danach unter Tools → Audio Config die Audiogeräte auswählen. Das hier sind meine Daten, die Gerätenamen sind gekürzt:

BereichEinstellungMeine Auswahl
RXInput to Computer from Radioalsa input USB BurrBrown
RXOutput from Computer to Speaker/headphonealsa output USB logitech USB headset
TXInput from Microphone to Computeralsa input pci 0000
TXOutput from Computer to Radioalsa output USB BurrBrown
Gewählte Einstellungen im Bereich TOOLS → AUDIO CONFIG

Dann Anwenden und das Programm über File → Exit schließen.

Das Programm neu starten und prüfen, ob die Soundkarteneinstellungen behalten wurden. Falls nicht, erneut eingeben.

Lauschen, CQ rufen und den Reporter nutzen

Den Knopf Start Modem drücken und lauschen. Die Frequenzen können frei gewählt werden, also nicht starr wie zum Beispiel bei FT8. Vorzugsfrequenzen sind eingestellt. Gängig sind 7.177 kHz und 14.236 kHz.

Hat man bei den Einstellungen auch den Haken bei FreeDV Reporter gesetzt, kann man sehen, wer gerade wo auf welcher Frequenz arbeitet. Das verlangt eine Internetverbindung und ist mehr als hilfreich.

Der FreeDV Reporter zeigt aktive Stationen mit Rufzeichen, Locator, Entfernung, Softwareversion, Frequenz und Betriebsart.

Ich habe dann gelauscht und auf einen CQ-Ruf geantwortet. Die Verbindung kam zustande, aber die ersten Reaktionen waren ungefähr so: „Wieso hast du Helium im Mund? Bist du ein Mann oder eine Frau? Warum sprichst du in einen Eimer hinein? Und außerdem bist du völlig übermoduliert.“

Diese Unzulänglichkeiten ließen sich aber recht zügig beheben. Einstellungssache.

Die Ansicht „Frm Mic“ zeigt den zeitlichen Verlauf des Mikrofonsignals und hilft bei der Kontrolle der Aussteuerung.

Feintuning und Fortschritte bei den Updates

Einige QSOs kamen zustande, und ich machte mich an das Feintuning. Dann führte ich auch ein Update durch. Neustart, alle Einstellungen weg. Hä? Was ist das denn?

Ich hatte mir aber alle Einstellungen mit dem Smartphone abfotografiert. Danach ging es wieder.

Ende 2025 war es dann so weit, dass auch nach einem Update alle Einstellungen erhalten blieben. Die Entwickler schafften noch einige Sprünge, und die Gesprächsqualität wird immer besser. Die Handhabung, Updates und das Drumherum wurden Anfang 2026 so gut, dass ich FreeDV seit Juni 2026 für massentauglich halte.

Die Wasserfalldarstellung in FreeDV zeigt das empfangene Signal über Frequenz und Zeit.

Papier-QSL-Karten und das RSQ-System

Die Papier-QSL-Karten-Moral ist erstaunlich hoch. Für alle ist es Neuland, und sie lassen sich das QSO gerne bestätigen.

Das Ausfüllen einer QSL-Karte ist etwas anders. Bei analogen Betriebsarten trägt man nach dem RST-System ein. Man könnte natürlich wie bei FT8 eine Krücke nutzen und R freilassen, bei S den SNR eintragen und T dann wieder freilassen. Alles wenig aussagekräftig. Deshalb bei „analog“ das RST-System benutzen und bei „digital“ das RSQ-System nutzen.

Ich nutze immer RSQ, und bei den ankommenden Karten sind inzwischen knapp 20 Prozent auch mit RSQ.

Bei Digital war ich häufig eher die Null als die Eins

Bisher habe ich ungefähr 100 QSOs auf Kurzwelle gefahren, leider noch keines im 2 m-Band. Da hapert es noch an meiner Technik. Ich werde mich weiterhin mit dem Thema befassen, und spannende Entwicklungen zeichnen sich ab.

Probiert es einfach! Wenn es sofort klappt, seid ihr besser als ich. Bis zum Funktionieren hat es eine Unmenge an Kaffee und Fußaufstampfen gefordert. Häufig war ich bei Digital eher die Null als die Eins.

Das Shack von Hermann DL6BCX mit stabilem Fußboden 😉 Quelle: qrz.com

Das Team DL-Nordwest bedankt sich bei Hermann DL6BCX für den interessanten Gastbeitrag.

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Möchtest auch du über deine Erfahrungen, ein Projekt oder den Besuch einer Amateurfunk-Veranstaltung berichten? Dann schreibe uns gerne eine E-Mail an redaktion@dl-nordwest.com.

Habt ihr FreeDV auch schon einmal ausprobiert und wie waren eure ersten Erfahrungen damit? Schreibt eure Erfahrungen gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert sie mit uns in unserer Telegram- oder WhatsApp-Gruppe.

Euer Team DL-Nordwest

DL-Nordwest im Wandel: Ein Blick hinter die Kulissen

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft: In diesem Beitrag werfen wir einen Blick auf die technische Entwicklung von DL-Nordwest, von den ersten Versuchen mit einem YSF-Reflektor bis zur heutigen Server-Infrastruktur.

Wie alles begann

Im Oktober 2017 wurde der YSF-Reflektor DE DL-Nordwest (54919) registriert und zunächst testweise auf einem privaten x86-Desktop-PC in Norddeich bei Stephan DG1BGS installiert. Die ersten Versuche verliefen vielversprechend, sodass der Betrieb schon bald auf einen Raspberry Pi umgestellt wurde. Damit zog der Reflektor auch zu Bernd DK5BS nach Rhauderfehn, und wurde dort dauerhaft im Self-Hosting betrieben.

YSF #54919 im Self-Hosting, DK5BS 2020

Nach dem Umzug von Stephan DG1BGS bzw. ab da 9V1LH, nach Singapur begannen 2018 die ersten Versuche mit dem Multiprotokoll Reflektor-Server XLX421, einschließlich der Transcoder-Funktion.

Erstes Cross-Mode-QSO über XLX421 zwischen 9V1LH (D-STAR) und DK5BS (DMR), August 2018

Auch hier kam zunächst ein Raspberry Pi zum Einsatz. Damit begann der schrittweise Aufbau einer Infrastruktur, die über mehrere Jahre an unterschiedlichen Standorten in Deutschland und Singapur betrieben wurde.

Kleine Rechner, große Aufgaben

YSF-Reflektor: Der Anfang auf dem Raspberry Pi

Der YSF-Reflektor bildete den Ausgangspunkt unserer Infrastruktur. 2020 lief er zusammen mit dem Dashboard von DG9VH auf einem Raspberry Pi 3B+ unter Raspbian Buster. Als Software kam der YSF-Reflektor von G4KLX zum Einsatz.

Die kompakte und stromsparende Hardware erwies sich zunächst als praktische Lösung für den dauerhaften Betrieb.

XLX421: Mehr Betriebsarten dank Transcoding

Mit dem XLX421 kamen weitere Möglichkeiten hinzu. 2018 begann der Betrieb auf einem Raspberry Pi 3B+, der 2020 durch einen leistungsfähigeren Raspberry Pi 4 Model B mit 4 GB RAM ersetzt wurde.

Für die Transcodierung standen zwei Vocoder-Farmen mit jeweils vier AMBE-Vocoder-Chips zur Verfügung. Damit konnten theoretisch bis zu vier Module unabhängig voneinander in beide Richtungen transcodiert werden.

XLX421 und Transcoder-Farm im Self-Hosting, 9V1LH 2020

Als Software kamen xlxd und ambed zum Einsatz. Die gesamte Installation wurde in Singapur im Self-Hosting betrieben.

Zunächst beschränkte sich das Transcoding auf DMR und D-STAR. Im November 2019 kam C4FM als weitere Betriebsart hinzu und der XLX421 wurde als separater YSF-Reflektor registriert.

WIRES-X: Ein Raum mit Geschichte

Bereits von Beginn an, also ab Ende 2017, war unser YSF-Reflektor 54919 über die BrandMeister-DMR-Talkgroup 26429 mit dem WIRES-X-Raum 27761 DL-Nordwest verbunden. Nach einer Testphase entschied man sich jedoch, diesen Raum eigenständig weiterzubetreiben. Daher wurde für DL-Nordwest ein eigener WIRES-X-Raum mit der ID 27741 eingerichtet.

Im Laufe der Jahre wechselte dieser mehrfach seinen Namen, von DL‑BRIDGE‑XLX421 zu DL‑NORDWEST‑YSF. Als der ursprüngliche Raum 27761 im Oktober 2025 in DL‑NORDSEE umbenannt wurde, konnten wir schließlich den Ursprungsnamen DL‑NORDWEST übernehmen.

Auch die Hardware hat sich seitdem mehrfach verändert. Anfangs lief unser WIRES-X-Zugang in Singapur auf einer ASUS EeeBox. Anschließend zog der Raum zu Bernd DK5BS nach Rhauderfehn und wurde dort zunächst auf einem Notebook betrieben.

WIRES-X-Setup mit ASUS EeeBox in Singapur, 9V1LH August 2018

Heute übernimmt ein kompakter, lüfterloser Z83-V Mini-PC mit Windows 10 Pro und angeschlossenem Yaesu HRI-200-Interface diese Aufgabe.

Peanut: Ein eigener AMBE-Server

Im Februar 2019 kam auch eine Anbindung an Peanut hinzu. Auch dafür wurde ein eigener AMBE-Server in Singapur betrieben.

Zum Einsatz kamen zunächst ein Raspberry-Pi 1B mit einem DV3000 Pi-Hat von NW Digital Radio. Der darauf verbaute AMBE-Chip erledigte die eigentliche Sprachcodierung und -decodierung. Ein zusätzlicher Gehäuselüfter sorgte für die notwendige Kühlung.

Als Software diente AMBEserverGPIO von G4KLX.

Peanut-AMBE mit NW Digital Radio DV3000 Pi-Hat auf einem Raspberry Pi 1B, hier noch mit geöffnetem Gehäuse, 9V1LH 2020
Webserver: Von einer statischen Seite zu WordPress

Bereits Ende 2018 ging unsere projektbegleitende Webseite dl-nordwest.com online, zunächst noch als extern gehostete, statische Webseite. Neben Informationen zu DL-Nordwest veröffentlichten wir dort auch Neuigkeiten zum digitalen Amateurfunk und stellten Handbücher verschiedener Funkgeräte zum Download bereit.

2020 entschieden wir uns für einen kompletten Neustart auf Basis von WordPress 5 und wechselten gleichzeitig zum Self-Hosting. Der Webserver lief zunächst auf einem Raspberry Pi 3B+ mit Raspbian Buster und MariaDB in Singapur.

WordPress-Server auf einem Raspberry Pi 3B+, 9V1LH 2020

Erfahrungen aus dem Dauerbetrieb

Über die Jahre wurde die Hardware immer wieder erneuert, erweitert oder durch leistungsfähigere Systeme ersetzt. Dabei ging es nicht nur um zusätzliche Funktionen, sondern zunehmend auch um die Zuverlässigkeit im Dauerbetrieb.

Mehrfach sorgten ausgefallene SD-Karten für Probleme. Deshalb stellten wir einige Systeme zunächst auf USB-Sticks um. Auch komplette Hardwareausfälle blieben nicht aus.

Insbesondere bei den AMBE-Servern experimentierten wir mit verschiedenen Mini-PCs, bevor sich geeignete Lösungen fanden. Sowohl die XLX-AMBE-Serverfarm als auch der Peanut-AMBE wechselten im Laufe der Zeit vom Raspberry Pi auf einen Mini-PC.

AMBE-Stresstest auf einem T95 Mini-PC mit Intel Cherry Trail Z8350 CPU und 4 GB RAM, 9V1LH Dezember 2020

Diese Erfahrungen gehören für uns genauso zur technischen Entwicklung wie neue Softwareversionen oder zusätzliche Betriebsarten. Vieles entstand durch Ausprobieren, Vergleichen und kontinuierliche Verbesserungen.

(v.o.n.u.) AMBE-Server, Peanut-AMBE, XLX-Transcoder-Farm und XLX421, 9V1LH 2019

2021 bis 2024: Der Weg ins Rechenzentrum

Anfang 2021 mieteten wir erstmals einen Server bei 1blu in Frankfurt an. Damit begann die schrittweise Verlagerung unserer Reflektoren und der Webseite vom privaten Self-Hosting auf gemietete Server in Deutschland.

2022 folgte ein weiterer wichtiger Schritt: Die AMBE-Server für XLX421 und Peanut zogen von Singapur zu Bernd, DK5BS, nach Rhauderfehn. Ziel war es, die Signallaufzeiten zwischen den Reflektoren und den Hardware-Transcodern zu optimieren.

XLX-AMBE auf Basis einer ASUS EeeBox, bereit für den Versand nach Rhauderfehn, 9V1LH Februar 2022
Peanut-AMBE auf Basis eines Raspberry Pi 3B+, ebenfalls bereit für den Versand nach Rhauderfehn, 9V1LH Februar 2022

Da es beim bisherigen Hosting immer wieder zu Aussetzern und anderen Problemen kam, wechselten wir 2024 zu netcup nach Nürnberg. Zunächst betrieben wir dort zwei getrennte Server: einen für WordPress und den YSF-Reflektor sowie einen weiteren für XLX421.

Nachdem der eigenständige YSF-Reflector abgeschaltet und seine Funktion vom XLX421 übernommen worden war, konnten wir die Dienste schliesslich auf einem gemeinsamen Server zusammenführen.

Gegenwart: Die Infrastruktur im Jahr 2026

Seit den ersten Raspberry-Pi-Installationen hat sich einiges verändert. Heute betreiben wir, neben den Multiprotokoll Reflektor-Servern XLX421 und URF421, verschiedene AMBE-Server und Brücken und natürlich unsere Webseite.

Ein wesentlicher Teil der Dienste läuft inzwischen auf einem virtuellen Server (VPS) mit Debian Linux. Die AMBE-Serverfarmen werden weiterhin auf separater Hardware betrieben.

Auf eine vollständige Auflistung aller Geräte, Betriebssysteme und Softwareversionen verzichten wir an dieser Stelle bewusst.

Weitere technische Details und den aktuellen Aufbau findet ihr auf unserer Technikseite unter dem Projekt DL-Nordwest.

Ein privates Projekt mit viel Engagement

Was bei der Betrachtung der Technik leicht in den Hintergrund gerät: Hinter DL‑Nordwest steht kein kommerzieller Betreiber.

Seit den Anfängen investieren wir, Bernd DK5BS und Stephan 9V1LH, privat viel Zeit und Geld in den Aufbau, die Weiterentwicklung und den laufenden Betrieb der Infrastruktur. Dazu gehören nicht nur Server und Hardware, sondern auch Hostingkosten, Ersatzteile, Wartung und die vielen Stunden, die bei technischen Problemen oder neuen Projekten anfallen.

Während Stephan sich überwiegend im Hintergrund um die Technik kümmert, ist Bernd fast täglich QRV und unterstützt unsere Nutzer bei der Einrichtung, Fehlersuche und anderen Fragen rund um den digitalen Amateurfunk.

Auch der Austausch innerhalb der Community kommt nicht zu kurz. Über unsere WhatsApp– und Telegram-Gruppen sowie die Facebook-Seite bleiben wir mit euch in Kontakt, helfen bei Problemen und tauschen Erfahrungen aus.

Die DL-Nordwest-Infrastruktur im ständigen Wandel: Netzwerkschrank in Singapur, 9V1LH März 2020

Inzwischen können wir einen Teil der laufenden Kosten durch freiwillige Spenden unserer Nutzer decken. Dafür möchten wir uns an dieser Stelle ganz herzlich bedanken! Diese Unterstützung hilft uns, DL-Nordwest auch weiterhin unabhängig und ohne kommerzielle Interessen zu betreiben.

Blick in die Zukunft: Weniger Hardware, einfachere Wartung

Auch wenn unsere heutige Infrastruktur zuverlässig arbeitet, gibt es noch einige Ideen für die Zukunft.

Aktuell befinden sich der Hauptserver und die AMBE-Serverfarmen an unterschiedlichen Standorten. Langfristig möchten wir diese Komponenten nach Möglichkeit an einem gemeinsamen Standort zusammenführen. Das würde die Wartung vereinfachen und die Zahl der getrennt zu betreuenden Systeme reduzieren. Vielleicht haben Johannes DJ7LC, und Michael DJ5KP, dafür ja noch ein Plätzchen im Serverraum der RWTH Aachen frei? 😉

Eine weitere Überlegung ist, möglichst viele Dienste auf einem einzigen Server zu betreiben. Auch eine Zusammenlegung von XLX421 und URF421 auf einem gemeinsamen System wäre denkbar.

Ob und wie sich diese Ideen umsetzen lassen, hängt natürlich von den technischen Möglichkeiten und den verfügbaren Ressourcen ab.

Fazit

Was 2017 mit einem YSF-Reflektor auf einem privaten Desktop-PC begann, hat sich über die Jahre zu einer vielseitigen Infrastruktur entwickelt. Dabei wurde immer wieder neue Hardware ausprobiert, Software angepasst und aus den Erfahrungen des Dauerbetriebs gelernt.

Nicht jede Lösung hat sich langfristig bewährt. Doch genau das macht für uns einen Teil des Reizes aus: Neue Technologien ausprobieren, Erfahrungen sammeln und die Möglichkeiten des digitalen Amateurfunks gemeinsam weiterentwickeln.

Und auch nach gut 9 Jahren gibt es hinter den Kulissen von DL-Nordwest noch einiges zu tun.

Wie lange seid ihr schon bei DL-Nordwest dabei? Habt ihr die Anfänge noch miterlebt oder seid ihr erst später dazugekommen? Schreibt eure Erinnerungen und Erfahrungen gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert sie mit uns in unserer Telegram- oder WhatsApp-Gruppe.

Team DL-Nordwest, Stephan 9V1LH/DG1BGS

LinHT Update 10/26 – Vom Prototyp zur nächsten Generation

Beim Open-Source-Handfunkgerät LinHT hat sich in den vergangenen Monaten einiges getan. Neue Hardware, erfolgreiche Tests und einige unerwartete Herausforderungen zeigen, wie spannend die Entwicklung eines vollständig offenen Funkgeräts sein kann.

Seit unserem letzten Update vom November 2025 ist beim LinHT-Projekt einiges passiert. Das Entwicklerteam rund um Vlastimil OK5VAS, Andreas OE3ANC und Wojciech SP5WWP hat intensiv an der Hard- und Software gearbeitet. Inzwischen wurden neue Platinen gefertigt, zahlreiche Funktionen getestet und bereits die nächste Hardware-Generation vorbereitet.

Wir haben die wichtigsten Entwicklungen seit unserem letzten Beitrag für euch zusammengefasst.

Revision B – Ein großer Schritt nach vorne

Bereits in unserem letzten Update hatten wir über die geplante Hardware-Revision B berichtet. Ende Februar 2026 war es dann so weit: Die ersten drei vollständig in Tschechien gefertigten und bestückten Platinen waren fertig und konnten getestet werden.

Gegenüber der ersten Version bringt Revision B einige Verbesserungen mit:

  • Eine integrierte HF-Endstufe mit einer angestrebten Ausgangsleistung von etwa 5 Watt
  • Einen verbesserten Empfänger mit einstellbarer Eingangsdämpfung
  • Eine überarbeitete Stromversorgung
  • Die Möglichkeit, den Akku direkt über USB-C zu laden
  • Einen integrierten GNSS-Empfänger zur Positionsbestimmung

Auch weiterhin ist LinHT dafür vorgesehen, das Gehäuse und verschiedene Komponenten eines Retevis C62 zu verwenden.

Erste Tests – Vieles funktioniert bereits

Anfang März folgte der nächste wichtige Meilenstein. Die neue Hardware ließ sich erfolgreich einschalten, die Stromversorgung funktionierte und auch das Laden des Akkus über USB-C konnte bestätigt werden.

Wenig später gelang es dem Entwicklerteam, Linux auf der neuen Hardware zu starten. Damit war eine wichtige Grundlage für die weiteren Tests geschaffen.

Im Mai berichtete Andreas OE3ANC über weitere Fortschritte. Unter anderem funktionierten bereits die Umschaltung zwischen Sende- und Empfangsbetrieb sowie die einstellbare Eingangsdämpfung des Empfängers.

Auch die integrierte HF-Endstufe wurde validiert: Bei den Tests wurden rund 4,5 Watt Ausgangsleistung erreicht. Das zeigt, dass die neue Hardware grundsätzlich funktioniert.

Mehr als nur M17 – OpenWebRX auf dem Handfunkgerät

LinHT ist nicht ausschließlich auf den Betrieb mit M17 beschränkt. So gelang es Vlastimil OK5VAS bereits im Dezember 2025, OpenWebRX auf dem LinHT auszuführen. Möglich wurde dies durch einen eigens entwickelten Treiber, der die Empfangsdaten der Funkhardware für andere Anwendungen zugänglich macht.

Damit konnte das Gerät nicht nur M17-Signale verarbeiten, sondern beispielsweise auch APRS-Signale erfolgreich dekodieren.

Das zeigt sehr schön, welchen Vorteil das offene Konzept bietet. Während bei herkömmlichen Funkgeräten die Funktionen weitgehend durch die Firmware des Herstellers vorgegeben werden, lassen sich beim LinHT zusätzliche Anwendungen und Betriebsarten durch entsprechende Software realisieren.

Ob und welche dieser Möglichkeiten später tatsächlich in einer komfortabel bedienbaren Version zur Verfügung stehen werden, bleibt natürlich abzuwarten.

Auch die Software entwickelt sich weiter

Parallel zur Hardware wurde kontinuierlich an der Software gearbeitet. Im Februar hat Andreas OE3ANC ein neues Image des Yocto Linux auf die Rev.A Hardware aufgespielt.

Auch die Benutzeroberfläche und die Verarbeitung der digitalen Funksignale wurden weiterentwickelt.

Anders als bei einem klassischen Handfunkgerät übernimmt beim LinHT ein Linux-System einen großen Teil der Signalverarbeitung. Das bietet viele Möglichkeiten, benötigt aber auch entsprechend viel Rechenleistung.

Bereits im Februar wurde deshalb unter anderem die Empfangsstabilität und Akkulaufzeit der ersten Hardware-Revision untersucht. Solche Tests sind wichtig, denn schließlich soll ein Handfunkgerät nicht nur auf dem Labortisch funktionieren, sondern möglichst auch im portablen Betrieb überzeugen.

Nicht alles lief nach Plan – Revision C wird notwendig

Die Entwicklung neuer Hardware ist ein kontinuierlicher Lernprozess. Auch beim LinHT zeigte sich während der umfangreichen Tests, dass einige Bereiche der Revision B noch überarbeitet werden müssen.

So bereitete beispielsweise der integrierte GNSS-Empfänger Probleme. Trotz längerer Tests im Freien gelang es zunächst nicht, eine gültigen Satellitenfix zu erhalten. Die Untersuchungen deuten auf den HF-Pfad zwischen dem GNSS-Modul und der Antenne hin.

Auch bei der Audio-Hardware und weiteren Komponenten wurden Probleme festgestellt, die sich nicht alle allein durch Softwareänderungen beheben lassen.

Das Entwicklerteam entschied deshalb, eine weitere Hardware-Revision vorzubereiten.

In einem ausführlichen Statusbericht vom Juni 2026 dokumentierte Vlastimil OK5VAS, welche Funktionen bereits erfolgreich getestet wurden, wo noch Schwierigkeiten bestehen und welche Änderungen für Revision C vorgesehen sind.

Screenshot von m17project.org

Ausführlicher Statusbericht von OK5VAS

September 2026 – Die Platinen der Revision C sind da!

Am 30. September 2026 meldete das M17-Projekt, dass die neuen Platinen der Revision C eingetroffen sind. Einige Bauteile fehlten zu diesem Zeitpunkt allerdings noch, sodass die Bestückung erst nach deren Eintreffen fortgesetzt werden kann.

Mittlerweile liegen auch die ersten teilbestückten Platinen der Revision C vor, die nun auf ihre ersten Funktionstests warten.

Parallel dazu wurde auch an Codec2 gearbeitet, dem offenen Sprachcodec, der unter anderem bei M17 zum Einsatz kommt. Hier konnten weitere Optimierungen vorgenommen werden, insbesondere im Hinblick auf den Speicherbedarf und die Signalverarbeitung.

Es geht also sowohl bei der Hardware als auch bei der Software weiter voran.

Wo findet ihr weitere Informationen?

Wer die Entwicklung des LinHT-Projekts selbst verfolgen oder tiefer in die Technik einsteigen möchte, findet hier die wichtigsten offiziellen Anlaufstellen:

Screenshot von linux-radio.eu

LinHT Hardwaredokumentation

Fazit

Seit unserem letzten Bericht hat das LinHT-Projekt weitere Fortschritte gemacht. Mit Revision B konnten wichtige Funktionen erfolgreich getestet werden. Gleichzeitig haben die Entwickler wertvolle Erkenntnisse gewonnen, die nun in die nächste Hardware-Generation einfließen.

Natürlich ist LinHT weiterhin ein Entwicklungsprojekt und noch weit von einem fertigen Handfunkgerät für den alltäglichen Einsatz entfernt. Trotzdem halten wir das Konzept nach wie vor für äußerst interessant. Ein leistungsfähiges Handfunkgerät, dessen Hard- und Software offen zugänglich sind und das sich nicht auf die vom Hersteller vorgesehenen Betriebsarten beschränkt, bietet gerade für den experimentellen Amateurfunk spannende Möglichkeiten.

Wir werden die Entwicklung auf DL-Nordwest jedenfalls weiterhin verfolgen und darüber berichten.

Was haltet ihr von den bisherigen Fortschritten, und welche Funktionen würdet ihr euch von einem solchen offenen Handfunkgerät wünschen? Schreibt eure Erfahrungen gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert sie mit uns in unserer Telegram- oder WhatsApp-Gruppe.

Team DL-Nordwest, Stephan 9V1LH/DG1BGS

Von Elsfleth nach Rodenkirchen – Eine Tradition lebt weiter

Nach vielen Jahren in Elsfleth hat der beliebte Amateurfunk-Flohmarkt eine neue Heimat gefunden. Doch auch in Rodenkirchen steht neben dem Stöbern und Fachsimpeln vor allem eines im Mittelpunkt: das persönliche Wiedersehen.

Schon seit April 2000 gab es regelmäßig ein- bis zweimal im Jahr eine tolle Veranstaltung, auf die sich viele Funkamateure aus unserer Region immer wieder freuten: den Amateurfunk-Flohmarkt in Elsfleth.

Neben allerlei gebrauchten Funkgeräten, Zubehör und Ersatzteilen gab es natürlich auch immer wieder interessante Selbstbauprojekte zu entdecken, die vielleicht den einen oder anderen zum Nachbauen motivieren konnten. Und übrigens: Einen Kaffee bekam man hier auch immer!

Selbstbau ist Trumpf! Funkkoffer von DL5BO und DK4DW. Foto: DK5BS

Neuer Veranstaltungsort, bewährtes Konzept

Seit diesem Jahr gibt es nun einen neuen Veranstaltungsort. Die Markthalle in Rodenkirchen wurde zum Treffpunkt für viele OM und YL, die sich hier um die gut gefüllten Flohmarkttische versammelten.

Die Veranstaltungshalle 1 war gut gefüllt. Foto: DK5BS

Erfreulich ist auch, dass der Eintritt weiterhin frei ist. Und so war die Veranstaltung trotz der hohen Spritpreise wieder sehr gut besucht.

Nach meiner Schätzung fanden sich über 400 Besucher ein. Ich hatte mir in den vergangenen Jahren schon immer vorgenommen, einmal mitzuzählen, wie vielen Menschen ich dort eigentlich begegne.

Mehr als nur ein Flohmarkt

Persönlich sehe ich die Veranstaltung ohnehin mehr als einen Treffpunkt. Denn meistens komme ich vor lauter Gesprächen gar nicht dazu, mir den eigentlichen Flohmarkt in Ruhe anzuschauen.

Veranstaltungshalle 2 bot reichlich Platz zum Fachsimpeln. Foto: DK5BS

Deshalb freut es mich besonders, dass ich dieses Mal immerhin 57 Menschen getroffen, ihnen die Hand geschüttelt und mit jedem auch ein paar Worte gewechselt habe.

Bei vielen war es natürlich ein Wiedersehen. Es waren aber auch etliche dabei, bei denen die bislang nur vom Funk bekannte Stimme nun endlich ein Gesicht bekommen hat.

Insofern ist es wirklich toll, wenn jemand sein Rufzeichen gut sichtbar an der Kleidung trägt. Das macht es doch gleich viel einfacher, jemanden wiederzuerkennen oder zum ersten Mal persönlich anzusprechen.

Auch kommerzielle Händler waren vertreten. Foto: DL1BO

Fazit

Für mich war es wieder eine rundum gelungene Veranstaltung. Der Flohmarkt ist natürlich ein schöner Anlass, aber mindestens genauso wichtig sind die vielen persönlichen Begegnungen und Gespräche.

Ich freue mich jedenfalls schon auf die nächsten Veranstaltungen, sei es ein Fieldday oder der nächste Amateurfunk-Flohmarkt. Einige für dieses und und auch schon für nächstes Jahr findet ihr in der Rubrik Termine. Denn eines zeigt sich immer wieder: Unser gemeinsames Hobby lebt nicht nur von der Technik, sondern vor allem von den Menschen dahinter.

Wart ihr ebenfalls in Rodenkirchen dabei, und was macht für euch den besonderen Reiz solcher Treffen aus? Schreibt eure Erfahrungen gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert sie mit uns in unserer Telegram- oder WhatsApp-Gruppe.

Team DL-Nordwest, Bernd DK5BS

OpenGD77: Codeplugs direkt im Webbrowser erstellen

Mit einer webbasierten CPS lassen sich Codeplugs für OpenGD77 direkt im Browser erstellen und bearbeiten. Uli DL6UM stellt uns die Anwendung vor und berichtet von seinen ersten Erfahrungen mit seinem Retevis RT-3S.

Uli DL6UM stellt uns in seinem Gastbeitrag eine interessante Online-Alternative zu den bisherigen CPS-Programmen vor. Damit lassen sich Codeplugs direkt im Webbrowser erstellen und verwalten. Für eine bessere Verständlichkeit hat Uli die Screenshots auf Deutsch angefertigt.

Eine CPS direkt im Webbrowser

Die YL Rose M1RXO hat eine webbasierte CPS für OpenGD77 entwickelt. Beim Surfen im Internet bin ich zufällig darauf gestoßen. Ihr findet die Anwendung unter folgender Adresse: grid.radio/opengd77

Screenshot von grid.radio

Webbasierte OpenGD77-CPS

Neugierig geworden, habe ich mein Retevis RT-3S aus seinem rund einjährigen Dornröschenschlaf geweckt. OpenGD77 war auf dem Gerät bereits installiert.

Die Anwendung unterstützt Funkgeräte mit MK22-, STM32- und DM32-Prozessoren. Vor der Verwendung sollte man daher genau wissen, welches Gerät man besitzt. Bei der Vielzahl unterschiedlicher Modellbezeichnungen für teilweise baugleiche Geräte ist das allerdings nicht immer ganz einfach.

Meine folgenden Erfahrungen beziehen sich auf das Retevis RT-3S.

Einrichtung und USB-Verbindung

Rose M1RXO hat eine sehr ausführliche Bedienungsanleitung für ihre Anwendung verfasst.

Das Retevis RT-3S ist baugleich mit dem TYT MD-UV380 und gehört damit zur STM32-Gerätefamilie.

Unter Windows erfolgt die Kommunikation mit diesen Geräten über WebUSB. Für die Einrichtung muss zunächst das Programm Zadig heruntergeladen und der entsprechende USB-Treiber installiert werden. Die einzelnen Schritte werden in der Hilfe unter „USB Setup“ ausführlich beschrieben.

Auch für Linux und macOS stehen entsprechende Anleitungen zur Verfügung.

Aber Achtung: Bei der Einrichtung sollte man genau wissen, was man tut. Eine falsche Treiberzuordnung kann dazu führen, dass andere USB-Geräte beziehungsweise deren bisherige Treiberkonfiguration nicht mehr wie gewohnt funktionieren.

Codeplugs erstellen und bearbeiten

Die Erstellung eines Codeplugs funktioniert grundsätzlich genauso wie bei herkömmlichen CPS-Programmen. Lediglich die grafische Benutzeroberfläche und die Anordnung der Funktionen unterscheiden sich.

Besonders praktisch erscheint mir die integrierte Repeater Map. Hier kann man sich einen DMR-Repeater aussuchen und dessen Daten direkt in die Kanalliste (Channels) übernehmen. Das erspart einiges an Tipparbeit.

Gerade für die Urlaubsvorbereitung finde ich diese Funktion interessant. Bereits zu Hause kann ich die Repeater an meinem Urlaubsziel heraussuchen, in die Kanalliste übernehmen und so mit wenig Aufwand einen passenden Codeplug für die Reise zusammenstellen.

Shared Library – Codeplugs mit anderen teilen

Eine weitere interessante Funktion ist die Shared Library. Dahinter verbirgt sich eine Sammlung von Codeplugs, die von anderen Funkamateuren bereitgestellt werden.

Hier kann jeder vorhandene Codeplugs herunterladen oder eigene hochladen und damit anderen OM zur Verfügung stellen.

Ob das im Einzelfall sinnvoll ist, sei dahingestellt. Mein persönlicher Codeplug würde beispielsweise einem Funkamateur im Nordwesten Deutschlands vermutlich wenig nutzen.


Mein erster Codeplug

Hier seht ihr eine Übersicht des Codeplugs, den ich mit der webbasierten CPS erstellt habe.

Natürlich gilt auch hier: Alle Änderungen und Einstellungen nehmt ihr auf eigene Verantwortung vor.

Weitere Informationen und Bedienungshinweise

Wer weitere Informationen zum Retevis RT-3S und anderen Funkgeräten sucht, wird bei OE7ABH fündig. Er hat auf seiner Webseite verschiedene Informationen und Bedienungshinweise kompakt zusammengestellt: tyrofly.at/funk.htm

Screenshot von tyrofly.at

Informationen und Bedienungshinweise für Funkgeräte bei OE7ABH

Fazit

Rose M1RXO hat hier wirklich gute Arbeit geleistet. Ich gehe davon aus, dass sie die Anwendung auch künftig weiterentwickeln wird.

Für mich ist die webbasierte CPS jedenfalls eine willkommene Alternative. Endlich kann ich mich wieder vernünftig mit meinem RT-3S beschäftigen. Und es gibt noch einiges auszuprobieren!

73 aus Gera, OV X20

Uli DL6UM

Vielen Dank an Uli für diesen interessanten Gastbeitrag! Auch uns war diese webbasierte CPS bislang unbekannt. Vielleicht ist sie ja für den einen oder anderen von euch eine praktische Alternative zur bisherigen Software.

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Möchtest auch du über deine Erfahrungen, ein Projekt oder den Besuch einer Amateurfunk-Veranstaltung berichten? Dann schreibe uns gerne eine E-Mail an redaktion@dl-nordwest.com.

Habt ihr die Anwendung bereits ausprobiert oder erste Erfahrungen damit gesammelt? Dann schreibt uns gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert sie mit uns in unserer Telegram- oder WhatsApp-Gruppe.

Euer Team DL-Nordwest

Wohin mit dem ganzen Zeug? Ordnung im Shack mit 3D-Druck

Werkzeuge, Kabel, Adapter, Bauteile – im Shack sammelt sich über die Jahre so einiges an. Mit Pegboards, MultiBuild und Gridfinity bietet die 3D-Druck-Community interessante Lösungen, um den vorhandenen Platz besser zu nutzen und endlich etwas Ordnung ins Chaos zu bringen.

Wir Funkamateure gehören ja bekanntlich zur Spezies der Jäger und Sammler. Es gibt schließlich nichts, was man nicht irgendwann noch einmal für irgendein Projekt gebrauchen könnte. Aber selbst wenn man, wie die meisten von uns 😉, in einem Palast wohnt, geht einem irgendwann der Platz aus. Und mit zunehmender Sammlung findet man oft auch nichts mehr wieder, obwohl man sich ganz sicher ist, dass man es irgendwo hat.

Was also tun? Mal etwas verkaufen oder gar etwas wegschmeißen? Ja, das Wort „wegschmeißen“ musste ich selbst auch erst einmal im Duden nachschlagen. Nein, kommt natürlich überhaupt nicht infrage!

Aber mal im Ernst: Ich lebe in Singapur, habe neben dem Amateurfunk noch andere Hobbys und bastle gerne. Platz ist hier, wie so ziemlich alles andere, leider sehr teuer und damit stark begrenzt. In der 3D-Druck-Community bin ich deshalb auf einige interessante Projekte und Systeme aufmerksam geworden, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

Übersichtliche und platzsparende Organisation an der Wand

An sogenannten Lochplatten lassen sich Werkzeuge, Zubehör oder beispielsweise auch Funktechnik mithilfe von Haken und Halterungen flexibel befestigen. Die Löcher beziehungsweise Aufnahmen befinden sich dabei in einem festen Raster, sodass sich die einzelnen Halterungen jederzeit neu anordnen lassen.

Für die Kombination mit dem 3D-Druck sind insbesondere zwei Systeme interessant: MultiBuild und klassische Pegboards.

MultiBuild mit MultiBoard

Eine vollständig aus dem 3D-Drucker stammende Alternative zu klassischen Pegboards ist MultiBoard. Mittlerweile ist MultiBoard Teil des größeren MultiBuild-Systems, das verschiedene miteinander kompatible Ordnungssysteme unter einem gemeinsamen 25-mm-Raster zusammenfasst. Dazu gehören neben MultiBoard beispielsweise auch MultiBin für Behälter und Schubladen.

MultiBoard selbst ist dabei weiterhin das System für die eigentlichen Lochplatten. Diese werden vollständig im 3D-Druckverfahren hergestellt und verfügen über unterschiedliche Aufnahmen für die Befestigung von Haken, Halterungen, Ablagen und anderem Zubehör. Neben den speziellen MultiBoard-Verbindungen können auch verschiedene klassische Pegboard-Halterungen verwendet werden.

Ein großer Vorteil ist die enorme Flexibilität. Die Platten können beispielsweise an einer Wand befestigt, freistehend aufgestellt oder sogar zum Bau dreidimensionaler Strukturen verwendet werden. Durch das einheitliche Raster lassen sich die verschiedenen Komponenten des MultiBuild-Systems miteinander kombinieren. So können beispielsweise MultiBin-Behälter direkt an einem MultiBoard befestigt werden.

Für den Einstieg stellt MultiBuild eine umfangreiche Teilebibliothek zur Verfügung. Die einzelnen funktionalen Komponenten können kostenlos heruntergeladen werden. Zusätzlich gibt es einen Planner sowie zahlreiche von der Community erstellte Modelle. Einige Komfortfunktionen wie bestimmte Generatoren oder vorkonfigurierte Packs sind dagegen Mitgliedern vorbehalten.

Man kann das System daher auch ohne umfangreiche eigene CAD-Kenntnisse nutzen und später bei Bedarf immer weiter an die eigenen Anforderungen anpassen.

Weitere Informationen findet ihr unter: multibuild.io

Screenshot von multibuild.io

MultiBuild-Webseite mit den verschiedenen Ordnungssystemen

Pegboards

Im Gegensatz zum MultiBoard werden bei der Verwendung klassischer Pegboards in der Regel nur die benötigten Halterungen im 3D-Druckverfahren hergestellt. Und selbst das ist nicht zwingend notwendig, denn im Fachhandel gibt es bereits zahlreiche fertige Halterungen, beispielsweise für Werkzeuge.

Die Lochplatten selbst findet man unter anderem im Baumarkt, entweder mit runden Löchern oder mit Schlitzen. Ich habe mich für Letzteres und für das System von IKEA entschieden. Die Pegboards mit dem Namen SKÅDIS gibt es in verschiedenen Größen und Farben.

Lötarbeitsplatz mit Pegboards an drei Seiten – alles griffbereit und platzsparend organisiert

Einen großen Vorteil des IKEA-Systems sehe ich darin, dass es weltweit sehr viele Nutzer gibt. Entsprechend groß ist die Auswahl an bereits fertigen 3D-Modellen, Halterungen und Generatoren, die man im Internet findet.

Generell habe ich Pegboards gegenüber MultiBoard den Vorzug gegeben, da ich relativ große Flächen damit bestücken wollte. Stundenlang Lochplatten zu drucken und dafür kiloweise Filament zu verbrauchen, erschien mir wenig sinnvoll. Außerdem wollte ich vermeiden, am Ende eine komplette Wand mit Kunststoffplatten zu verkleiden.

Bei mir kam noch eine weitere Herausforderung hinzu: Da ich zur Miete wohne, kann und möchte ich nicht einfach überall Löcher in die Wände bohren. Also musste auch für die Befestigung der Pegboards eine andere Lösung her.

Genau hier spielt der 3D-Druck seine Stärken aus. Für die Seitenflächen meines IKEA-IVAR-Regalsystems habe ich eigene Halterungen konstruiert und ausgedruckt, an denen sich die SKÅDIS-Platten befestigen lassen. Eine ähnliche Lösung habe ich für die Schiebetür meines Kleiderschranks umgesetzt. So werden Flächen genutzt, die ansonsten weitgehend ungenutzt bleiben würden, und das ganz ohne zusätzliche Bohrlöcher in den Wänden.

Ungenutzte Flächen sinnvoll genutzt: Pegboards an Regalseite und Schiebetür

Ein weiterer Vorteil von IKEA SKÅDIS zeigt sich, wenn man doch einmal eine Halterung komplett selbst konstruieren möchte: Im einfachsten Fall muss man lediglich die passenden Haken an das eigene Modell anfügen. Beim MultiBoard muss dagegen die entsprechende hexagonale Aufnahme beziehungsweise Befestigung berücksichtigt werden.

Organisation in Schubladen mit Gridfinity

Auch für die bessere Organisation von Schubladen hat die 3D-Druck-Community eine passende Lösung: Gridfinity.

Gridfinity ist ein modulares Ordnungssystem, bei dem Behälter und Halterungen auf einem standardisierten Raster angeordnet und flexibel miteinander kombiniert werden können. Viele Behälter lassen sich zudem stapeln.

Das Prinzip ist einfach: Zunächst misst man die vorhandene Fläche, beispielsweise die Schublade eines Werkzeugwagens. Anschließend erstellt und druckt man den passenden Rasterboden. Darauf können dann einzelne Behälter platziert werden.

Auch hierfür gibt es zahlreiche Generatoren im Internet, sodass nicht zwangsläufig eigene CAD-Kenntnisse erforderlich sind. Für einen noch sichereren Halt können sowohl der Rasterboden als auch die einzelnen Behälter zusätzlich mit Magneten ausgestattet werden.

Wie schon bei den Pegboards liegt ein großer Vorteil im festen Raster und damit in der Modularität. Einzelne Behälter lassen sich jederzeit herausnehmen, umsortieren, austauschen oder durch neue ergänzen. Ändert sich der Inhalt einer Schublade, muss also nicht gleich das komplette Ordnungssystem neu aufgebaut werden.

Gridfinity im Einsatz: Schrumpfschläuche und Heat-Set-Inserts übersichtlich in der Schublade organisiert

Weitere Informationen zu Gridfinity findet ihr hier: gridfinity.xyz

Screenshot von gridfinity.xyz

Gridfinity-Webseite mit Informationen rund um das modulare Ordnungssystem

Fazit

Auch wenn ich noch lange nicht alles sortiert und an meine Wand- beziehungsweise Schrankflächen oder in meine Schubladen gebracht habe, ist mein Shack bereits deutlich aufgeräumter und organisierter als vorher.

Durch die Kombination von Pegboards und Gridfinity konnte ich den vorhandenen Platz noch besser nutzen: Werkzeuge werden an der Wand aufgehängt, Verbrauchsmaterialien und Kleinteile kommen in entsprechende Behälter in den Schubladen. Man hat vieles direkt im Blick und das Suchen erübrigt sich meistens.

Ein weiterer Vorteil ist, dass sich beide Systeme praktisch beliebig erweitern lassen. Durch den modularen Aufbau können neue Dinge einfach hinzugefügt, vorhandene umplatziert und Halterungen bei Bedarf an neue Anforderungen angepasst werden.

Aber jetzt würde uns interessieren: Wie organisiert ihr euer Shack? Nutzt ihr vielleicht selbst Pegboards, MultiBuild oder Gridfinity, oder kennt ihr noch andere interessante Systeme?

Schreibt uns, welche Lösungen sich bei euch im Shack bewährt haben und zeigt uns gerne auch eure eigenen Ideen und Konstruktionen in den Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert sie mit uns in unserer Telegram- oder WhatsApp-Gruppe.

Team DL-Nordwest, Stephan 9V1LH/DG1BGS

Amateurfunk auf WhatsApp und Telegram – Gruppen und Bots im Überblick

Neben unseren DL-Nordwest Gruppen gibt es zahlreiche weitere interessante Anlaufstellen rund um den Amateurfunk. Einige davon haben wir für euch zusammengestellt.

WhatsApp und Telegram sind längst auch in der Amateurfunk-Community zu beliebten Plattformen für den Austausch geworden. Neben allgemeinen Gruppen findet ihr dort zahlreiche Angebote zu bestimmten Betriebsarten, Geräten, Softwarelösungen oder digitalen Netzen.

Einige interessante Gruppen möchten wir euch in diesem Beitrag vorstellen. Auf die zahlreichen Gruppen der DARC-Ortsverbände verzichten wir dabei bewusst – schließlich kennt ihr die Angebote eures eigenen Ortsverbandes am besten.

WhatsApp

Beginnen wir mit WhatsApp. Natürlich gibt es auch dort eine eigene DL-Nordwest Gruppe, die mit unserer Telegram-Gruppe parallel geschaltet ist. Nachrichten werden also zwischen beiden Gruppen ausgetauscht, sodass ihr unabhängig vom bevorzugten Messenger an den Diskussionen teilnehmen könnt.

Hier geht es direkt zu unserer WhatsApp-Gruppe: DL-Nordwest auf WhatsApp

Darüber hinaus sind uns aktuell hauptsächlich lokale OV- und Klönschnack-Gruppen bekannt, die sich nicht mit einem bestimmten Amateurfunk-Thema beschäftigen. Falls ihr weitere interessante WhatsApp-Gruppen rund um den Amateurfunk kennt, schreibt sie gerne in die Kommentare.

Telegram

Bei Telegram ist die Auswahl an themenbezogenen Amateurfunk-Gruppen deutlich größer. Neben unserer eigenen DL-Nordwest Gruppe gibt es dort unter anderem Gruppen zu digitalen Betriebsarten, Hotspots, Softwarelösungen und verschiedenen Geräteherstellern.

DL-NORDWEST

Natürlich sind wir auch selbst bei Telegram vertreten. Unsere DL-Nordwest Gruppe ist, wie bereits erwähnt, mit der WhatsApp-Gruppe parallel geschaltet.

👉 t.me/DL_Nordwest

Digitalfunk, Hotspots & Software

Für YSF und den Raum Deutschland 26200 gibt es eine eigene Gruppe:

👉 t.me/YSF_Deutschland

Wer Unterstützung rund um Pi-Star sucht, findet hier eine entsprechende Support-Gruppe:

👉 t.me/Pi_Star_Support

Auch für die alternative Hotspot-Software WPSD gibt es eine eigene Support-Gruppe:

👉 t.me/WPSDSupport

Für Nutzer des BrandMeister-Netzes gibt es ebenfalls eine deutschsprachige Gruppe:

👉 t.me/User_BM262

Interessant für alle, die sich mit Hotspots und MMDVM beschäftigen, ist außerdem die Gruppe MMDVM+HS im Amateurfunk:

👉 t.me/mmdvm

Gruppen zu Funkgeräten

Natürlich finden sich bei Telegram auch Gruppen zu verschiedenen Geräteherstellern. Für Motorola haben wir einige modellspezifische Gruppen gefunden, allerdings keine allgemein gehaltene deutschsprachige Gruppe. Ähnlich sieht es derzeit bei Icom aus.

Für Hytera gibt es dagegen eine deutschsprachige Gruppe:

👉 t.me/Hytera_Deutschland

Auch für AnyTone werdet ihr fündig:

👉 t.me/Anytone_Deutschland

Unsere XLX421 Monitor-Bots

Nicht vergessen wollen wir natürlich unsere XLX421 Monitor-Bots. Sie eignen sich gut, um die Aktivität auf den verschiedenen Modulen im Blick zu behalten. Angezeigt werden Stationen, deren Aussendung länger als zwei Sekunden dauert. Eine Station wird frühestens nach 30 Minuten erneut angezeigt – oder wenn sich ihr Zugang zum XLX421 verändert hat.

DL-Nordwest Monitor

Überwacht ausschließlich unser Modul D.

👉 t.me/xlx421mon_dlnw

XLX421 Monitor Deutsch

Überwacht die deutschsprachigen Module C, F, G, H, N, O, R, U, V und X.

👉 t.me/xlx421mon_de

XLX421 Monitor International

Hier werden die internationalen Module E, M und S überwacht.

👉 t.me/xlx421mon_int

XLX421 Monitor weitere Module

Dieser Bot überwacht die seltener genutzten Module A, B, I, J, K, L, P, Q, T, W, Y und Z.

👉 t.me/xlx421mon_test

Fazit

WhatsApp und Telegram bieten mittlerweile eine ganze Reihe interessanter Anlaufstellen für Funkamateure – vom allgemeinen Austausch über Support bis hin zu spezialisierten Gruppen für einzelne Betriebsarten, Geräte oder Softwarelösungen. Es lohnt sich also durchaus, auch einmal über die eigenen bekannten Gruppen hinauszuschauen.

Wir hoffen, für euch war die eine oder andere interessante Gruppe dabei. Falls ihr weitere Gruppen rund um den Amateurfunk kennt, lasst es uns wissen und teilt eure Erfahrungen gerne in den Kommentaren unter diesem Beitrag oder diskutiert mit uns in unserer Telegram- oder WhatsApp-Gruppe.

Team DL-Nordwest, Bernd DK5BS

Alles im Blick: Das WebView Dashboard von DL1BIR

Bis zu vier Funk-Anwendungen gleichzeitig in einem einzigen Browserfenster – und die gewünschte Ansicht quasi auf Knopfdruck. Das WebView Dashboard macht aus dem Browser eine übersichtliche Funkzentrale.

In Browsern wie Google Chrome lassen sich mehrere Tabs oder Fenster nebeneinander darstellen. Die im Folgenden vorgestellte Lösung geht jedoch einen Schritt weiter und ermöglicht die gleichzeitige Darstellung von bis zu vier Anwendungen, die sich quasi auf Knopfdruck aufrufen und anordnen lassen. Wie das funktioniert, lest ihr im Gastbeitrag von Uwe DL1BIR.

Mit diesem praktischen Tool von DL1BIR behältst du beim Funken garantiert den Überblick. Das WebView Dashboard wurde speziell dafür entwickelt, mehrere wichtige Weboberflächen gleichzeitig auf nur einem Bildschirm anzuzeigen, dabei kann man zwischen 2 und 4 Fenstern umschalten, um schnell eine größere Ansicht der ersten beiden Fenster zu haben.

Egal ob du die Modul-Übersicht von XLX-Reflektoren, Live-WebSDR-Frequenzen, Dashboard-Statusseiten oder Repeater-Listen im Blick behalten willst: Du kannst ganz flexibel zwischen einer 2-Fenster- oder 4-Fenster-Ansicht wechseln.

Funktionsumfang

  • 📌 Alles auf einen Blick: Kein lästiges Hin- und Herwechseln mehr zwischen unzähligen Browser-Tabs. Schnelle Umschaltung 2 oder 4 Fenster.
  • 💾 Savespace-Funktion: Nutze den Button „Speichern unter …“, um deine aktuell eingetragenen Links direkt in der Datei abzuspeichern. Ich lege die Datei gerne aus den Desktop ab, dann kann ich die morgens gleich aufrufen und habe alles Wichtige im Blick. Beim nächsten Öffnen lädt Windows sofort dein persönliches Setup!
  • ↗️ Flexibel: Sollte eine Webseite die eingebettete Ansicht einmal blockieren, lässt sie sich mit nur einem Klick auf den kleinen Pfeil blitzschnell in einem externen Tab öffnen.
  • ❔ Integrierte Hilfe: Du bist dir bei einer Funktion unsicher? Klicke einfach oben in der Leiste auf den „Hilfe“-Button, um direkt im Tool eine Kurzanleitung zu öffnen.

Download und Verwendung

Ladet euch die HTML-Datei einfach über den unten stehenden Downloadlink auf euren Computer herunter. Öffnet die Datei anschließend direkt vom Speicherort aus. Sie wird automatisch in dem von euch festgelegten Standardbrowser geöffnet.

DL-NW WebView Dashboard by DL1BIR
Größe: 30.1 kB
Version: v3

Unterstützung bei der Bedienung erhaltet ihr über den Hilfe-Button oben rechts. Hier könnt ihr auch eure eigenen relevanten URLs eintragen und das Dashboard ganz nach euren Bedürfnissen zusammenstellen. Habt ihr alle Einstellungen vorgenommen, könnt ihr eure angepasste HTML-Datei über den Button „Speichern unter …“ abspeichern.

Tipp: Soll das Dashboard bei jedem Öffnen des Browsers automatisch angezeigt werden, könnt ihr es in den Browsereinstellungen einfach als Startseite festlegen.

Unterstützung

Wenn es Verbesserungen gibt, oder Änderungswünsche, schreibt gerne eine E-Mail direkt an Uwe DL1BIR unter Rufzeichen (ät) darc.de.

Das Team DL-Nordwest dankt Uwe für seinen interessanten Beitrag.

Habt ihr Uwes Tool bereits getestet? Habt ihr weitere Ideen für Anwendungen? Schreibt eure Erfahrungen gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert sie mit uns in unserer Telegram- oder WhatsApp-Gruppe.

Team DL-Nordwest, Bernd DK5BS

Neues von der Tokyo Ham-Fair 2026

Auf der Tokyo Ham Fair vom 29. bis 30. August 2026 präsentierten ICOM und Kenwood ihre neuesten Funkgeräte. In diesem Beitrag stellen wir euch die Neuheiten kurz vor.

Wie immer nutzten die großen Hersteller die Tokyo Ham Fair, um einige ihrer Neuheiten vorzustellen. So zeigte Kenwood mit dem TM-D750E einen neuen Mobiltransceiver.

Auch Icom ließ sich nicht lumpen und präsentierte gleich zwei neue Modelle:

  • ID-5200 VHF/UHF
  • IC-7110 HF/VHF/UHF

Die drei neuen Funkgeräte möchten wir euch in diesem Beitrag kurz vorstellen.

KENWOOD TM-D750

Wie wir sehen, verfügt das Gerät über ein abgesetztes Bedienteil und bietet die Möglichkeit, sowohl über ein LAN-Kabel als auch über Bluetooth zu kommunizieren. Ferner besitzt der TM-D750E zwei unabhängige Empfänger für VHF (144–146 MHz) und UHF (432–440 MHz). Die maximale Sendeleistung beträgt auf beiden Bändern 50 Watt. Im Bedienteil ist zudem ein nach vorne abstrahlender 3-Watt-Lautsprecher verbaut.

Der Mikrofonanschluss befindet sich wieder am eigentlichen Funkgerät und nicht am Bedienteil. Das ist natürlich Geschmackssache: Einerseits muss dadurch ein zusätzliches Kabel verlegt werden, andererseits lässt sich der Mikrofonanschluss genau dorthin führen, wo man ihn im Fahrzeug haben möchte, ohne dass das Kabel unnötig stört.

Auf ein Touchdisplay verzichtet Kenwood. Stattdessen befinden sich rund um das Display Softtasten, deren jeweilige Funktion im Display angezeigt wird und sich je nach Betriebsart ändert.

Besonders hervorzuheben sind die umfangreichen APRS-Funktionen, die unter anderem durch das integrierte KISS-TNC ermöglicht werden. Bluetooth und WLAN sind ebenfalls bereits im Gerät integriert. Praktisch ist zudem, dass sowohl am Funkgerät als auch am Bedienteil jeweils ein USB-Anschluss und ein microSD-Kartensteckplatz vorhanden sind.

Ganz wichtig sind aus unserer Sicht natürlich die integrierten D-STAR-Funktionen. Neben dem normalen Funkbetrieb auf einer direkten Frequenz steht selbstverständlich auch der bekannte DR-Modus zur Verfügung, mit dem sich Relais und der gewünschte Raum schnell auswählen lassen.

Eine interessante Neuerung gegenüber dem Vorgängermodell ist der von Kenwood als DirectMode bezeichnete Betrieb. Er entspricht im Prinzip dem, was Icom als Terminal Mode bezeichnet: Das Funkgerät kann ohne D-STAR-Relais oder zusätzlichen Hotspot direkt über das Internet mit dem D-STAR-Netz verbunden werden.

Der neue Kenwood TM-D750E soll noch im September erhältlich sein. Mit einem angekündigten Preis von rund 1.200 Euro bewegt er sich allerdings eindeutig im Premiumsegment.

ICOM ID-5200

Gleich vorweg: Auch beim Nachfolger des ID-5100 setzt Icom wieder auf ein angenehm großes Display, das nun natürlich zeitgemäß in Farbe ausgeführt ist.

Am eigentlichen Funkgerät befinden sich zwei Lautsprecherausgänge. Diese können entweder getrennt für die beiden Bänder oder gemeinsam genutzt werden. Im abgesetzten Bedienteil selbst sind hingegen weder ein Lautsprecher noch eine Mikrofonbuchse verbaut.

Wie auch beim Kenwood stehen für die Vernetzung WLAN, Bluetooth und USB-C zur Verfügung. Die maximale Sendeleistung beträgt auch beim ID-5200 50 Watt.

Und wem diese 50 Watt einmal nicht ausreichen, um das gewünschte D-STAR-Relais zu erreichen, der kann auf den Terminal Mode zurückgreifen. Damit lässt sich das Gerät direkt über das Internet mit dem D-STAR-Netz verbinden und der gewünschte digitale Raum erreichen – ganz ohne ein lokales Relais oder einen zusätzlichen Hotspot.

Der ICOM ID-5200 soll ebenfalls noch im September erhältlich sein. Preislich wird er voraussichtlich bei etwa 870 Euro liegen.

ICOM IC-7110

So soll er also aussehen, der Nachfolger des IC-7100. Icom spendiert dem neuen IC-7110 ein angenehm großes Farbdisplay, das – wie bei Icom üblich – sehr übersichtlich und klar strukturiert aufgebaut ist. Auch hier sind Hauptgerät und Bedienteil voneinander getrennt.

Der IC-7110 kombiniert in der europäischen Version Kurzwelle, 50 MHz, 70 MHz, 144 MHz und 430 MHz in einem Allmode-Transceiver. Auch beim neuen Modell ist der gleichzeitige Empfang auf zwei unterschiedlichen Bändern möglich.

Bei der Sendeleistung stehen auf HF, 50 MHz und 70 MHz bis zu 100 Watt zur Verfügung, auf VHF und UHF bis zu 50 Watt. Bluetooth, WLAN und USB-Anschlussmöglichkeiten gehören ebenfalls zur Ausstattung.

Natürlich gehört D-STAR auch hier weiterhin fest zum Funktionsumfang. Unterstützt werden unter anderem der DR-Modus, Terminal- und Access-Point-Modus sowie die Überwachung von DV-Repeatern. Bilder lassen sich laut Icom direkt über das Funkgerät senden, empfangen und auf dem Display anzeigen – beispielsweise bei einer Verbindung über XLX421E.

Bei einem modernen Transceiver mit einer derart umfangreichen Ausstattung wäre natürlich ein integrierter Antennentuner wünschenswert gewesen. Leider hat Icom hier gegenüber dem Vorgängermodell nicht nachgelegt – auch der IC-7110 besitzt keinen eingebauten Antennentuner.

Übrigens wurde das Gerät zunächst als Konzeptmodell X-026 vorgestellt. Dabei handelt es sich also nicht um ein weiteres Modell, sondern um den IC-7110.

Über Liefertermin und Preis schweigt sich Icom derzeit noch aus. Lassen wir uns also überraschen.

Fazit

Bei allen hier vorgestellten Geräten gilt zu beachten, dass es sich um Vorserienmodelle handelt. Bis zur endgültigen Auslieferung können sich daher einzelne Ausstattungsmerkmale, Funktionen oder technische Daten noch ändern.

Was haltet ihr von den neuen Geräten. Schreibt eure Meinungen gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert sie mit uns in unserer Telegram- oder WhatsApp-Gruppe.

Team DL-Nordwest, Bernd DK5BS

Die 58. DNAT – ein Rückblick auf vier Tage voller Eindrücke

Vom 27. bis 30. August 2026 stand die 58. DNAT wieder ganz im Zeichen von Begegnung und Austausch. Wir blicken zurück auf vier abwechslungsreiche Tage voller Gespräche, Eindrücke und gemeinsamer Erlebnisse.

Die DNAT ist ein viertägiges HAM-Fest an dem sich  Funkamateure begegnen. Neben dem Amateurfunkflohmarkt bietet die DNAT die Gelegenheit auf zahlreichen Veranstaltungen Funkfreunde (wieder) zu treffen. Jeder ist herzlich eingeladen und für Nicht-Funkamateure lohnt sich am Samstag, den 29. August der Besuch des großen internationalen Flohmarkts im Schlosspark. (Quelle: DNAT-HP)

Wer konnte, der kam natürlich etwas früher, um vorab schon einige Tage in gemütlicher Runde zu verbringen.

Bei der eigentlichen Veranstaltung gab es wie immer einige interessante Termine zu beachten:

  • DOK-Börse
  • WWFF und COTA Präsentation durch Florian Pavlik DL8ECA
  • Felix Ries DL5XL: Amateurfunk in der Polarforschung
  • TX5EU Präsentation von Ron PA3EWP (EUDXF)
  • Jahreshauptversammlung der EUDXF

Der eigentliche Amateurfunk Flohmarkt war übrigens auch sehr gut besucht und die 5 € Eintritt sind in der heutigen Zeit auch vertretbar.

Und auch im Außenbereich waren noch einige Anbieter mit ihren Waren vertreten.

Mein persönliches Fazit zu dieser Veranstaltung fällt durchaus positiv aus. Da ja viele Funkamateure ihre Rufzeichen irgendwo auf Mütze oder T-Shirt tragen, konnte man doch einige Leute direkt ansprechen, die man sonst nur von QSO’s per Funk kannte. So nebenbei gab es natürlich für die nicht Amateurfunk begeisterten im Schloßpark wieder den großen internationalen Flohmarkt, bei dem auch wieder weit über 10.000 Besucher anwesend waren.

Ihr habt noch keinen Bericht über eine Veranstaltung bei euch vor Ort geschrieben? Dann aber sofort ran an die Tastatur. Schreibt eure Erfahrungen gerne auch in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert sie mit uns in unserer Telegram- oder WhatsApp-Gruppe.

Team DL-Nordwest, Bernd DK5BS