Am 14. Januar wurde das MMDVM-Projekt zehn Jahre alt. Sein Initiator Jonathan G4KLX blickt auf die vergangenen Jahre zurück und gibt zugleich einen Ausblick auf den nächsten Meilenstein.
Hinweis:
Der folgende Beitrag wurde maschinell aus dem Englischen übersetzt. Der Originalbeitrag wurde am 15.01.2026 von Jonathan G4KLX in der OpenDV-Gruppe auf groups.io veröffentlicht.
[…] Heute jährt sich die erste Veröffentlichung von MMDVM zum zehnten Mal […]
Im Jahr 2016 habe ich meinen Quellcode von einem privaten GitLab-Repository in ein öffentliches GitHub-Repository verschoben. Dazu gab es eine Ankündigung in den damaligen Yahoo!-Groups, und danach habe ich auf die Bugreports gewartet. Dies ist der entsprechende Commit der MMDVM-Firmware:
commit dd17a47972192a0ff448fb6842b5bef1c783bd34
Author: Jonathan Naylor <naylorjs@yahoo.com>
Date: Thu Jan 14 18:57:21 2016 +0000
Initial commit
Die erste Version unterstützte ausschließlich den Arduino Due als Modem-Hardware (Hotspots sollten erst später im Jahr folgen), und der MMDVM Host ließ sich unter Windows und Linux kompilieren und ausführen – was bis heute der Fall ist. Anfangs wurden nur D-Star und DMR unterstützt; System Fusion und P25 Phase 1 kamen später im Jahr 2016 hinzu.
Die D-Star-Implementierung war vergleichsweise unkompliziert, da ich bereits seit 2009 für diesen Modus entwickelte und ihn sehr gut kannte. DMR hingegen stellte eine völlig neue Komplexitätsstufe dar – nicht nur beim Protokolldesign, sondern auch bei den Anforderungen an die zeitliche Synchronisation zwischen Sender und Empfänger. Ich hatte die Abweichung auf etwa 42 Mikrosekunden reduziert, und genau da stellten wir fest, dass der Taktoszillator des Due nicht stabil genug war, um eine saubere Synchronisation zu halten. Gute Oszillatoren für die Einstellung von Funkfrequenzen waren wir gewohnt – dass man sie für den zuverlässigen Betrieb eines Modems im Audiobereich benötigt, war für uns neu.
Im Vergleich dazu waren alle späteren Modi relativ einfach zu implementieren, auch wenn die Dokumentation für reine Amateurfunk-Modi oft lückenhaft war. Ich frage mich bis heute, ob das absichtlich geschah, um sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen – ja, ich schaue dich an, Yaesu. Einige Firmen drohten mir sogar mit Klagen wegen der Implementierung ihrer On-Air-Protokolle, bis ich darauf hinwies, dass US-Recht im Vereinigten Königreich nicht gilt – ja, auch hier schaue ich dich an, Yaesu.
Die meisten Unternehmen, mit denen ich zu tun hatte, waren sehr offen und hilfsbereit – selbst wenn sie keine öffentliche Aufmerksamkeit wollten. Andere wiederum waren komplett verschlossen gegenüber jeglicher Kontaktaufnahme – ja, Yaesu. Abgesehen von MMDVM bin ich ohnehin ein Icom-Mensch, also tangiert mich das persönlich nicht.
Eine der ungewöhnlichsten Anfragen kam von einer US-Bundesbehörde, die meine P25-Implementierung in ihren Systemen einsetzen wollte. Normalerweise hätte ich so eine Anfrage begrüßt, doch das hätte meine Arbeit in den Bereich „Lebenssicherheit“ eingeordnet – und dieses Maß an Verantwortung und Stress wollte ich nicht. Schließlich ist MMDVM ein hobbybasiertes System. Ich habe mich für das Interesse bedankt und vorgeschlagen, sich für diesen Support-Level an Motorola zu wenden. Ich habe zwar an sicherheitskritischen Embedded-Systemen gearbeitet und kenne die entsprechenden Zuverlässigkeitsanforderungen, aber MMDVM ist bewusst nicht auf diesem Niveau. Ich wollte etwas entwickeln, das in Monaten oder Jahren funktioniert – nicht in Jahrzehnten.
Und nun sind wir hier: zehn Jahre und ein Tag später. MMDVM ist gewachsen, unterstützt deutlich mehr Modi und hat sich in Richtungen entwickelt, die ich nie erwartet hätte – etwa mit POCSAG-Unterstützung. Genaue Zahlen zur Anzahl der im Einsatz befindlichen MMDVM-Systeme gibt es nicht, aber wir sind ziemlich sicher, dass es über 100.000 Systeme sind – als Hotspots oder als Relais.
Aktuell arbeiten wir an neuer Hardware und neuer Software. Die Ergebnisse werden spannend sein, sobald sie reif genug sind. Möglich macht das unter anderem ein ARDC-Grant, der es uns erlaubt hat, interessante neue Chips zu evaluieren und dafür zu entwickeln. Wir hoffen, noch vor dem Wärmetod des Universums etwas ankündigen zu können.
Ich hätte gern eine Liste aller Personen beigefügt, die im Laufe der Jahre zu MMDVM beigetragen haben, aber sie wäre riesig – und ich würde garantiert wichtige Mitwirkende vergessen. Daher kann ich nur sagen: Ihr wisst, wer ihr seid, und ich danke euch allen für eure Unterstützung über all die Jahre. Dass die alten Yahoo!-Group-Beiträge verloren gegangen sind, hilft dabei leider auch nicht.
[…]
Jonathan G4KLX / W4KLX
Das Team DL-Nordwest gratuliert herzlich zum zehnjährigen Jubiläum und bedankt sich ausdrücklich für die geleistete Arbeit. Ohne MMDVM, die kostengünstigen Hotspots und Pi-Star, die die digitalen Sprachmodi für viele OMs erst zugänglich gemacht haben, wäre auch das Projekt DL-Nordwest heute sicher nicht dort, wo es aktuell steht.
Bereits 2016 begann auch für mich die intensive Beschäftigung mit MMDVM, und zwar im Zuge der Erneuerung der Relaistechnik von DB0OX in Norden (JO33oo). Nachfolgend sind einige Bilder aus den Anfangsjahren zu sehen.
Erste Versuche mit dem Arduino Due und MMDVM-Platine von SP8NTH. Diese wurde später durch ein Modemboard von DL7TJ ersetzt.Erster Versuchsaufbau, damals noch mit zwei Motorola GM350. Diese wurden später durch einen T7F als Empfänger und Motorola GM1200 als Sender ersetzt.Aufbau mit finaler Hardware, aber provisorischer Verdrahtung.Fertiger MMDVM Repeater DB0OX mit Filter im Testbetrieb, kurz vor dem Einbau im Wasserturm im November 2016.
Wie lange nutzt ihr MMDVM bereits, zum Beispiel mit Pi-Star oder WPSD? Habt ihr damit vielleicht sogar ein Relais aufgebaut, und welche Funktionen wünscht ihr euch als Nächstes? Schreibt eure Erfahrungen gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert sie mit uns in unsererTelegram- oder WhatsApp-Gruppe.
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Mit ICOM-Geräten der jüngsten Generation ist die Teilnahme am Funkgeschehen auch ohne HF-Abstrahlung möglich und zwar direkt über das Internet. In seinem Gastbeitrag zeigt Peter DH8BAT am Beispiel des ICOM IC-705, wie das in der Praxis funktioniert.
Wer einen ICOM IC-9700, IC-705, IC-905, ID-4100 oder eines der Handfunkgeräte ID-50 oder ID-52 sein Eigen nennt, hat sicherlich schon gehört oder gelesen, dass sich diese Transceiver als Terminal oder Repeater (Hotspot) für den Einstieg ins D-STAR-Netz nutzen lassen.
Bei den Transceivern mit integriertem Netzwerkinterface, also dem IC-9700 mit LAN sowie dem IC-705 und IC-905 mit WLAN, funktioniert dies direkt am Gerät. Bei dem Handfunkgerät ID-52 Plus kann die Verbindung via Bluetooth erfolgen, während beim ID-50 und ID-4100 eine Anbindung über das Programmierkabel möglich ist. In diesen Fällen werden zusätzlich ein Computer oder Smartphone sowie eine Software wie RS-MS3, Doozy, QnetGateway oder DStarRepeater benötigt.
Peter DH8BAT hat sich mit seinem IC-705 näher mit dem Thema befasst und einen Bericht darüber geschrieben. Wir freuen uns, diesen Gastbeitrag am Beispiel von DL-Nordwest hier veröffentlichen zu können.
Terminal Mode: „Funken über WLAN“ mit dem IC-705 (IC-9700 über LAN)
Bevor ihr gleich anfangt alles zu verstellen, empfehle ich Über die Taste MENU > SET > SD-Card > Save-Settings Eure bisherigen Einstellungen zu sichern!
Nun geht es los:
CALL/DR > 1 Sek. drücken
TO drücken, ganz runter scrollen: Direkt Input (RPT) auswählen. Dann: /XLX421D eingeben, mit ENT bestätigen. (Statt D gehen natürlich auch andere Module von A-Z)
FROM (normalerweise der Einstiegs Repeater) ändert man für den Terminal-Mode folgendermaßen:
Taste „MENU“ > „DV GW“ > „Terminal Mode“
(Um später mal wieder normal über die Antenne zu funken muss man dann: „MENUE“ > „DV GW“ > „Normal Mode“ auswählen!)
Vor der erstmaligen Benutzung Bitte folgendes überprüfen bzw. einstellen:
Taste „MENU“ > „DV GW“ > „internal Gateway (WLAN)
Ich gehe davon aus, das der IC705 bereits mit eurem WLAN zuhause verbunden ist! Für eine dauernde Nutzung macht es Sinn in Eurem Router das Häkchen zu setzen: „diesem Gerät immer die selbe IP zuweisen“ Und anschließend eine Portweiterleitung (Port 40000 UDP > IC705) einzurichten.
NUR wenn das nicht möglich ist (Hotel Wlan etc.) schaltet ihr die Option:
Taste „MENU“ > „DV GW“ > „internal Gateway Setting“ > UDP Hole Punch ON Ob man mit dieser Funktion dauerhaft standby bleiben kann, oder irgendwann die Verbindung verliert kann je nach Internet Zugang verschieden sein!
Taste „MENU“ > „DV GW“ > „internal Gateway Setting“ > Gateway Repeater (Server…) > dl-nordwest.com (Wenn ihr andere Server , zB. DCS001 , connecten wollt, müsst ihr hier die dazugehörige Domain eintragen!)
Das Gateway Rufzeichen des eigenen Terminals muss immer 8 Zeichen ergeben, also z.B. „DH8BAT T“. Bitte verwendet auch das „T“ in diesem Fall, dann ist erkennbar das ihr im Terminal Modus arbeitet.
Der Gateway Typ muss auf „Global“ stehen
Anmerkung: FT8 mit der Android APP „FT8CN“ (nur bei Github zu bekommen!) funktionierte auch anschließend mit meinem IC9700 noch 😉
An dieser Stelle schließt Peters Bericht über den Terminal Mode. Vielen Dank für den interessanten Einblick. In einem späteren Beitrag zeigen wir euch das Vorgehen auch an anderen Geräten.
🎙️ Gastautoren gesucht
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Die größte Amateurfunkmesse Asiens fand am 23. und 24. August 2025 statt – wir haben die Highlights für euch zusammengefasst.
Die Tokyo Ham Fair stand in diesem Jahr unter dem Motto „Take off to the World of Amateur Radio at Ariake“. Bereits zum 47. Mal fand das Event statt – wie im Vorjahr erneut im Ariake Gymnastics Centre (Ariake GYM-EX) im Tokioter Bezirk Koto-ku. Die positive Resonanz aus 2024 dürfte dabei ausschlaggebend für die Standortwahl gewesen sein. Die Zahl der Aussteller stieg weiter an und lag 2025 bei über 200 – darunter Hersteller, Händler, Vereine, Organisationen und zahlreiche Interessengruppen. Veranstaltet wird die Messe von der JARL, die 2025 ihr 99-jähriges Bestehen feiert und im kommenden Jahr ihr 100. Jubiläum begehen wird.
Die Ham Fair 2025 brachte sichtbare Veränderungen: Das Standlayout wurde überarbeitet, neue Ruhebereiche eingerichtet und ein neues Messe-Aufbauunternehmen sorgte für frischen Wind im Ariake GYM-EX. Bekannte Firmen wie Comet, QCQ Planning und Onoue Printing fehlten, dafür feierten Uniden Holdings nach über 40 Jahren sowie Rigol Japan, MUSEN Mall, Icolor und Nisei Radio ihr Debüt bzw. Comeback. Traditionelle Programmpunkte wie die Eröffnungszeremonie („Tape Cutting“) und die „Eyeball Party“ entfielen, während mehr Foodtrucks als im Vorjahr für kulinarische Vielfalt sorgten.
Insgesamt zog die Messe in diesem Jahr 42.000 Besucher an – rund 3.000 weniger als im Vorjahr.
Icom
Der Icom-Stand brachte Überraschung mit dem ID-5200 und IC-7300MK2. Foto: hamlife.jp
Icom hielt sich in diesem Jahr auf den bisherigen Amateurfunkmessen wie der Dayton Hamvention und der Ham Radio in Friedrichshafen mit Neuigkeiten sehr zurück. Man verwies lediglich darauf, dass selbstverständlich an neuen Geräten gearbeitet werde – konkrete Informationen gäbe es jedoch erst auf der Ham Fair in Tokio. Und tatsächlich: Icom nutzte die Messe, um gleich zwei Neuheiten vorzustellen.
Den Anfang machte der ID-5200 D-Star-Mobilfunktransceiver, ein längst überfälliger Nachfolger des inzwischen in die Jahre gekommenen ID-5100. Wie es sich für einen modernen Transceiver gehört, bietet er selbstverständlich Bluetooth, WLAN sowie den Terminal-Mode. Für Gesprächsstoff sorgte außerdem ein KISS-9k6-Symbol im Display.
Der neue Icom D-Star Mobilfunktransceiver ID-5200. Foto: hamlife.jp
Unseren ausführlichen Beitrag zum ID-5200 findet ihr hier.
Und dann ist da noch das Upgrade des beliebten, kompakten Kurzwellentransceivers IC-7300 – der neue IC-7300 MK2. In der Amateurfunkgemeinschaft gehen die Meinungen dazu auseinander: Während die einen das Upgrade begrüßen und für sinnvoll halten, bemängeln andere die fehlende Innovation und vertreten die Ansicht, dass andere Hersteller in dieser Preisklasse bereits deutlich bessere Leistungsmerkmale für einen SDR-Transceiver bieten.
Unseren ausführlichen Beitrag zum IC-7300MK2 findet ihr hier.
Ein weiterer Bereich des Icom-Stands widmete sich dem Remote-Betrieb mit dem IC-7760. Die HF-Einheit war dabei nicht vor Ort, sondern befand sich im Icom-Entwicklungslabor in Nara City.
Remote-Betrieb mit dem IC-7760. Foto: hamlife.jp
Auch die Kommunikation im GHz-Bereich wurde eindrucksvoll demonstriert – mit zahlreichen Antennen und Komponenten, die den IC-905 um zusätzliche Bänder erweitern.
Kommunikation im GHz-Bereich mit dem IC-905. Foto: hamlife.jp
Pünktlich zur Messe stellte Icom zudem neue Firmware-Updates für alle aktuellen Geräte bereit, die nicht nur bestehende Fehler beheben, sondern auch zusätzliche Funktionen freischalten. Für weitere Details schaut gerne in unseren Download-Bereich.
JVC Kenwood
Am JVC Kenwood Stand wurde der neuen APRS/D-Star Mobilfunktransceiver TM-D750 präsentiert. Foto: hamlife.jp
Bei JVC Kenwood drehte sich erwartungsgemäß alles um den neuen APRS/D-Star-Mobilfunktransceiver TM-D750. Die Funktionen des Geräts stellt Kenwood inzwischen in einem eigenen Video vor, das wir euch natürlich nicht vorenthalten möchten.
Während im vergangenen Jahr noch ein Mock-up hinter Glas gezeigt wurde, um einen ersten Eindruck vom künftigen Design zu vermitteln, konnten Besucher den Transceiver diesmal frei ausprobieren. Ein fester Liefertermin steht jedoch weiterhin nicht fest – anvisiert wird derzeit Ende 2025 bis Anfang 2026.
Der Mobilfunktransceiver TM-D750 konnte erstmalig auch getestet werden. Foto: hamlife.jp
Unsere ausführlichen Beiträge zum TM-D750 findet ihr hier:
Ebenfalls zu sehen war der Kenwood-Flaggschiff-Kurzwellentransceiver TS-990. Ab September dieses Jahres werden zwar wieder Bestellungen entgegengenommen, allerdings zu einem erhöhten Preis.
Der Kurzwellentransceiver TS-990 ist wieder erhältlich. Foto: hamlife.jp
Yaesu
Der Yaesu-Stand, ausgestattet mit Rasenteppich und Sitzgelegenheiten, vermittelte den Eindruck von portablem Betrieb unter freiem Himmel. Foto: hamlife.jp
In diesem Jahr präsentierte sich der Yaesu-Stand in einem offenen Design mit zahlreichen Funkstationen, die Besucher zum Ausprobieren einluden. Der grüne Rasenteppich und die für den Außenbereich typischen Sitzgarnituren erzeugten dabei das Gefühl, als würde man Portabelbetrieb in einem Park erleben. Dieses Konzept diente offensichtlich der Vermarktung des neuen, als portables Gerät beworbenen FTX-1 Field, von dem gleich zehn Geräte zum Testen bereitstanden.
Gleich zehn Stationen luden dazu ein, Yaesus neuen Portabel-Transceiver FTX-1 auszuprobieren. Foto: hamlife.jp
Über den FTX-1 Field und den Optima haben wir auf DL-Nordwest bereits ausführlich berichtet – schaut gerne in unsere Beiträge dazu rein, ihr findet sie hier:
Natürlich präsentierte Yaesu auch seine aktuellen Handfunkgeräte sowie die Mobilfunktransceiver, darunter den neuen C4FM-Mobilfunktransceiver FTM-310D.
Der Alinco-Stand mit Fokus auf Jedermann-Funk. Foto: hamlife.jp
Bei Alinco standen vor allem die in Japan sehr beliebten lizenzfreien Funkanwendungen – also der Jedermann-Funk – im Mittelpunkt. Vorgestellt wurde unter anderem das DR-PM300SEFL-Mobilgerät für 420 MHz.
420 MHz Mobilfunkgerät DR-PM300SEFL und weitere am Alinco Stand. Foto: hamlife.jp
AOR
AOR präsentierte den neuen kompakten Breitband-Empfänger AR-DV3. Foto: hamlife.jp
Mit dem AR-DV3 hat AOR in diesem Jahr einen neuen kompakten Breitbandempfänger für das Shack vorgestellt. Das nur 178 × 50 × 180 mm große Gerät deckt einen Frequenzbereich von 100 kHz bis 3 GHz ab und beherrscht neben klassischen analogen Betriebsarten wie FM, Wide-FM, AM, SSB und CW auch zahlreiche digitale Modi – darunter D-Star, DMR, dPMR, C4FM, NXDN, P25 sowie optional TETRA. Die Signalerkennung erfolgt dabei weitgehend automatisch, sowohl im analogen als auch im digitalen Bereich. Mit bis zu 100 Frequenzschritten pro Sekunde im Standardscan und sogar 600 Schritten im Hochgeschwindigkeitsmodus entgeht dem Nutzer praktisch kein Signal. Für beste Empfangsqualität sorgt ein neues HF-Frontend mit 11-Band-VHF/UHF-Bandpassfiltern und SAW-Filtern im IF-Zweig, wodurch Nachbarkanalstörungen effektiv unterdrückt werden.
Der neue Breitbandempfänger AOR AR-DV3. Foto: hamlife.jp
Komfortfunktionen wie ein Display mit acht einstellbaren Hintergrundfarben, ein integrierter Equalizer, Aufnahme- und Speicheroptionen via SDHC-Karte sowie die Möglichkeit, über ein optionales I/Q-Board Signale per SDR-Software zu analysieren, runden das Paket ab. Die Stromversorgung erfolgt wahlweise über ein 12-V-DC-Netzteil oder per USB-C nach PD-15V-Standard. Damit präsentiert sich der AR-DV3 als vielseitiger Allrounder, der noch in diesem Jahr auf den Markt kommen soll.
Anschlussseite des AOR AR-DV3. Foto: hamlife.jp
Azden – Meinungsverstärker für die Kurzwelle und mehr
Azden zeigte mit dem AZR-HF10 einen leistungsstarken, linearen 1-kW-LDMOS-Verstärker für die Kurzwelle (+50 MHz), der bereits über ein integriertes Netzteil verfügt. Trotz seiner hohen Ausgangsleistung bringt das Gerät nur 10 kg auf die Waage und misst kompakte 250 × 150 × 380 mm. Ergänzend dazu bietet Azden den AZR-610, ebenfalls ein 1-kW-Verstärker, speziell für das 50-MHz-Band, sowie den AZR-205, ein 500-W-Modell für das 2-m-Band. Alle drei Verstärker basieren auf demselben Chassis und bieten damit ein einheitliches, durchdachtes Konzept.
Lineup der erhältlichen Azden-Verstärker. Foto: hamlife.jp
Uniden – Breitbandempfänger und Jedermann-Funk
Der Uniden-Stand präsentierte sich sehr offen. Foto: hamlife.jp
Nach 40 Jahren war Uniden in diesem Jahr erstmals wieder auf der Ham Fair vertreten – mit einem nach drei Seiten hin offenen Stand direkt vor der Eventbühne. Auf der linken Seite wurden zahlreiche Exportmodelle gezeigt, darunter auch der ausschließlich für den japanischen Markt entwickelte und dort heiß diskutierte Breitbandempfänger BC160-WED. Für uns deutlich interessanter: der auch für den deutschen Markt bestimmte Uniden BCD436HP, ein tragbarer Breitbandempfänger, der ebenfalls digitale Signale transcodieren kann.
Der Uniden Breitband-Empfänger BCD436HP transcodiert auch digitale Signale. Foto: hamlife.jp
Auf der rechten Seite des Standes erwartete die Besucher eine echte Rarität – ein „Model 2020“ SSB-Transceiver, der erstmals im Frühjahr 1975 vorgestellt wurde. Das ausgestellte Gerät ist brandneu und war ursprünglich für den US-Markt unter dem Branding TEMPO vorgesehen bestimmt – ein echtes Schmuckstück für Sammler.
Eine echte Rarität: Ein brandneuer SSB-Transceiver Model 2020 aus dem Jahre 1975. Foto: hamlife.jp
Darüber hinaus präsentierte Uniden weitere Exportmodelle, darunter das kompakte CB-Mobilfunkgerät PRO538HHFM sowie den PC78LTX.
Weitere kommerzielle Aussteller, Flohmarkt, Verbände und Interessengruppen
In unserer Bildergalerie findet ihr außerdem weitere Aussteller wie Diamond, Luso Tower und viele mehr. Natürlich gab es auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Anbieter von Amateurfunkequipment, dazu Stände von Verbänden, Interessengruppen sowie einen prall gefüllten Flohmarktbereich.
Diamond präsentierte ihre Antennen an einem eigenen Stand. Foto: hamlife.jpStand von Luso-Tower. Foto: hamlife.jpStand eines der zahlreichen Anbieter für Amateurfunk-Equipment, hier CQ-Ohm. Foto: hamlife.jp4-Kanal Direktabtaster PERSEUS22. Foto: hamlife.jpFlex-Radio, präsentiert durch Radio Plaza Aoe. Foto: hamlife.jpFlöhe dürfen auf keiner Amateurfunk-Veranstaltung fehlen. Foto: hamlife.jpStand des japanischen Dachverbandes JARL. Foto: hamlife.jpGewinner eines Selbstbau-Wettbewerbes. Foto: hamlife.jpNewcomer Willkommen im Club der Studenten. Foto: hamlife.jpLive Radio-Show direkt von der Messe. Foto: hamlife.jpMobile Kommunikation. Foto: hamlife.jp
Weitere Impressionen von der Tokio Ham Fair 2025 findet ihr unter hamlife.jp.
Fazit
Die Ham Fair enttäuschte auch in diesem Jahr nicht: Sie bot den Besuchern neben zahlreichen Neuheiten aus der Welt des Amateurfunks reichlich Gelegenheit, alte Bekannte wiederzutreffen, die man sonst nur aus dem Äther kennt. Und für Sammler wie auch für Komplettisten hielt der Flohmarkt neben manchem Ramsch eben auch echte Raritäten bereit.
Zum Schluss bedanken wir uns herzlich bei unserer japanischen Partnerseite hamlife.jp für die Berichterstattung und die Bereitstellung der Bilder.
Und wer jetzt Lust bekommen hat, tiefer in die Welt des Amateurfunks in Japan einzutauchen, findet in unseren weiteren Beiträgen alles Wichtige rund um den Kauf von Amateurfunk-Equipment vor Ort, Tipps zu empfehlenswerten Geschäften – sowie spannende Rückblicke auf die Tokyo Ham Fair 2018 und 2024.
Welches der vorgestellten Highlights hat euch am meisten interessiert – und wärt ihr auch gerne live vor Ort dabei gewesen? Schreibt es uns gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert es mit uns in unsererTelegram- oder WhatsApp-Gruppe.
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ICOM sorgt auf der Tokio Ham Fair für Aufmerksamkeit: Ein Mockup des Nachfolgers des ID-5100 wurde enthüllt. Was ist bislang über das neue Modell bekannt?
Update vom 24.08.2025
In einem offiziellen Beitrag hat Icom UK weitere Details zum ID-5200 veröffentlicht:
Simultanen Empfang von FM-FM, FM-DV und DV-DV Signalen
Beim LCD-Display handelt es sich um ein Touchscreen
VHF- und UHF-Breitbandempfang sowie Empfang von AM-Flugfunk
Auf der diesjährigen Tokio Ham Fair präsentierte Icom erstmals einen Nachfolger des bereits seit 2014 erhältlichen ID-5100 144/430-MHz D-Star-Mobilfunktransceivers. Bei dem ausgestellten Gerät handelt es sich um ein Mockup. Das Design könnte also noch einmal überarbeitet werden, und die auf dem Display gezeigten Symbole bzw. Funktionen sind möglicherweise noch nicht implementiert. Dennoch bietet das Mockup ausreichend Anhaltspunkte für erste Spekulationen.
Mockup des Icom ID-5200 in der Vitrine, Quelle: hamlife.jp
Im ersten Moment könnte man meinen, einen Blick auf das neue Kenwood-Mobilgerät TM-D750 zu werfen. Durch das große LCD-Farbdisplay wirkt er ihm tatsächlich verblüffend ähnlich. Gleichzeitig ist die Verwandtschaft zu seinem Vorgänger, dem inzwischen etwas in die Jahre gekommenen ID-5100, unverkennbar – besonders bei der HF-Einheit.
Auf der Vorderseite der HF-Einheit des ID-5200 sind die modularen Buchsen für den Anschluss der Kontrolleinheit und des Mikrofons sowie eine USB-Typ-C-Buchse und ein Mikro-SD Kartenslot deutlich zu erkennen.
Vorderseite des Icom ID-5200, Quelle: hamlife.jp
Die Bedieneinheit verfügt über separate Regler für Lautstärke und Rauschsperre für Band A und B sowie Encoder zum Einstellen des VFO oder zum Wechseln der Speicherkanäle. Unterhalb des farbigen LCD-Displays befinden sich fünf Tasten, von denen vier doppelt belegt sind. Anders als beim Kenwood TM-D750 verzichtet Icom offenbar darauf, die aktuelle Funktion der Tasten direkt im Display anzuzeigen, sodass sich diese je nach Menü oder gewählter Funktion nicht automatisch ändern. Links neben dem Bildschirm gibt es einen Ein-/Ausschalter, rechts zwei weitere Taster.
Im Unterschied zum Kenwood-Gerät besitzt die Bedieneinheit keinen eingebauten Lautsprecher und scheint ansonsten nur einen Anschluss für die Verbindung mit der HF-Einheit bereitzustellen.
Rückseite des Icom ID-5200, Quelle: hamlife.jp
Auf der Rückseite befinden sich die bei Icom-Mobiltransceivern standardmäßig verwendete PL-Buchse, ein Lüfter sowie drei Klinkenbuchsen. Vermutlich dienen zwei davon dem Anschluss getrennter Lautsprecher für Band A und B, die dritte ist vermutlich für die CI-V-Schnittstelle vorgesehen.
Die Symbole auf dem Display geben Raum zu Spekulationen, Quelle: hamlife.jp
Besonders interessant wird es bei der Deutung der Symbole auf dem Display: Das GPS-Symbol deutet darauf hin, dass das Gerät über einen integrierten GPS-Empfänger verfügen wird. Außerdem sind Symbole für Bluetooth® und WLAN zu sehen, was hoffen lässt, dass sich der Transceiver im Terminalmodus direkt über Bluetooth® oder WLAN mit einem Reflektor verbinden lässt.
Aufmerksamkeitswert hat auch das „KISS 96“-Symbol: KISS steht für „Keep It Simple, Stupid“, die 96 für die Baudrate von 9600 Baud (9k6). Bisher hatte Icom in seinen Mobilfunktransceivern weder analoge APRS- noch Packet-Radio-Unterstützung implementiert. Sollte sich dies nun tatsächlich ändern, wäre das eine bemerkenswerte Neuerung.
Konkrete Details wie technische Spezifikationen, Erscheinungsdatum oder Preis nannte der Hersteller jedoch nicht.
Fazit
Als der Icom ID-5100 2014 erstmals präsentiert wurde, wusste ich sofort: Das wird mein nächster Mobilfunktransceiver. Und tatsächlich hatte ich ihn nicht nur im Auto, sondern auch lange im Shack im Einsatz. Technologisch ist er inzwischen allerdings etwas in die Jahre gekommen – kein Wunder also, dass er jetzt mit dem ID-5200 einen würdigen Nachfolger bekommt. Dieser sollte unter anderem den Terminalmodus beherrschen und vermutlich auch das direkte Anzeigen und Versenden von Bildern via D-Star sowie eine Wasserfallanzeige auf dem aktuellen Band ermöglichen.
Bisher habe ich bei allen Icom-Geräten analoges APRS sowie ein echtes KISS-Protokoll vermisst – doch das könnte sich nun tatsächlich ändern. Oder etwa doch nicht?
Ich persönlich rechne damit, dass das Gerät kein voller Duobander sein wird, also für den Satellitenfunk ungeeignet ist. AMSAT führt den ID-5200 – ebenso wie bereits seinen Vorgänger – als voll duplexfähig auf (Quelle:amsat.se). Preislich dürfte es sich jedoch unter dem neuen Kenwood TM-D750 einordnen.
Wir halten euch auf DL-Nordwest auf dem Laufenden, sobald weitere Details bekannt werden. Bis dahin könnt ihr hier in den Kommentaren gerne fleißig spekulieren.
Abschließend ein Dankeschön an hamlife.jp für die Berichterstattung direkt von der Tokio Ham Fair 2025.
Eure Einschätzung zum neuen ID-5200: Lohnt sich der Nachfolger? Schreibt es uns gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert sie mit uns in unsererTelegram- oder WhatsApp-Gruppe.
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In diesem Beitrag zeigen wir euch, welche Möglichkeiten D-Star über die digitale Sprachübertragung hinaus bietet.
Neulich wurde ich vom singapurischen Amateurfunkverband SARTS (Singapore Amateur Radio Transmitting Society) eingeladen, einen Vortrag über den Bilderaustausch mit D-Star zu halten. Da viele Funkamateure dort – anders als bei uns in der DL-Nordwest-Gemeinschaft – bislang kaum Berührungspunkte mit D-Star hatten oder das System gar nicht kannten, entschied ich mich, das Thema etwas breiter aufzurollen. Die spannenden Möglichkeiten, die D-Star über die reine Sprachkommunikation hinaus bietet, möchte ich auch hier mit euch teilen.
Einführung
D-Star wurde in den späten 1990er-Jahren von der Japan Amateur Radio League (JARL) entwickelt. Es war das erste offene digitale Sprach- und Datenprotokoll, das speziell für den Amateurfunk konzipiert wurde. Anfang der 2000er-Jahre war Icom der erste Hersteller, der D-Star in seinen Geräten integrierte.
Das System ermöglicht nicht nur digitale Sprachübertragung, sondern auch den Austausch von Textnachrichten, Bildern und Positionsdaten. D-Star funktioniert dabei sowohl über einfache Direktverbindungen (Simplex) als auch über Repeater und Internet-Gateways.
Das Icom IC-V82, erhältlich von 2004 bis 2014, war eines der ersten Handfunkgeräte, das sich mit dem optionalen UT-118-Modul für D-Star nachrüsten ließ.
Auch wenn die in dem folgenden, frühen Werbevideo gezeigten Geräte inzwischen nicht mehr auf dem Markt sind, zeigt es anschaulich, welche Möglichkeiten D-Star zu bieten hat. Für alle, die von Anfang an dabei waren, dürfte das Video außerdem zum Schwelgen in Erinnerungen einladen.
Mehr als nur Sprachübertragung
D-PRS (Digital-Position Reporting System)
Mit dem sogenannten D-PRS (Digital Position Reporting System) können – ähnlich wie beim klassischen APRS – auch über D-Star Positionsdaten übertragen werden. Die aktuelle Position wird dabei entweder durch einen integrierten GPS-Empfänger ermittelt, wie er in modernen Funkgeräten häufig vorhanden ist, oder es wird eine feste Position manuell im Gerät hinterlegt. Zusätzlich zur Positionsangabe lassen sich auch ein Symbol und ein kurzer Statustext übermitteln. Die von anderen Stationen gesendeten Positionsdaten können entweder direkt auf dem Display des Funkgeräts angezeigt oder an eine externe Anwendung übergeben und dort auf einer übersichtlichen Karte dargestellt werden.
Übertragung von Positionsdaten in D-Star, Quelle: www.icomjapan.com
Kurznachrichten über D-Star
Auch Textnachrichten lassen sich – ähnlich wie bei APRS – über D-Star versenden. In Kombination mit einer externen Anwendung wie RS-MS1I (für iOS) oder RS-MS1A (für Android) können Nachrichten bequem vom Smartphone aus gesendet und empfangen werden.
Nachrichtenversand mit der RS-MS1I App, hier im Test mit DL2UL
Bilderübertragung
Auch Bilder lassen sich über D-Star übertragen – vergleichbar mit dem analogen Verfahren über SSTV. Die Übertragungsdauer hängt dabei von der gewählten Auflösung ab: Zur Auswahl stehen 160 × 120, 320 × 240 oder 640 × 480 Pixel, wobei höhere Auflösungen entsprechend mehr Zeit bei der Übertragung in Anspruch nehmen. Abhängig vom verwendeten Funkgerät können Bilder entweder direkt am Gerät gesendet und angezeigt werden oder über die bereits erwähnten Apps RS-MS1I (für iOS) und RS-MS1A (für Android).
Übertragung von Bildern in D-Star, Quelle: www.icomjapan.com
Der große Unterschied zur analogen Übertragung liegt darin, dass Daten bei D-Star parallel zur Sprache übertragen werden können. So könnt ihr ein ganz normales QSO führen und eurem Funkpartner gleichzeitig Positionsdaten oder Bilder senden. Die Bildübertragung muss dabei nicht vollständig abgeschlossen sein, wenn ihr das Mikrofon wieder übergebt. Stattdessen lässt sich die Übertragung so konfigurieren, dass sie beim nächsten Durchgang einfach fortgesetzt wird. Auch auf der Empfangsseite wird das Bild an genau der Stelle weiter aufgebaut, an der zuvor unterbrochen wurde – bis es vollständig ist.
Die folgende Galerie zeigt eine Auswahl von Bildern, die ich bei früheren Tests über das Modul E des XLX421 empfangen habe.
Auf diese Weise hatte ich ein besonders interessantes QSO mit Ehrhart aka Sido DF3XZ, der mir parallel zur laufenden Sprachverbindung einige Bilder von seiner Reise nach Namibia übertrug und dabei seine Erlebnisse schilderte. Gleichzeitig sendete ich ihm Aufnahmen aus Singapur und erzählte, wie sich das Leben dort gestaltet. Die Bilder waren eine echte Bereicherung für unser Gespräch.
Verlauf empfangener Bilder in der App RS-MS1I
Benötigte Hard- und Software
Wenn ihr D-Star selbst einmal ausprobieren möchtet, benötigt ihr zunächst ein Digitalfunkgerät, das D-Star unterstützt. Viele Handfunkgeräte und Mobiltransceiver von Icom und Kenwood verfügen serienmäßig über diese Funktion.
Icom
Das Line-up an Digitalfunkgeräten bei Icom ist breit aufgestellt. Während beim ID-5100 das Bluetooth-Modul UT-133A optional nachgerüstet werden muss, verfügen die Handfunkgeräte ID-50 und ID-52 PLUS sowie der kompakte Allmode-Transceiver IC-705 bereits über integriertes Bluetooth.
Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal betrifft die Bildübertragung: Der ID-52 PLUS, IC-705, IC-905 und IC-9700 ermöglichen das Senden und Anzeigen empfangener Bilder direkt auf dem Gerätebildschirm – ganz ohne zusätzliche App.
Mit dem IC-9700 von Icom können empfangene Bilder direkt am Gerät angezeigt werden
Kenwood
Kenwood hat mit dem Handfunkgerät TH-D75 derzeit nur ein einziges D-Star-taugliches Digitalfunkgerät im Sortiment. Eigene Apps für den Bilderaustausch stellt Kenwood nicht zur Verfügung. Das Gerät lässt sich jedoch per Bluetooth mit den zuvor genannten Icom-Apps koppeln, sodass auch damit ein Bildversand möglich ist.
Auch der für Ende diesen Jahres erwartete Mobilfunktransceiver TM-D750 wird D-Star vollumfänglich unterstützen.
Teilweiser funktionaler Prototyp des Kenwood TM-D750
D-STAR BEacon von OK1CHP
Wer noch kein D-Star-Gerät besitzt, aber zumindest den Austausch von Bildern und Texten ausprobieren möchte, findet mit dem Projekt D-Star Beacon von Libor OK1CHP eine spannende Möglichkeit. Es basiert auf dem kostengünstigen LilyGO® T-Beam, der für das 70-cm-Amateurfunkband geeignet ist und meist schon für rund 30 Euro inklusive Versand erhältlich ist. Das Gerät verfügt über integriertes Bluetooth sowie einen GPS-Empfänger.
Libor stellt den Quellcode auf GitHub unter github.com/yeckel/D-StarBeacon frei zur Verfügung. In einem YouTube-Video demonstriert er zudem anschaulich die Funktionsweise.
Weitere Anwendungen
Breitbandübertragung im DD-Mode
Die Geräte Icom IC-905 und IC-9700 unterstützen D-Star auch im 23 cm-Band (1,2 GHz) – und zwar im sogenannten DD-Mode (Digital Data Mode). In diesem Betriebsmodus lassen sich mit 300 kHz Bandbreite Daten mit einer Geschwindigkeit von bis zu 128 kbps übertragen. Damit wird beispielsweise der Austausch von Dateien oder das Versenden von E-Mails über D-Star möglich. Das Verfahren unterstützt sowohl Punkt-zu-Punkt Verbindungen als auch den Multinutzer-Zugang z.B. über Relaisfunkstellen.
Übertragung von Daten im DD-Mode, Quelle: www.icomjapan.com
Einen Vortrag zu diesem Thema hat Kurt OE1KBC auf der HAM Radio 2023 am Stand des ÖVSV gehalten. Darin zeigt er die nötigen Einstellungen am IC-9700 und demonstriert verschiedene Anwendungsmöglichkeiten des DD-Modes.
Externe Programme
Der Icom-Datenmodus lässt sich nicht nur mit den offiziellen Icom-Programmen nutzen, sondern auch mit externer Software. Über die Jahre ist so eine Vielzahl von Anwendungen entstanden, die von engagierten Funkamateuren entwickelt wurden. Im Folgenden stellen wir exemplarisch drei dieser Lösungen vor.
D-RATS ermöglicht beispielsweise den Austausch von Nachrichten, E-Mails und Dateien. In Notfunk-Szenarien lassen sich damit auch vorgefertigte Formulare – etwa für einen Krankentransport – ausfüllen und an eine Leitstelle übermitteln.
d*Chat von NJ6N sowie DStar Comms von M0DQW – vielen bekannt durch seinen YouTube-Kanal TechMinds – erlauben komfortables Chatten über D-Star direkt am Windows-PC. Beide Programme bieten darüber hinaus die Möglichkeit, Statustexte in konfigurierbaren Intervallen auszusenden – etwa um andere Stationen darauf aufmerksam zu machen, dass man QRV ist.
Viele dieser Programme entstanden bereits in den frühen 2000er-Jahren, als D-Star vor allem in den USA stark an Bedeutung gewann. Auch wenn viele der Anwendungen heute nicht mehr aktiv weiterentwickelt werden, sind sie auf modernen Systemen in der Regel weiterhin lauffähig.
Auf dem YouTube-Kanal von W7NWH finden sich mehrere Videos zum Thema Datenfunk über D-Star – unter anderem zu Notfunk-Anwendungen und zur Nutzung von d*Chat.
Mehr zum Thema D-Star
Der originale Vortrag in englischer Sprache sowie eine Präsentation über D-Star von Bernd DK5BS stehen euch hier zum Herunterladen bereit.
Wie der Beitrag zeigt, bietet D-Star weit mehr als nur reine Sprachübertragung. Im Gegensatz zu analogen Verfahren lassen sich viele dieser Funktionen sogar parallel zur Sprache nutzen.
Und das Beste: Wenn die passende Hardware bereits vorhanden ist, entstehen für die Nutzung keine zusätzlichen Kosten.
Habt ihr Interesse bekommen? Dann seid herzlich eingeladen, mit uns zu experimentieren – in unserer Community findet sich bestimmt der eine oder andere Testpartner!
XLX421 Modul E
Wenn ihr Lust habt, die Datenübertragung in D-Star selbst auszuprobieren, schaut doch mal im XLX421 auf Modul E vorbei.
Wie sind eure bisherigen Erfahrungen mit der Datenübertragung in D-Star? Schreibt es uns gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert sie mit uns in unsererTelegram- oder WhatsApp-Gruppe.
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Kenwood gab auf der Hamvention 2025 weitere Details zum erwarteten Mobilfunk-Transceiver TM-D750 bekannt.
Auf der diesjährigen Hamvention präsentierte Kenwood, ebenfalls in einer Glasvitrine, einen teilweise funktionsfähigen Prototyp des seit Langem erwarteten neuen Mobilfunk-Transceivers TM-D750. Während es sich bei zuvor gezeigten Modellen lediglich um Mock-ups handelte, ist das Hardware-Design inzwischen deutlich weiter fortgeschritten, und die Ingenieure konzentrieren sich nun auf die Entwicklung der Firmware. Bereits einige Tage zuvor kursierten aktuelle Bilder des Displays im Internet, die Raum für weitere Spekulationen ließen.
Teilweiser funktionaler Prototyp des Kenwood TM-D750
Im Folgenden listen wir euch einige der neuen, von Kenwood bestätigten Informationen auf:
Simultaner Empfang und Aufnahme auf VHF und UHF, zum Beispiel für Satellitenfunk, sowie Crossband-Repeater-Funktion
Empfangsbereich von 108 MHz bis 1,2 GHz, somit kein HF-Empfang wie beim TH-D74 bzw. TH-D75
APRS-Aktivierung auf Knopfdruck inklusive automatischer Frequenzeinstellung
Integriertes WLAN und Bluetooth
Integriertes KISS-TNC für 1200 und 9600 Baud Packet Radio sowie ein integriertes APRS iGate
D-Star Betrieb entweder direkt über Funk oder im Terminal- und Reflektormodus über Bluetooth, USB und WLAN
USB Typ-C Anschlussport und SD-Kartenslot, sowohl an der Bedieneinheit als auch am HF-Teil
6-Pin Mini-DIN Dataport, beispielsweise zum Anschluss eines externen TNC, MMDVM-Modems oder M17-Moduls
Anschlussmöglichkeit für einen externen GPS-Receiver, ansonsten wird der interne GPS-Empfänger verwendet
Der Transceiver soll voraussichtlich erst im letzten Quartal dieses Jahres in die Massenproduktion gehen. Das englischsprachige Präsentation von Don W6GPS haben wir euch hier eingebettet.
Weitere aktuelle Informationen sowie ein Feature-Video des Kenwood TM-D750 findet ihr in der offiziellen englischsprachigen Facebook-Gruppe Kenwood TM-D750A.
Wir sind gespannt auf eure Meinung zum Kenwood TM-D750! Schreibt eure Meinung gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert sie mit uns in unsererTelegram- oder WhatsApp-Gruppe.
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Vom 27. bis 29. Juni öffnet Europas größte und internationale Amateurfunk-Ausstellung nun schon zum 48. Mal ihre Tore. Aber was erwartet uns 2025 konkret?
Zahlen und Fakten
Noch 61 Tage, dann startet in Friedrichshafen die HAM RADIO, das wichtigste Treffen der Funkamateure in Europa und darüber hinaus. Auf einer Fläche von 27.400 m² werden in diesem Jahr über 390 Aussteller aus 30 Ländern erwartet. Neben kommerziellen Anbietern mit neuen und innovativen Produkten zeigen auch zahlreiche Amateurfunkverbände ihre Arbeit. Und natürlich darf auch der traditionelle Flohmarkt nicht fehlen. Insgesamt rechnet man mit über 11.100Besucherinnen und Besucher aus rund 60 Ländern.
Letztes Jahr waren wir für euch vor Ort und haben unsere Eindrücke in diesem Beitrag festgehalten.
Das diesjährige Motto: „Remote Radio – Connecting the World“
Mit der neuen Amateurfunkverordnung (AFuV), die am 24. Juni 2024 in Kraft trat, hat die Bundesnetzagentur (BNetzA) klare Regeln für den Remote-Betrieb von Amateurfunkstationen festgelegt. Laut § 13a ist der sogenannte „unbesetzte, fernbediente Betrieb“ ortsfester Stationen ausschließlich Funkamateuren der Klasse A erlaubt. Bei Klubstationen darf der Zugriff zudem nur einem definierten Kreis zugelassener Mitglieder eingeräumt werden.
Bereits im vergangenen Jahr wurde das Thema auf der HAM RADIO aufgegriffen: Michael DF4WX referierte dazu in einem vielbeachteten Vortrag. Der voll besetzte Saal und die rege Beteiligung aus dem Publikum zeigten deutlich, wie groß das Interesse am Remote-Betrieb ist.
Dafür gibt es sicher viele Gründe: Etwa der Wunsch, auch im Urlaub oder auf Geschäftsreise QRV zu sein, oder der Betrieb von einem Zweitstandort, an dem der Aufbau einer Antenne nicht möglich ist oder starke Störungen den Funkverkehr erschweren.
Technisch gibt es mittlerweile zahlreiche Möglichkeiten, eine Remote-Station aufzubauen und zu betreiben. Wir von DL-Nordwest werden uns diesem Thema demnächst in einer eigenen Beitragsreihe widmen und verschiedene Ansätze vorstellen. Wer nicht so lange warten möchte, dem empfehlen wir die Videoreihe von Michael DD0UL auf seinem YouTube-Kanal DD0UL QTC.
Fachvorträge
Die Besucher erwartet erneut ein umfangreiches Vortragsprogramm mit über 100 Fachbeiträgen. Teilweise finden bis zu drei Vorträge parallel statt. Das bedeutet eine große Themenvielfalt, aber auch die Qual der Wahl, wenn gleich mehrere spannende Beiträge gleichzeitig laufen.
Die Themen reichen von Antennenbau, Hardware-Entwicklung über Messtechnik bis hin zu packenden Berichten von DXpeditionen und SOTA/IOTA/POTA Aktivitäten. Für Freunde des Digitalfunks dürfte die von Jochen DL1YBL moderierte Session wieder interessante Einblicke in aktuelle Entwicklungen bieten. Ein fester Bestandteil ist auch die Software Defined Radio Academy (SDRA), die sich am Samstag ganz dem Thema SDR widmet
Das vollständige Vortragsprogramm der HAM RADIO 2025 wird voraussichtlich ab Mai auf der offiziellen Messe-Website veröffentlicht.
Vortrag über das TetraPack TMO-System auf der Ham Radio 2024
Technische Neuheiten und Innovation
Eine hervorragende Gelegenheit, die neuesten Funkgeräte aus nächster Nähe zu erleben und selbst zu testen, bieten traditionell die großen japanischen Hersteller in der Halle A1: ICOM, JVC-Kenwood und YAESU.
💡Tipp: Um euch die Wartezeit bis zur HAM RADIO zu verkürzen, schaut gerne in unsere bisherigen Beiträge. Dort findet ihr jede Menge Infos und Lesestoff zu den aktuellen Geräten.
Bei ICOM darf man sich auf das Flaggschiff IC-7760 freuen, das zusammen mit dem passenden Meinungsverstärker IC-PW2 ausgestellt sein dürfte. ICOM hatte den Kurzwellen-Transceiver im vergangenen Jahr zu seinem 60-jähriger Firmenjubiläum präsentiert und zuvor unter dem Codenamen X60 angeteasert. Für D-STAR-Enthusiasten wird ICOM zusätzlich sicher das Handfunkgerät ID-52 Plus im Gepäck haben.
KENWOOD wiederum wird voraussichtlich den heiß erwarteten Mobilfunktransceiver TM-D750 zeigen. Ob es sich dabei endlich um einen funktionsfähigen Prototypen handelt oder erneut nur ein Mockup hinter Glas zu sehen ist, wird sich vermutlich schon Mitte Mai auf der Hamvention in Xenia, Ohio, zeigen. Zusätzlich dürfte das neue Handfunkgerät TH-D75 mehrfach, auch in Kombination mit BlueDV Connect von PA7LIM, ausgestellt sein.
Bei YAESU wird das komplette neue Line-up analoger und digitaler Mobilgeräte wie dem FTM-510DE ASP mit der neuen ASP-Technologie (Advanced Signal Processing) präsentiert. Diese lassen sich vor Ort am Stand ausgiebig testen. Besonderes Interesse dürfte sich auf den neuen Allmode-SDR-Transceiver FTX-1F richten, um den sich sicher eine Menschentraube bilden wird.
Neben der HAM RADIO, die als größtes Amateurfunkevent Europas gilt, lohnt sich auch ein Blick nach Westen und Osten. Was bei uns die HAM RADIO ist, ist in den USA die Hamvention, die dieses Jahr vom 16.-18. Mai in Xenia Ohio stattfindet. Wir berichteten im vergangenen Jahr bereits ausführlich über dieses Event. Erfahrungsgemäß zeigt sich dort schon, was bei den japanischen Herstellern nur einen Monat später auch in Friedrichshafen zu sehen sein wird. Wer sich die Überraschung nicht vorwegnehmen lassen möchte, meidet in der Zeit zwischen Hamvention und HAM RADIO besser YouTube und soziale Medien.
Im Osten hingegen findet vom 23.-24. August die Tokyo Ham Fair statt. Auch über dieses Event berichteten wir im vergangenen Jahr bereits. Da Japan das Ursprungsland vieler innovativer Amateurfunktechnologien ist, lassen es sich die Hersteller nicht nehmen, ihre neuesten Entwicklungen und Geräte zuerst dort der Öffentlichkeit vorzustellen.
💡 Tipp: Mit unserer Terminübersicht behaltet ihr den Überblick und verpasst garantiert kein Event mehr. Praktisch: Einzelne Programmpunkte lassen sich direkt per Mausklick in euren Kalender übernehmen.
Terminübersicht von DL-Nordwest
Alle Informationen zum Event
Alle Informationen zur HAM RADIO 2025, inklusive Programm, Ausstellerübersicht und Online-Ticketshop, findet ihr auf der offiziellen Website: www.hamradio-friedrichshafen.de. Dort könnt ihr auch eure Tickets vorab kaufen. Dieses ist sehr zu empfehlen, da ihr euch so das teils lange Anstehen an den Kassen vor Ort erspart. Außerdem sind dort praktische Kombi-Tickets erhältlich, etwa für die Anreise mit dem Katamaran ab Konstanz inklusive Bustransfer zum Messegelände und zurück.
www.hamradio-friedrichshafen.de
Schreibt uns gern, wenn ihr selbst auf der Messe unterwegs seid! Wir freuen uns auf eure Eindrücke, Erlebnisse und Bilder. Teilt sie gerne in den Kommentare unter diesem Beitrag oder in unsererTelegram- oder WhatsApp-Gruppe.
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Digitalfunk auf Apple-Geräten? Ja, das geht! Wir zeigen euch, welche Lösungen es gibt (auch für Android).
Hinweis für Android-Nutzer
Alle in diesem Beitrag vorgestellten Lösungen sind auch für Android-Geräte verfügbar!
In der Vergangenheit standen Nutzer von Apple-Geräten oft vor Herausforderungen, wenn es darum ging, reinen Digitalfunkbetrieb mit ihrem iPhone oder iPad zu realisieren. Laut aktuellen Statistiken von StatCounter aus dem Zeitraum März 2024 bis März 2025 dominiert Android den globalen Markt mit einem Anteil von fast 72 %, während iOS „nur“ bei 27,6 % liegt. Diese Marktverteilung hat dazu geführt, dass viele Digitalfunk-Anwendungen primär für Android entwickelt wurden, was iOS-Nutzer benachteiligt.
Zusätzlich erschweren Apples strenge Sicherheitsrichtlinien für den App Store sowie die eingeschränkte Kommunikation mit externer Hardware, beispielsweise über Bluetooth, die Entwicklung und Bereitstellung von Digitalfunk-Apps für iOS. Dennoch gibt es mittlerweile einige Anwendungen, die es ermöglichen, mit iPhone oder iPad in digitalen Betriebsarten wie DMR, D-Star, C4FM, NXDN, P25, M17 und weiteren aktiv zu werden. In diesem Beitrag stellen wir euch diese Lösungen vor.
SharkRF Link mit openSPOT 4 Pro
Der openSPOT4 Pro von SharkRF ist mit einem integrierten AMBE-Hardware-Transcoder ausgestattet, der in Kombination mit der App SharkRF Link den vollständigen Betrieb über das Smartphone ermöglicht. Damit könnt ihr in allen digitalen Betriebsarten und Protokollen QRV sein, die vom openSPOT4 Pro unterstützt werden – zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Beitrags sind das DMR, D-Star, C4FM, NXDN, P25 und POCSAG.
Ein Nachteil bleibt allerdings: Trotz der kompakten Bauweise müsst ihr die zusätzliche Hardware stets dabeihaben – auch wenn sie problemlos in die Hosentasche passt. Auf der anderen Seite punktet der openSPOT4 Pro durch seinen Hardware-Transcoder mit einer exzellenten Übertragungsqualität, die viele „reine“ Softwarelösungen nicht erreichen.
Die SharkRF-Link App erlaubt beim openSPOT 4 Pro den direkten Funkbetrieb am Smartphone
Mehr über den openSPOT4 Pro erfahrt ihr in unserem Beitrag hier.
Der M1KE, ebenfalls von SharkRF, wurde gezielt dafür entwickelt, ganz ohne HF-Modul auszukommen. Stattdessen verfügt er über ein integriertes Mikrofon, einen Lautsprecher, eine PTT-Taste sowie ein Display – damit wird er quasi zur eigenständigen „Funkgerät“. Euer Smartphone kann währenddessen bequem in der Hosentasche bleiben und dient dem M1KE lediglich als Internetzugang per WiFi-Hotspot.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Beitrags unterstützt der M1KE unter anderem DMR, D-Star, C4FM, NXDN, APRS und POCSAG, aber auch eigene IP-basierte Netzwerke auf Basis verschiedener Protokolle.
Der M1KE von SharkRF benötigt für den Funkbetrieb nur eine Internetverbindung. Quelle: www.sharkrf.com/products/m1ke/
Alle Infos zum SharkRF M1KE gibt’s in unserem Beitrag hier.
DroidStar wurde – wie der Name bereits vermuten lässt – ursprünglich für Android entwickelt. Aufgrund der hohen Nachfrage ist die App mittlerweile jedoch auch für iOS-Geräte verfügbar.
Da Apple, wie bereits in der Einleitung erwähnt, sehr restriktiv bei der Zulassung von Apps im offiziellen App Store ist, entschied sich der Entwickler zunächst, DroidStar über das TestFlight-Programm bereitzustellen. TestFlight ist ein offizieller Dienst von Apple, der es ermöglicht, Beta-Versionen von Apps für eine begrenzte Anzahl an Testnutzern freizugeben, bevor sie im App Store erscheinen.
Aufgrund der dort ebenfalls geltenden Richtlinien sowie der Notwendigkeit, einen kostenpflichtigen Entwickler-Account zu unterhalten, wechselte der Entwickler schließlich zur Verteilung über Sideloadly – eine Methode, mit der sich Apps manuell auf iOS-Geräten installieren lassen, ohne den App Store zu nutzen.
Aktuell unterstützt DroidStar die digitalen Betriebsarten DMR, D-Star, C4FM, NXDN, P25, M17 sowie IAX.
DroidStar unter iOS, hier verbunden mit DL-Nordwest in YSF
Infos zu DroidStar unter iOS gibt es hier: github.com/nostar/DroidStar. In einem kommenden Beitrag gehen wir zudem detailliert auf die Installation ein.
PEANUT von PA7LIM
Bei PEANUT handelt es sich um ein Projekt, das es lizenzierten Funkamateuren ermöglicht, weltweit mit anderen OM über (Android-)Geräte, Network Radios (POC) oder den Windows-PC zu kommunizieren. Inzwischen ist PEANUT auch in einer Testversion für iOS-Geräte über TestFlight verfügbar.
Unterstützt werden sowohl lokale Räume in HD-Qualität (also reine PEANUT-zu-PEANUT-Verbindungen) als auch angebundene Räume über D-Star (REF, XRF und XLX), DMR-Master (z. B. DMR, TGIF, FreeNet und HBLink) sowie YSF-Räume. So könnt ihr beispielsweise DL-Nordwest bequem über YSF-DLNW erreichen. Das Transcoding übernehmen wir in diesem Fall für euch auf einem unserer eigenen Transcoding-Server.
Ein Nachteil von PEANUT ist, dass ihr nicht beliebige Räume oder Sprechgruppen (Talkgroups) ansteuern könnt, sondern nur solche, die explizit an PEANUT angebunden wurden.
BlueDV dürfte den meisten von euch bereits ein Begriff sein – auf DL-Nordwest haben wir bereits zahlreiche Beiträge rund um diese Anwendung veröffentlicht. BlueDV unterstützt unter anderem DMR, D-Star, C4FM und NXDN.
Aktuell arbeitet David PA7LIM an einer (neuen) iOS-Version seiner App. Zwar ist die iOS-Version derzeit noch nicht öffentlich verfügbar, bei David selbst läuft sie seinem Blog nach jedoch bereits stabil – unter anderem im Zusammenspiel mit XLX-Reflektoren.
Das Transcoding erfolgt momentan über einen externen AMBE-Server. Künftig könnte aber auch ein AMBE3000-Modul, das direkt per serieller Schnittstelle am iPhone angeschlossen wird, diese Aufgabe übernehmen.
BlueDV, interne Testversion. Wir können es kaum erwarten. Quelle: www.pa7lim.nl/experimenting-with-my-iphone-bluedv-with-ambe/
Sobald BlueDV für iOS zum Testen verfügbar ist, werden wir es ausgiebig unter die Lupe nehmen und ausführlich darüber berichten.
Fazit
Auch wenn Nutzer von iOS-Geräten im Bereich Digitalfunk lange Zeit benachteiligt waren, gibt es mittlerweile eine wachsende Zahl an Anwendungen, die den Betrieb mit dem iPhone (oder iPad) ermöglichen. Lösungen wie openSPOT4 Pro, M1KE, DroidStar, PEANUT und bald auch BlueDV zeigen, dass Digitalfunk auf Apple-Geräten längst kein Wunschdenken mehr ist. Zwar bringen einige dieser Lösungen Einschränkungen oder zusätzliche Hardwareanforderungen mit sich, doch die Entwicklung schreitet stetig voran – und wir halten euch dabei auf dem Laufenden.
Aber jetzt bist du dran: Welche der vorgestellten Apps hast du bereits ausprobiert? Kennst du noch andere iOS-Apps, die wir ausprobieren sollten?Schreibt eure Erfahrungen gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert sie mit uns in unsererTelegram- oder WhatsApp-Gruppe.
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CC1200 vs. ADF7021: Wir zeigen, welche Vorteile der neue CC1200 für Digitalfunk-Hotspots bietet.
Hotspots für den Digitalfunk, die Betriebsarten wie DMR, C4FM, D‑Star, NXDN, P25, M17, aber auch APRS und POCSAG unterstützen, sind äußerst praktisch und in fast jedem modernen Amateurfunk-Shack zu finden. Bisher dominierte der HF-Transceiver-Chip ADF7021 von Analog Devices die Szene digitaler Hotspots – und damit auch die Mehrheit der in unserer Übersicht digitaler Hotspots mit integriertem TRX aufgeführten Lösungen.
Übersicht digitaler Hotspots mit integriertem TRX
Das Projektteam M17 um Chef-Entwickler Wojciech Kaczmarski, SP5WWP, testet nun einen neuen Ansatz mit dem HF-Transceiver-Chip CC1200 von Texas Instruments. Nach eigenen Messungen bietet dieser, insbesondere bei größerem Abstand zur Antenne, eine deutlich bessere Performance als der weit verbreitete ADF7021. Dies dürfte sich besonders in der Übertragungsqualität bemerkbar machen und könnte künftig allen digitalen Übertragungsarten zugutekommen.
Ein erster Raspberry Pi-Hat, in dem der CC1200 zum Einsatz kommt, wurde bereits entwickelt. Eine noch im frühen Beta-Status befindliche Firmware liegt ebenfalls vor, die aktuell allerdings ausschließlich den M17-Modus für Sprach- und Textübertragungen unterstützt.
Experimentierfreudige Anwender können das Platinenlayout des Pi-Hats hier herunterladen und über Dienstleister wie JLCPCB oder PCBWay fertigen lassen. Die Firmware steht zudem hier zur Verfügung.
Schaltplan des CC1200 Hotspots für den Raspberry Pi, Stand 10.02.2025
Auch der Hersteller selbst, Texas Instruments, bietet mit dem CC1200EMK-420-470 ein Entwicklungsboard für eigene Experimente an
Entwicklungsboard CC1200EMK-420-470 des Herstellers Texas Instruments für den Frequenzbereich 420 – 470 MHz
Obwohl die Messungen klare Vorteile des CC1200 zeigen, wird es vermutlich noch einige Zeit dauern, bis Hotspot-Platinen (Pi-Hats) mit diesem Chip verbreitet sind. Entscheidend wird zudem sein, ob der neue Chip vollständig von MMDVM in Verbindung mit Pi‑Star bzw. WPSD unterstützt wird.
Wir vom Team DL-Nordwest beobachten die Entwicklungen aufmerksam und informieren euch über alle Fortschritte.
Was haltet ihr von dieser Entwicklung? Schreibt uns eure Meinung dazu gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert sie mit uns in unsererTelegram- oder WhatsApp-Gruppe.
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Neue Informationen zum D-Star/APRS Mobilfunktransceiver von Kenwood
Seit der erstmaligen Enthüllung des neuen Kenwood Mobilfunktransceivers auf der Tokio Ham Fair 2024 war es ruhig geworden. Nun wurde er auf der HamCation 2025 in Orlando, USA, erneut den Besuchern präsentiert.
Hatte das Gerät bisher noch keinen offiziellen Namen, so steht nun fest, dass es, wie von uns vermutet, TM-D750 heißen wird. Eine weitere neue Information ist, dass der TM-D750 über WLAN-Konnektivität verfügen wird für den direkten D-Star Betrieb ins Internet ohne Zusatzgerät.
Alle bisher bekannten Details zusammengefasst:
📱Modellbezeichnung: TM-D750
📶Frequenzbereiche: 144 MHz (VHF) / 430 MHz (UHF) Duo-Bander Simultanempfang| +220 MHz, also Tri-Bander in den USA
🎙️Betriebsarten: FM | D-Star | APRS
🌐D-Star: Terminal-Mode mit MMDVM-Protokoll via WLAN, USB und Bluetooth
💻KISS TNC: 1200/9600 Baud für PacketRadio und APRS-iGate Funktion
📍APRS: Integrierte GPS-Antenne und Standalone-Digipeater
📺Bedieneinheit: 183,3 x 93 mm, abgesetzt mit großem 3,45″ TFT-Farbdisplay und Frontlautsprecher
🔌Konnektivität: Bluetooth und WLAN, USB Typ-C und Micro-SD-Kartenslot, sowohl an der HF- als auch an der Bedieneinheit
🗣️Sprachführung: Mit einstellbarer Geschwindigkeit und über 900 Phrasen
Vorab-Flyer des Kenwood TM-D750A (US-Version)
Hier gibt es ein Interview mit Don Arnold W6GPS von der HamCation 2025:
Zur im Mai ebenfalls in den USA stattfindenden Dayton Hamvention erwarten wir dann weitere spannende Details. Zusätzlich wurden eine private Facebook und groups.io Gruppe gegründet, in der aktuelle Informationen geteilt werden. Sobald wir neue Informationen haben, werden wir euch hier natürlich ebenfalls informieren.
Welche Funktionen erwartet ihr euch vom Kenwood TM-D750? Schreibt es gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert es mit uns in unsererTelegram- oder WhatsApp-Gruppe.
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