Neues von der Tokyo Ham-Fair 2026

Auf der Tokyo Ham Fair vom 29. bis 30. August 2026 präsentierten ICOM und Kenwood ihre neuesten Funkgeräte. In diesem Beitrag stellen wir euch die Neuheiten kurz vor.

Wie immer nutzten die großen Hersteller die Tokyo Ham Fair, um einige ihrer Neuheiten vorzustellen. So zeigte Kenwood mit dem TM-D750E einen neuen Mobiltransceiver.

Auch Icom ließ sich nicht lumpen und präsentierte gleich zwei neue Modelle:

  • ID-5200 VHF/UHF
  • IC-7110 HF/VHF/UHF

Die drei neuen Funkgeräte möchten wir euch in diesem Beitrag kurz vorstellen.

KENWOOD TM-D750

Wie wir sehen, verfügt das Gerät über ein abgesetztes Bedienteil und bietet die Möglichkeit, sowohl über ein LAN-Kabel als auch über Bluetooth zu kommunizieren. Ferner besitzt der TM-D750E zwei unabhängige Empfänger für VHF (144–146 MHz) und UHF (432–440 MHz). Die maximale Sendeleistung beträgt auf beiden Bändern 50 Watt. Im Bedienteil ist zudem ein nach vorne abstrahlender 3-Watt-Lautsprecher verbaut.

Der Mikrofonanschluss befindet sich wieder am eigentlichen Funkgerät und nicht am Bedienteil. Das ist natürlich Geschmackssache: Einerseits muss dadurch ein zusätzliches Kabel verlegt werden, andererseits lässt sich der Mikrofonanschluss genau dorthin führen, wo man ihn im Fahrzeug haben möchte, ohne dass das Kabel unnötig stört.

Auf ein Touchdisplay verzichtet Kenwood. Stattdessen befinden sich rund um das Display Softtasten, deren jeweilige Funktion im Display angezeigt wird und sich je nach Betriebsart ändert.

Besonders hervorzuheben sind die umfangreichen APRS-Funktionen, die unter anderem durch das integrierte KISS-TNC ermöglicht werden. Bluetooth und WLAN sind ebenfalls bereits im Gerät integriert. Praktisch ist zudem, dass sowohl am Funkgerät als auch am Bedienteil jeweils ein USB-Anschluss und ein microSD-Kartensteckplatz vorhanden sind.

Ganz wichtig sind aus unserer Sicht natürlich die integrierten D-STAR-Funktionen. Neben dem normalen Funkbetrieb auf einer direkten Frequenz steht selbstverständlich auch der bekannte DR-Modus zur Verfügung, mit dem sich Relais und der gewünschte Raum schnell auswählen lassen.

Eine interessante Neuerung gegenüber dem Vorgängermodell ist der von Kenwood als DirectMode bezeichnete Betrieb. Er entspricht im Prinzip dem, was Icom als Terminal Mode bezeichnet: Das Funkgerät kann ohne D-STAR-Relais oder zusätzlichen Hotspot direkt über das Internet mit dem D-STAR-Netz verbunden werden.

Der neue Kenwood TM-D750E soll noch im September erhältlich sein. Mit einem angekündigten Preis von rund 1.200 Euro bewegt er sich allerdings eindeutig im Premiumsegment.

ICOM ID-5200

Gleich vorweg: Auch beim Nachfolger des ID-5100 setzt Icom wieder auf ein angenehm großes Display, das nun natürlich zeitgemäß in Farbe ausgeführt ist.

Am eigentlichen Funkgerät befinden sich zwei Lautsprecherausgänge. Diese können entweder getrennt für die beiden Bänder oder gemeinsam genutzt werden. Im abgesetzten Bedienteil selbst sind hingegen weder ein Lautsprecher noch eine Mikrofonbuchse verbaut.

Wie auch beim Kenwood stehen für die Vernetzung WLAN, Bluetooth und USB-C zur Verfügung. Die maximale Sendeleistung beträgt auch beim ID-5200 50 Watt.

Und wem diese 50 Watt einmal nicht ausreichen, um das gewünschte D-STAR-Relais zu erreichen, der kann auf den Terminal Mode zurückgreifen. Damit lässt sich das Gerät direkt über das Internet mit dem D-STAR-Netz verbinden und der gewünschte digitale Raum erreichen – ganz ohne ein lokales Relais oder einen zusätzlichen Hotspot.

Der ICOM ID-5200 soll ebenfalls noch im September erhältlich sein. Preislich wird er voraussichtlich bei etwa 870 Euro liegen.

ICOM IC-7110

So soll er also aussehen, der Nachfolger des IC-7100. Icom spendiert dem neuen IC-7110 ein angenehm großes Farbdisplay, das – wie bei Icom üblich – sehr übersichtlich und klar strukturiert aufgebaut ist. Auch hier sind Hauptgerät und Bedienteil voneinander getrennt.

Der IC-7110 kombiniert in der europäischen Version Kurzwelle, 50 MHz, 70 MHz, 144 MHz und 430 MHz in einem Allmode-Transceiver. Auch beim neuen Modell ist der gleichzeitige Empfang auf zwei unterschiedlichen Bändern möglich.

Bei der Sendeleistung stehen auf HF, 50 MHz und 70 MHz bis zu 100 Watt zur Verfügung, auf VHF und UHF bis zu 50 Watt. Bluetooth, WLAN und USB-Anschlussmöglichkeiten gehören ebenfalls zur Ausstattung.

Natürlich gehört D-STAR auch hier weiterhin fest zum Funktionsumfang. Unterstützt werden unter anderem der DR-Modus, Terminal- und Access-Point-Modus sowie die Überwachung von DV-Repeatern. Bilder lassen sich laut Icom direkt über das Funkgerät senden, empfangen und auf dem Display anzeigen – beispielsweise bei einer Verbindung über XLX421E.

Bei einem modernen Transceiver mit einer derart umfangreichen Ausstattung wäre natürlich ein integrierter Antennentuner wünschenswert gewesen. Leider hat Icom hier gegenüber dem Vorgängermodell nicht nachgelegt – auch der IC-7110 besitzt keinen eingebauten Antennentuner.

Übrigens wurde das Gerät zunächst als Konzeptmodell X-026 vorgestellt. Dabei handelt es sich also nicht um ein weiteres Modell, sondern um den IC-7110.

Über Liefertermin und Preis schweigt sich Icom derzeit noch aus. Lassen wir uns also überraschen.

Fazit

Bei allen hier vorgestellten Geräten gilt zu beachten, dass es sich um Vorserienmodelle handelt. Bis zur endgültigen Auslieferung können sich daher einzelne Ausstattungsmerkmale, Funktionen oder technische Daten noch ändern.

Was haltet ihr von den neuen Geräten. Schreibt eure Meinungen gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert sie mit uns in unserer Telegram- oder WhatsApp-Gruppe.

Team DL-Nordwest, Bernd DK5BS


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ICOM ID-5200: Erstes offizielles Video und analoges APRS

Pünktlich zur Hamvention 2026 hat ICOM ein Vorstellungsvideo zum neuen ID-5200 VHF/UHF-Mobiltransceiver veröffentlicht. Wir fassen die wichtigsten bisher bekannten Informationen und Neuerungen für euch zusammen.

Bereits im August letzten Jahres hatten wir über ICOMs neuen Dualband-Mobiltransceiver berichtet. Pünktlich zur Hamvention 2026 wurden nun weitere Details bekannt und erstmals ein offizielles Vorstellungsvideo veröffentlicht. Unseren vorherigen Beitrag zum ID-5200 findet ihr hier:

Bevor wir euch das Video und die darin genannten Funktionen kurz zusammenfassen, gleich vorab die wohl wichtigste Neuerung.

Erstmals analoges APRS bei ICOM

Erstmals bei einem ICOM-Mobiltransceiver soll künftig auch analoges APRS unterstützt werden. Während analoges APRS bei anderen Herstellern längst zum Standard gehört, hatte sich ICOM bislang konsequent auf D-PRS innerhalb des D-STAR-Ökosystems beschränkt und auf die Integration von APRS verzichtet.

Woher der plötzliche Sinneswandel kommt, darüber können wir aktuell nur spekulieren. Wir gehen jedoch davon aus, dass der ebenfalls angekündigte Kenwood TM-D750 dabei eine Rolle spielen könnte. Dieser bietet nämlich ebenfalls D-STAR sowie analoges APRS und richtet sich damit offenbar an die gleiche Zielgruppe.

Wichtig dabei: Die APRS-Funktion soll laut ICOM nicht direkt zum Verkaufsstart verfügbar sein, sondern erst später per kostenlosem Firmware-Update nachgereicht werden.

Weiterer Funktionsumfang

In dem rund acht Minuten langen Video, das sowohl in englischer als auch japanischer Sprache verfügbar ist, geht ICOM ausführlich auf den Funktionsumfang des neuen Mobilgerätes ein.

Zu den wichtigsten bislang bekannten Funktionen gehören unter anderem:

  • 4,3 Zoll großes Farb-Touchdisplay
  • Bandscope und Wasserfall-Darstellung
  • Gleichzeitiger Dual-Empfang (auch DV/DV), besonders interessant für den Betrieb über Amateurfunksatelliten
  • Integriertes WLAN und Bluetooth
  • Terminal- und Access-Point-Mode
  • DV-Repeater-Monitor
  • Integrierter GNSS-Empfänger
  • Airband-Empfang
  • USB-C-Anschluss
  • microSD-Kartenslot
  • Bildübertragung direkt über das Funkgerät
  • Umfangreiche Speicher- und Scanfunktionen

ICOM bleibt dem bereits vom ID-5100 bekannten Bedienkonzept weitgehend treu, modernisiert jedoch die Benutzeroberfläche deutlich.

Das entsprechende Video findet ihr hier:

Verfügbarkeit und Preis

Ab wann der neue Mobiltransceiver hierzulande verfügbar sein wird und zu welchem Preis er angeboten werden soll, stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Beitrages noch nicht fest. Sobald wir hierzu weitere Informationen haben, voraussichtlich zur diesjährigen Tokyo Ham Fair im August, werden wir natürlich darüber berichten.

Fazit

Spannend dürfte vor allem werden, wann Kenwood und ICOM ihre neuen Geräte tatsächlich veröffentlichen und wie sich beide Mobiltransceiver im direkten Vergleich schlagen werden. Sowohl optisch als auch beim Funktionsumfang und vermutlich auch preislich scheinen sich beide Geräte in eine sehr ähnliche Richtung zu bewegen.

Interessiert euch eines der Geräte? Welche Funktionen würdet ihr euch zusätzlich noch wünschen? Schreibt eure Erfahrungen gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert sie mit uns in unserer Telegram- oder WhatsApp-Gruppe.

Team DL-Nordwest, Stephan 9V1LH/DG1BGS


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System Fusion III – YAESU präsentiert den DR-3X

YAESU kündigt zur Hamvention 2026 mit System Fusion III die nächste Generation seines digitalen C4FM-Systems an. Gleichzeitig werden mit DR-3XV und DR-3XU neue Relais-Hardware vorgestellt.

Es ist fast schon zur Tradition geworden, dass YAESU seine Produktneuheiten jährlich auf der Hamvention in Xenia, Ohio (USA) präsentiert. Und ebenso traditionell lässt der japanische Hersteller bereits einige Tage vorher erste Informationen durchsickern.

Während im vergangenen Jahr mit dem FTX-1 Field und OPTIMA vor allem portable Kommunikation im Fokus stand, präsentiert YAESU 2026 gleich zwei neue Relais sowie die Einführung von YAESU System Fusion III.

Auf dem YouTube-Kanal „Yaesu USA Official“ hat John Kruk N9UPC die dritte Generation von YAESU System Fusion bereits angeteasert. Die wichtigste Nachricht dabei: Auch bestehende C4FM-fähige Funkgeräte sollen künftig mit System Fusion III kompatibel sein – wenn auch möglicherweise nicht mit allen neuen Funktionen der dritten Generation.

Neue Relais-Hardware: DR-3XV und DR-3XU

Neben System Fusion III präsentiert YAESU mit dem DR-3XV und DR-3XU auch eine komplett neue Relais-Hardware. Während die ersten beiden Generationen intern noch auf modifizierten FTM-400 Mobilgeräten basierten, setzt YAESU nun auf eine vollständig neue Hardware-Architektur. Der wohl wichtigste Unterschied: Die neuen Relais sind nicht mehr dualbandfähig im Sendebetrieb. Stattdessen muss man sich bereits beim Kauf für die VHF-Variante (DR-3XV) oder die UHF-Variante (DR-3XU) entscheiden.

Dauerbetrieb mit bis zu 85 W Ausgangsleistung

Dafür bietet das neue Konzept deutlich mehr Leistung und erstmals einen 100% Duty Cycle. Im 2-m-Band sind damit dauerhaft bis zu 85 W möglich, im 70-cm-Band bis zu 65 W.

YAESU DR-3XV und DR-3XU mit neuer Hardware-Plattform und 100 % Duty Cycle

Wie bereits das DR-2X verfügt auch die neue Generation über zwei voneinander getrennte Empfänger. Beide Modelle können weiterhin sowohl im 2-m- als auch im 70-cm-Band empfangen.

Ebenfalls weiterhin an Bord ist AMS (Automatic Mode Select), also die automatische Erkennung, ob es sich bei einem Signal um analoges FM oder digitale C4FM-Übertragung handelt.

ASP reduziert Rauschen und hebt Sprache hervor

Neu hinzu kommt unter anderem die ASP-Funktion (Audio Signal Processor). Diese soll analoge FM-Audiosignale schwacher Stationen in Echtzeit aufbereiten und verständlicher machen. Laut YAESU werden dabei insbesondere Rauschanteile reduziert und Sprachanteile hervorgehoben.

IES umgeht gestörte Eingabefrequenzen automatisch

Besonders interessant klingt zudem das neue IES („Interference Evasion System“). Erkennt das Relais Störungen oder Interferenzen auf der Eingabefrequenz, kann diese automatisch deaktiviert werden. Gleichzeitig informiert das Relais kompatible YAESU-Geräte auf der Ausgabe darüber, dass sich das System im „Evasion Mode“ befindet. Mitgliederstationen wechseln anschließend automatisch auf eine alternative, dem Störer unbekannte Eingabefrequenz. Sobald die Störung verschwindet, schaltet das DR-3X wieder in den normalen Betriebsmodus zurück.

Darüber hinaus sind bislang noch nicht viele technische Details bekannt. Auffällig auf der Frontplatte sind jedoch bereits ein USB-Typ-C-Anschluss sowie ein SD-Karten-Slot.

Den Podcast in voller Länge und englischer Sprache könnt ihr euch hier ansehen: youtube.com/watch?v=F9caD5NX7VM

Sobald weitere Informationen bekannt werden, werden wir diese natürlich hier mit euch teilen.

Betreibt ihr selbst bereits ein YAESU DR-1X oder DR-2X Relais? Welche zusätzlichen Funktionen würdet ihr euch für System Fusion III und das neue DR-3X wünschen? Schreibt eure Erfahrungen gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert sie mit uns in unserer Telegram- oder WhatsApp-Gruppe.

Team DL-Nordwest, Stephan 9V1LH/DG1BGS


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ICOM X-026: Neuer Mobil-Allrounder

ICOM teasert in einem Video den X-026 – ein möglicher neuer HF/50/2/70 Mobiltransceiver. Könnte das der Nachfolger des IC-7100 oder IC-7000 sein?

ICOM Japan hat am 20. April über seinen offiziellen X-Account einen ersten Teaser zum neuen Konzeptgerät X-026 veröffentlicht. Auf der Dayton Hamvention 2026 (15.–17. Mai) soll ein Mock-up gezeigt werden. Bereits auf der Hamvention 2024 hatte ICOM ein ähnliches Vorgehen gewählt: In einer Glasvitrine wurden damals erste Leiterplatten unter der Projektbezeichnung X60 präsentiert. Aus dem Mock-up ging später der IC-7760 hervor.

Ein kurzes Teaservideo liefert bereits spannende Hinweise: Zu sehen ist ein modulares Design mit getrenntem Bedienteil und Hauptgerät. Das Bedienteil verfügt über ein zentrales Display mit mehreren Drehreglern. Vermutlich kommt wie beim ID-5200 auch hier ein farbiges LCD zum Einsatz.

ICOM X-026: Silhouette eines Mobilgeräts mit separatem Bedienteil

Die gezeigte Fahrzeugszene liefert weitere Hinweise: Eine kurze Antenne nahe der Fahrerseite deutet auf den Betrieb im 2 m- und 70 cm-Band (UKW) hin, während eine deutlich längere Antenne an der Heckklappe typisch für Kurzwelle bzw. 50 MHz ist. Das spricht klar für einen Allband-/Allmode-Mobiltransceiver von HF bis UHF.

Fahrzeugszene aus dem Teaser: 2 m/70 cm Antenne an der Fahrerseite, HF/50 MHz Antenne an der Heckklappe

Wie bei aktuellen ICOM-Transceivern zu erwarten, dürfte auch dieses Gerät D-STAR unterstützen. Ebenso naheliegend sind ein integriertes GPS-Modul sowie Bluetooth, etwa zur drahtlosen Anbindung einer Freisprecheinrichtung.

In der Amateurfunk-Szene wird bereits intensiv spekuliert, ob es sich um einen Nachfolger des IC-7100 oder sogar eine moderne Neuinterpretation des IC-7000 handeln könnte.

ICOM IC-7000: HF/50/144/430 MHz Allmode-Mobiltransceiver (2005–2017)
ICOM IC-7100: HF/50/144/430 MHz Allmode-Mobiltransceiver (2013–2025)

Bei der im Titelbild gezeigten Abbildung handelt es sich um eine KI-generierte Darstellung. Wir berichten auf DL-Nordwest, sobald weitere Informationen verfügbar sind.

Seid ihr neugierig, was sich hinter dem X-026 wirklich verbirgt? Schreibt eure Meinung gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert sie mit uns in unserer Telegram- oder WhatsApp-Gruppe.

Team DL-Nordwest, Stephan 9V1LH/DG1BGS


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Kenwood TM-D750: Bedienungsanleitung und Spezifikationen verfügbar

Eine erste englischsprachige Bedienungsanleitung zum Kenwood TM-D750 ist verfügbar. Wir fassen die wichtigsten Inhalte und Produktfeatures kompakt zusammen.

Nach längerer Pause gibt es endlich wieder Neuigkeiten rund um das neue JVC Kenwood D-Star- und APRS-Mobilgerät TM-D750. Anlass dafür ist die Veröffentlichung erster offizieller Unterlagen, darunter eine Bedienungsanleitung sowie technische Spezifikationen.

Hintergrund ist eine kürzlich erfolgte FCC-Zulassung des Geräts in den USA. Die FCC (Federal Communications Commission) ist die dort zuständige Regulierungsbehörde für Funk- und Telekommunikationstechnik, vergleichbar mit der CE-Kennzeichnung in Europa. Auch wenn diese Zulassung für den Betrieb in Deutschland keine direkte Bedeutung hat, werden im Rahmen dieses Verfahrens häufig umfangreiche technische Dokumente öffentlich zugänglich gemacht.

So finden sich dort neben externen Gerätefotos und Angaben zur Kennzeichnung nun auch erstmals eine englischsprachigen Bedienungsanleitung des TM-D750. Diese erlaubt einen ersten Blick auf die Spezifikationen, den Lieferumfang, die Menüstruktur und die Verwendung von Basisfunktionen des neuen Mobilgeräts, auf die wir im weiteren Verlauf dieses Beitrags näher eingehen.

Modellvarianten und Produktfeatures des TM-D750

Zunächst wird in der Bedienungsanleitung noch einmal klar herausgestellt, worin sich die verschiedenen Modellvarianten unterscheiden. Beim amerikanischen Modell mit der Endbezeichnung A, also dem TM-D750A, handelt es sich um einen Tri-Bander, der zusätzlich auch das 220-MHz-Band unterstützt.
In Europa, Modellbezeichnung TM-D750E, müssen wir uns hingegen auf 144 und 430 MHz beschränken.

Als Produktfeatures nennt die Bedienungsanleitung unter anderem:

  • APRS, auch mit Digipeater-Funktion
  • D-STAR: Gleichzeitiger Empfang von zwei D-STAR-Signalen, Direct Mode, Repeater Monitor sowie Reflector und Repeater Terminal Mode
  • Integrierter GNSS-Empfänger, unterstützt GPS, Galileo und QZSS (Japan)
  • Farb-LCD-Display
  • Gleichzeitiger Empfang von zwei Signalen (V×U, U×V, U×U) + Air-Band
  • Integrierter Lautsprecher im Bedienteil
  • Visual Scan und Wasserfall-Darstellung
  • Sprachverarbeitung mittels DSP
  • Integriertes Bluetooth (5.0, SPP und HSP)
  • Integriertes WLAN (2,4 und 5 GHz)
  • microSD-Speicherkarten-Unterstützung (2 bis max. 32 GB)
  • Akkuladen und Datenübertragung über USB Typ-C
  • 1.000 Speicherkanäle, 1.500 Repeaterlisten und 30 Hotspot-Listen
  • Dreistufig wählbare Sendeleistung (5 / 10 / 50 W)

Dabei fällt unter anderem auf, dass beim Punkt gleichzeitiger Empfang die Option V×V, also der parallele Empfang auf beiden VHF-Bändern, nicht aufgeführt ist.

Ebenfalls interessant ist der Hinweis auf das Akkuladen über USB-C. Dieser dürfte sich weniger auf das Funkgerät selbst beziehen, da das Mobilgerät kaum über einen integrierten Akku verfügen dürfte. Wahrscheinlicher ist, dass sich darüber externe Geräte wie etwa ein Smartphone entweder am Bedienteil und/oder an der HF-Einheit laden lassen.

Lieferumfang

Laut Bedienungsanleitung gehören folgende Komponenten zum Lieferumfang des TM-D750:

  • ein Handsprechmikrofon MC-62 inklusive Halterung
  • ein 12-V-DC-Stromkabel mit jeweils 20-A-Inline-Sicherung in Plus- und Minusleitung sowie Ersatzsicherung
  • das Anschlusskabel für das Bedienteil
  • Montagewinkel für HF-Einheit und Bedienteil inklusive passender Schrauben
  • eine gedruckte Bedienungsanleitung
  • eine Garantiekarte

Alternativ zur mitgelieferten Halterung kann das Bedienteil außerdem auf handelsüblichen Fotostativen montiert werden, was zusätzliche Flexibilität bei der Installation ermöglicht.

Montage auf einem Fotostativ über das 1/4-Zoll-Gewinde an der Unterseite der Bedieneinheit

Audio, Systemfunktionen und Bedienkonzept

Interessant ist auch die Sprachaufbereitung mittels DSP. Ob sich diese ausschließlich auf die eigene Aussendung bezieht oder auch auf das empfangene Signal wirkt, vergleichbar mit dem von Yaesu beworbenen ASP (Audio Signal Processing), muss sich allerdings erst noch zeigen. In der aktuellen Bedienungsanleitung finden sich hierzu bislang keine weiteren Hinweise.

Die Systemzeit des Geräts kann wahlweise automatisch über GPS oder über einen NTP-Server im Internet aktualisiert werden, sofern eine WLAN-Verbindung besteht.

Das Menüsystem präsentiert sich sehr umfangreich, gleichzeitig aber klar strukturiert. Es ist in die Bereiche TX/RX, Memory, Audio, GPS, APRS, Digital (D-STAR), IP Network, SD Card und Configuration unterteilt. Sämtliche Menü- und Untermenüpunkte lassen sich zudem direkt über ihre dreistellige Menünummer aufrufen, sofern diese bekannt ist.

Technische Spezifikationen

Im hinteren Teil der Bedienungsanleitung sind die Spezifikationen des TM-D750E in der üblichen Tabellenform aufgeführt und geben einen kompakten Überblick über die technischen Eckdaten des Geräts.

Weniger erfreulich für Nutzer von iOS-Geräten: Das Funkgerät unterstützt offenbar kein Bluetooth Low Energy (BLE) und ist damit nicht für Steuerungs- oder Konfigurationsaufgaben mit iPhone oder iPad geeignet!

Bei der WLAN-Anbindung zeigt sich das TM-D750 etwas flexibler. Neben 2,4 GHz wird auch das 5-GHz-Band unterstützt. Zum Einsatz kommen jedoch ausschließlich WLAN-5-Standards (802.11 a/b/g/n/ac). WLAN 6 (802.11ax) und WLAN 7 (802.11be), jeweils im 2,4- und 5-GHz-Band, werden nicht unterstützt.

Fazit und Ausblick

Mit der nun verfügbaren Bedienungsanleitung lassen sich erstmals viele Details und Produktfeatures des JVC Kenwood TM-D750 nachvollziehen. Auch wenn noch nicht alle Funktionen abschließend bewertet werden können, bietet die Anleitung bereits einen guten Einblick in Konzept, Ausstattung und Bedienung des neuen D-STAR- und APRS-Mobilgeräts.

Wer sich selbst einen Eindruck verschaffen möchte, kann die Bedienungsanleitung über unsere Kenwood TM-D750-Seite im Download-Bereich herunterladen.

Screenshot von dl-nordwest.com

Downloads zum KENWOOD TM-D750E

Sobald eine ausführliche Bedienungsanleitung, ein konkreter Preis sowie ein erstes Lieferdatum für den europäischen Markt bekannt sind, werden wir darüber selbstverständlich weiter berichten.

Wie ist euer erster Eindruck vom TM-D750? Habt ihr in der Bedienungsanleitung weitere Details entdeckt? Schreibt es gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert mit uns in unserer Telegram- oder WhatsApp-Gruppe.

Team DL-Nordwest, Stephan 9V1LH/DG1BGS


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Terminal Mode mit dem ICOM IC-705

Mit ICOM-Geräten der jüngsten Generation ist die Teilnahme am Funkgeschehen auch ohne HF-Abstrahlung möglich und zwar direkt über das Internet. In seinem Gastbeitrag zeigt Peter DH8BAT am Beispiel des ICOM IC-705, wie das in der Praxis funktioniert.

Wer einen ICOM IC-9700, IC-705, IC-905, ID-4100 oder eines der Handfunkgeräte ID-50 oder ID-52 sein Eigen nennt, hat sicherlich schon gehört oder gelesen, dass sich diese Transceiver als Terminal oder Repeater (Hotspot) für den Einstieg ins D-STAR-Netz nutzen lassen.

Bei den Transceivern mit integriertem Netzwerkinterface, also dem IC-9700 mit LAN sowie dem IC-705 und IC-905 mit WLAN, funktioniert dies direkt am Gerät. Bei dem Handfunkgerät ID-52 Plus kann die Verbindung via Bluetooth erfolgen, während beim ID-50 und ID-4100 eine Anbindung über das Programmierkabel möglich ist. In diesen Fällen werden zusätzlich ein Computer oder Smartphone sowie eine Software wie RS-MS3, Doozy, QnetGateway oder DStarRepeater benötigt.

Peter DH8BAT hat sich mit seinem IC-705 näher mit dem Thema befasst und einen Bericht darüber geschrieben. Wir freuen uns, diesen Gastbeitrag am Beispiel von DL-Nordwest hier veröffentlichen zu können.

Terminal Mode: „Funken über WLAN“ mit dem IC-705  (IC-9700 über LAN)

Bevor ihr gleich anfangt alles zu verstellen, empfehle ich Über die Taste
MENU > SET > SD-Card > Save-Settings

Eure bisherigen Einstellungen zu sichern!

Nun geht es los:

CALL/DR > 1 Sek. drücken

TO drücken, ganz runter scrollen: Direkt Input (RPT) auswählen.
Dann:  /XLX421D  eingeben, mit ENT bestätigen.
(Statt D gehen natürlich auch andere Module von A-Z)

FROM (normalerweise der Einstiegs Repeater) ändert man für den Terminal-Mode folgendermaßen:

Taste „MENU“ > „DV GW“ > „Terminal Mode“

(Um später mal wieder normal über die Antenne zu funken muss man dann:
„MENUE“ > „DV GW“ > „Normal Mode“ auswählen!)

Vor der erstmaligen Benutzung Bitte folgendes überprüfen bzw. einstellen:

Taste „MENU“ > „DV GW“ > „internal Gateway (WLAN)

Ich gehe davon aus, das der IC705 bereits mit eurem WLAN zuhause verbunden ist!
Für eine dauernde Nutzung macht es Sinn in Eurem Router das Häkchen zu setzen:
„diesem Gerät immer die selbe IP zuweisen“
Und anschließend eine Portweiterleitung (Port 40000 UDP > IC705) einzurichten.

NUR wenn das nicht möglich ist (Hotel Wlan etc.) schaltet ihr die Option:

Taste „MENU“ > „DV GW“ > „internal Gateway Setting“ > UDP Hole Punch ON
Ob man mit dieser Funktion dauerhaft standby bleiben kann, oder irgendwann
die Verbindung verliert kann je nach Internet Zugang verschieden sein!

Taste „MENU“ > „DV GW“ > „internal Gateway Setting“ > Gateway Repeater (Server…) > dl-nordwest.com
(Wenn ihr andere Server , zB. DCS001 , connecten wollt, müsst ihr hier die dazugehörige Domain eintragen!)

Taste“MENU“ > „DV GW“ > „internal Gateway Setting“ > „Terminal/AP Call Sign“

Das Gateway Rufzeichen des eigenen Terminals muss immer 8 Zeichen ergeben, also z.B. „DH8BAT T“. Bitte verwendet auch das „T“ in diesem Fall, dann ist erkennbar das ihr im Terminal Modus arbeitet.

Der Gateway Typ muss auf „Global“ stehen

Anmerkung: FT8 mit der Android APP „FT8CN“ (nur bei Github zu bekommen!)
funktionierte auch anschließend mit meinem IC9700 noch 😉

An dieser Stelle schließt Peters Bericht über den Terminal Mode. Vielen Dank für den interessanten Einblick. In einem späteren Beitrag zeigen wir euch das Vorgehen auch an anderen Geräten.

Wer von euch hat den ICOM Terminal Mode bereits getestet? Welche Geräte kommen bei euch zum Einsatz und welche Software verwendet ihr? Schreibt eure Erfahrungen gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert sie mit uns in unserer Telegram- oder WhatsApp-Gruppe.

Team DL-Nordwest, Bernd DK5BS


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LinHT Update 11/25 – Open-Source-Handfunkgerät mit Zukunftspotenzial

Das LinHT-Projekt macht große Fortschritte. In diesem Update fassen wir die wichtigsten Neuerungen für euch zusammen.

Seit unserem Beitrag über das LinHT – Open-Source-Handfunkgerät mit Zukunftspotenzial, hat das Entwicklerteam, allen voran Andreas OE3ANC, Vlastimil OK5VAS und Wojciech SP5WWP, weiter intensiv gearbeitet. Die wichtigsten Neuerungen fassen wir euch hier zusammen.

Wer unseren ursprünglichen Beitrag noch nicht gelesen hat, dem empfehlen wir ihn als Einstiegsliteratur, ihr findet ihn hier.

M17 jetzt direkt nutzbar

Das LinHT beherrscht nun M17 out of the box, sowohl auf Empfangs- als auch auf Sendeseite. Anders als bei den ersten Prototypen müssen dafür keine Befehle mehr per SSH-Terminal eingegeben werden.
Einfach einschalten, und nach dem Booten ist man sofort in M17 QRV.

Das M17-Entwicklerteam weist jedoch darauf hin, dass insbesondere im Empfangszweig weiterhin Optimierungspotenzial besteht. Bereits in Arbeit ist die Hardware-Revision B, die unter anderem einen variablen HF-Abschwächer vor dem verwendeten SX1255 vorsieht, um diesen besser vor Übersteuerung zu schützen.

Wer tiefer in die Technik einsteigen möchte, findet alle Details in den aktuellen Blogbeiträgen der M17 Foundation. Ein Demo-Video soll dort ebenfalls in Kürze verfügbar sein. Die Beiträge findet ihr hier und hier.

M17-Protokoll aktualisiert

Auch am Protokoll selbst wurde gearbeitet. Die neue Version 3.0.0 (draft) bringt strukturelle Änderungen mit sich:

  • Das TYPE-Feld wurde vollständig neu organisiert, inklusive der Entfernung des Packet/Stream-Bits.
  • Textnachrichten werden nun anders über das META-Feld übertragen, und Padding-Bytes sind auf 0x00 gesetzt.
  • Zusätzlich wurde ein neuer Pakettyp für TLE-Daten ergänzt.

Weitere Details findet ihr hier.

Wir halten euch bei DL-Nordwest selbstverständlich über alle weiteren Entwicklungen rund um M17 und das LinHT auf dem Laufenden.

Was haltet ihr von den aktuellen Fortschritten beim LinHT? Schreibt eure Erfahrungen gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert sie mit uns in unserer Telegram- oder WhatsApp-Gruppe.

Team DL-Nordwest, Stephan 9V1LH/DG1BGS


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LinHT – Open-Source-Handfunkgerät mit Zukunftspotenzial

LinHT ist ein frei programmierbares Handfunkgerät, das den Amateurfunk neu denken will. Mit Linux-Betriebssystem und offener Hardware bringt es Spielraum für eigene Ideen und neue Betriebsarten.

Mit dem Erscheinen von Geräten wie dem TYT MD380 beziehungsweise dem baugleichen Retevis RT3 hielten erstmals DMR-Handfunkgeräte chinesischer Hersteller Einzug in den Amateurfunkmarkt, die dank ihres günstigen Preises den Einstieg in DMR auch für diejenigen interessant machten, die es selbst einmal ausprobieren wollten. Richtig spannend wurde es jedoch, als, durch die Vorarbeit von Travis Goodspeed KK4VCZ, auch die Modifikation und Erweiterung der Firmware möglich wurde. Damit ließen sich diese Geräte besser an die Bedürfnisse von Funkamateuren anpassen und boten Funktionen, die weit über den ursprünglichen Funktionsumfang hinausgingen.

Auch rein analoge Geräte wie das beliebte Quansheng K5 und dessen Nachfolger lassen sich inzwischen mit modifizierter Firmware betreiben. Durch ihre niedrigen Preise schrecken erfahrene Bastler nicht davor zurück, die Geräte sogar zu zerlegen, die Hardware zu verändern und individuell zu erweitern.

Allen diesen Funkgeräten ist jedoch eines gemeinsam: Ihre begrenzte Rechenleistung setzt der Weiterentwicklung enge Grenzen, insbesondere, wenn es darum geht, neue digitale Betriebsarten zu unterstützen. Und genau hier setzt LinHT an!

LinHT – Open-Source-Funktechnik zum Selbergestalten

LinHT ist ein offenes, modular aufgebautes Handfunkgerät, das als Open-Source-Hardware entwickelt wird. Ziel des Projekts ist es, ein flexibles und zukunftssicheres Funkgerät zu schaffen, das sich sowohl in Hard- als auch in Software frei anpassen lässt. Von Grund auf als Software Defined Transceiver konzipiert, übernimmt ein leistungsfähiges System-on-Module (SoM) unter Linux die gesamte Signalverarbeitung.

Das LinHT verwendet Linux als Betriebssystem, Quelle: m17project.org

Die Hardware besteht aus einer eigens von Vlastimil OK5VAS entwickelten Hauptplatine, die in das Gehäuse eines handelsüblichen Retevis C62 beziehungsweise Chierda UV58D passt und das originale Chassis, Display und Bedienelemente sowie den Originalakku weiterverwendet.

Von Vlastimil OK5VAS entwickelte Leiterplatte, Quelle: m17project.org

Bereits jetzt beherrscht LinHT den Empfang und die Aussendung von M17-Signalen, zudem wurde der Empfang von TETRA erfolgreich getestet. Sogar eine Testübertragung mit 64QAM bei 1,5 Mbit/s konnte erfolgreich durchgeführt werden.

Erfolgreiche 64QAM Aussendung mit 1,5 Mbit/s, Quelle: m17project.org

Die gesamte Funktionalität wird dabei über GNU Radio Flowgraphs definiert. Entwickler können ihre eigenen Signalverarbeitungsblöcke erstellen und so das Verhalten des Geräts frei gestalten. Möglich macht das ein System-on-Module (SoM) mit Linux, auf das man per USB-C via SSH zugreifen kann. Neue Funktionen lassen sich dadurch einfach aufspielen und sofort nutzen.

Sogar an künftige Erweiterungen ist gedacht: Das SoM verfügt über eine Neural Processing Unit (NPU) mit TensorFlow-Lite-Unterstützung, die künftig beispielsweise die Sprachdekodierung mit Codec2 verbessern könnte.

Fazit

LinHT ist kein weiteres kommerzielles Funkgerät, sondern eine offene Plattform für Experimente. Es ermöglicht Funkamateuren, neue Betriebsarten auszuprobieren, bestehende Technologien weiterzuentwickeln oder völlig eigene Ideen umzusetzen. Statt an die Grenzen einer fertigen Firmware gebunden zu sein, lässt sich das gesamte Verhalten des Geräts frei programmieren.

Auch wenn auf der diesjährigen M17-Konferenz bereits das Potenzial von LinHT deutlich wurde, steckt das Projekt noch in den Kinderschuhen. Die Hardware ist derzeit (noch) relativ teuer, und zusätzlich wird ein Spenderradio benötigt, um daraus ein vollständiges Handfunkgerät zu machen. Der Einbau der Hauptplatine sowie der Umgang mit den notwendigen (Linux-)Softwaretools dürfte viele Funkamateure zudem vor eine große Hürde stellen.

Trotzdem begrüße ich diese Entwicklung sehr und werde hier auf DL-Nordwest auch weiterhin über den Fortschritt des Projekts berichten. Und wer weiß, vielleicht wird LinHT eines Tages marktreif, und ein Hersteller bringt ein fertiges Gerät mit ausgereifter Firmware auf den Markt, das endlich alle gängigen digitalen Betriebsarten in einem einzigen Handfunkgerät vereint.

Weitere Informationen und aktuelle Entwicklungsstände sind auf der Projektseite unter uart.cz/en/2811/linht-open-sdr-handheld-for-radio-amateurs sowie des M17-Projekts unter m17project.org zu finden.

Ist LinHT der nächste große Schritt im Amateurfunk, oder doch eher eine spannende Spielerei für Technik-Nerds? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert sie mit uns in unserer Telegram- oder WhatsApp-Gruppe.

Team DL-Nordwest, Stephan 9V1LH/DG1BGS


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Tipp: Günstiges Datenkabel für Yaesu-Geräte

Wir geben eine Übersicht über Mobilgeräte mit Datenbuchse und zeigen euch eine günstige Alternative zum Yaesu-Datenkabel.

Yaesu ist einer der wenigen Hersteller, der seine Mobilfunkgeräte noch mit einer Datenbuchse zum Anschluss externer Hardware ausstattet. Diese Datenbuchse hat den Vorteil, dass man das Mikrofon nicht ständig abstecken muss, um digitale Betriebsarten („Data Modes“) nutzen zu können. Darüber hinaus bietet sie neben einem vorgefilterten Audio-Ausgang (für 1200 Baud, oft als 1k2 bezeichnet) auch einen direkten Zugang zum Diskriminator-Signal – üblicherweise mit 9k6 gekennzeichnet. Beiden gemeinsam ist, dass der Audiopegel fest vorgegeben ist und somit unabhängig von der Einstellung des Lautstärkereglers arbeitet.

Während sich bei den meisten Herstellern ab etwa Ende der 1990er Jahre die 6-polige Mini-DIN-Buchse als De-facto-Standard für Datenanschlüsse etablierte, wechselte Yaesu mit der Einführung des HRI-200-Modems auf eine 10-polige Variante, die neben den zuvor genannten Signalen auch eine serielle Computerschnittstelle zur Verfügung stellt.

Übersicht: Mobilgeräte mit Datenbuchse

In der folgenden Tabelle haben wir aktuell erhältliche Mobilfunkgeräte mit Datenbuchse für euch zusammengestellt.

HerstellerModel Nr.BeschreibungDatenbuchse Mini-DINPreis (ca.)Bemerkung
ALINCODR-735EDualbander, 50 W6-polig350 €
BTECHUV-50X3Tribander, 50 W8-polig425 €
ICOMIC-7100HF/UKW Allmode, D-Star6-polig1.450 €Abgekündigt!
KENWOODTM-D750Dualbander, 50 Wn/aEnde 2025
YAESUFTM-150E ASPDualbander, 55/50 W, ASP10-polig330 €
FTM-200DEDualbander, 50 W, C4FM350 €
FTM-300DE450 €
FTM-500DE600 €
FTM-6000EDuobander, 50 W290 €Abgekündigt!
Stand: 20.07.2025

Datenkabel von Yaesu

Yaesu selbst bietet mehrere Datenkabel als Zubehör an. Dazu gehört unter anderem das CT-164, ein Adapterkabel mit 10-poligem Mini-DIN-Stecker auf eine 6-polige Mini-DIN-Buchse, das für rund 20 Euro erhältlich ist. Etwas teurer ist das CT-167, ein 1 m langes Anschlusskabel mit 10-poligem Mini-DIN-Stecker und offenem Kabelende – gedacht zum Anlöten von beliebigen Steckverbindern.

Yaesu Adapterkabel CT-164 erlaubt dem Anschluss von Zubehör mit 6-poligem Mini-DIN Stecker

Günstige Alternative

Da ich ein Kabel benötigte, um eine Verbindung zwischen meinem FTM-6000S und dem Module17 v01.E herzustellen, erschien mir der aufgerufene Preis von über 20 Euro für das Originalzubehör doch etwas happig. Also machte ich mich auf die Suche nach alternativen Produkten – und wurde schließlich auf der chinesischen Handelsplattform meines Vertrauens fündig.

Dort entdeckte ich ein Kabel mit einem 10-poligen Mini-DIN-Stecker an beiden Enden, das offenbar für die Übertragung von Videosignalen gedacht ist. Eine Nachfrage beim Anbieter ergab, dass alle Pins intern 1:1 durchverbunden sind.

Ich entschied mich also für das ein Meter lange Kabel mit je einem 10-poligen Mini-DIN-Stecker und plante, es einfach in der Mitte durchzuschneiden – so hätte ich gleich zwei kurze Anschlusskabel, und das für gerade einmal 7,50 Euro inklusive Versandkosten.

Wenn ihr das gleiche Kabel erwerben möchtet, folgt einfach dem Link und wählt eure gewünschte Länge sowie Konfiguration aus.

Mini-DIN 10-polig, Stecker-auf-Stecker, 1 m auf Aliexpress (Affiliate Link)

Belegung und Kabelfarben

Nachdem das Kabel im Briefkasten lag, prüfte ich zunächst mit dem Multimeter, ob es tatsächlich 1:1 belegt war. Die Aussage des Anbieters stimmte: Jeder Pin war direkt mit dem entsprechenden Gegenüber verbunden.

Anschließend schnitt ich das Kabel in der Mitte durch und ermittelte – ebenfalls mit dem Multimeter – die Zuordnung der Pins zu den einzelnen Kabelfarben.

PinSignalFarbe
1NF Eingangblau
2Masse (GND)grün
3PTTgrau
4NF Ausgang (9k6)orange
5NF Ausgang (1k2)gelb
6SQL/CORweiß

Ein letzter Test sollte zeigen, ob der Stecker auch tatsächlich in die Buchse des Funkgeräts passt. Leider war die Gummierung des Steckers etwas zu dick, sodass er nicht ganz hineinrutschte. Ich musste daher ein wenig von der Gummierung entfernen. Anschließend saß der Stecker mit solidem, sattem Halt in der Buchse.

Fazit

Mit ein wenig Nacharbeit konnte ich zwei voll funktionsfähige Datenkabel für mein Yaesu FTM-6000S herstellen – und das zu einem Preis von gerade einmal einem Drittel des originalen Zubehörartikels. Und dabei sind die Versandkosten, die beim Kauf des Originalzubehörs zusätzlich angefallen wären, noch gar nicht berücksichtigt.

Selbst angefertigtes Datenkabel für den Anschluss eines Module17 an das YAESU FTM-6000S

Habt ihr auch einen Tipp, wie man bei Zubehörartikeln Geld sparen kann? Dann schreibt eure Erfahrungen gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert sie mit uns in unserer Telegram- oder WhatsApp-Gruppe.

Team DL-Nordwest, Stephan 9V1LH/DG1BGS


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ICOM IC-7300MK2 – HF/50/70 MHz Transceiver

Nach über 100.000 verkauften Geräten präsentiert Icom nun eine überarbeitete Version seines Erfolgsmodells IC-7300.

Auf der Tokyo Ham Fair 2025 stellte Icom den Nachfolger des kompakten und beliebten Kurzwellen-Transceivers IC-7300 vor: den IC-7300MK2 (Mark 2). Hier ein Überblick über die wichtigsten Neuerungen:

  • Eingebauter LAN-Port mit integriertem Webserver: Ideal für Remote-Betrieb – ein externer Server mit der RS-BA1-Software ist nicht mehr erforderlich.
  • Integrierter Telegrafie-Decoder: Empfangene Morsezeichen werden automatisch erkannt und direkt auf dem Display angezeigt.
  • HDMI-Anschluss: Ermöglicht den direkten Betrieb mit einem externen Monitor für eine größere und übersichtlichere Darstellung.
  • USB Typ C-Anschluss: Zur Übertragung von Audiosignalen. Zusätzlich können zwei Anwendungen parallel mit dem Transceiver kommunizieren, etwa FT8- und Logbuch-Software.
  • Zusätzliche SMA-Buchsen: Für den Anschluss einer separaten Empfangsantenne oder zum Einschleifen externer Bandpassfilter.
  • Optimierte Empfänger-Performance: Verbesserte RMDR- (Reziproker Mischdynamikbereich) und Phasenrausch-Werte reduzieren Störungen durch benachbarte Signale.
  • Reduzierte Wärmeentwicklung: Durch optimierte Komponenten und Gleichspannungszweige arbeitet das Gerät kühler und zuverlässiger.
  • Energieeffizienz: Um 23 % geringerer Stromverbrauch im Empfangsbetrieb.
Bedienseite des neuen Icom IC-7300MK2

Die genannten Neuerungen werden auch in dem folgenden Videoclip anschaulich zusammengefasst.

Zudem steht ein englischsprachiger Flyer mit allen Details unter folgendem Link zum Download bereit: Produktflyer IC-7300MK2 (PDF)

Der Transceiver soll in Japan noch Ende 2025 auf den Markt kommen und dürfte damit spätestens Anfang 2026 auch hierzulande erhältlich sein. Sobald weitere Details vorliegen, informieren wir euch selbstverständlich hier auf DL-Nordwest.

Betreibt ihr bereits einen IC-7300? Was haltet ihr von den neuen Erweiterungen des IC-7300MK2? Meint ihr, ein Update lohnt sich? Schreibt es gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert es mit uns in unserer Telegram- oder WhatsApp-Gruppe.

Team DL-Nordwest, Stephan 9V1LH/DG1BGS


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