Einsatz des USB-Handmikrofons QX-18B mit BlueDV, Peanut, FreeDV, EchoLink und Jitsi Meet unter Windows

In diesem Beitrag zeigen wir euch, wie ihr das USB-Handmikrofon QX-18B unter Windows – über einen kleinen Umweg – auch in verschiedenen Sprach- und Kommunikationsanwendungen wie BlueDV, Peanut, FreeDV, EchoLink oder Jitsi Meet nutzen könnt.

In unserem letzten Beitrag haben wir euch gezeigt, wie ihr das USB-Handmikrofon QX-18B mit der Anwendung JaY-TrX-Link nutzen könnt. Den entsprechenden Artikel findet ihr hier.

Während sich bei JaY-TrX-Link in den Einstellungen frei definieren lässt, über welche Taste die PTT ausgelöst wird und wie sich diese verhalten soll – also dauerhaft gedrückt halten oder per kurzem Antippen umschalten – setzen andere digitale Sprach- und Kommunikationsanwendungen wie BlueDV, Peanut, FreeDV, oder EchoLink standardmäßig das Gedrückthalten der Leertaste voraus.

Das QX-18B hingegen emuliert beim Betätigen der seitlichen PTT-Taste die F2-Taste. Dadurch ist eine direkte Nutzung in diesen Anwendungen zunächst nicht ohne Weiteres möglich – lässt sich jedoch mit einem kleinen Trick dennoch realisieren.

Lösungsansatz: AutoHotkey v2

Mit der Anwendung AutoHotkey v2 lassen sich kleine Skripte erstellen, die beispielsweise beim Erkennen der F2-Taste automatisch die Leertaste an die jeweils aktive Anwendung senden. Genau das benötigen wir hier: Das QX-18B sendet beim Drücken der seitlichen PTT-Taste „F2“, die meisten digitalen Sprachprogramme erwarten jedoch das Gedrückthalten der Leertaste.

Das Skript kann direkt über AutoHotkey ausgeführt und nach Fertigstellung auch als eigenständige ausführbare Datei kompiliert werden. Wichtig ist lediglich, dass es parallel zur jeweiligen Anwendung gestartet wird.

Ich habe mir dazu verschiedene Skript-Varianten erstellt:

Variante A: Feste Anwendung mit automatischem Wechsel in den Vordergrund

Bei dieser Variante wird beim Betätigen der PTT-Taste am USB-Handmikrofon QX-18B immer eine zuvor definierte Anwendung in den Vordergrund geholt – beispielsweise BlueDV oder EchoLink – und anschließend die Leertaste ausgelöst.

Das ist besonders praktisch, wenn ihr euren PC gerade für eine andere Tätigkeit nutzt. Werdet ihr gerufen, müsst ihr nicht erst das entsprechende Anwendungsfenster suchen, sondern könnt sofort antworten.

Variante B: Steuerung der jeweils aktiven Anwendung

Bei der zweiten Variante reagiert das Skript nur auf die Anwendung, die sich gerade im Vordergrund befindet. In der aktuellen Version ist das auf folgende Programme begrenzt:

  • BlueDV (v 1.0.0.9644)
  • Peanut (v2.4.6)
  • FreeDV (2.2.1)
  • EchoLink (2.3.121)
  • FreifunkMeet, Jitsi (2026.1.1)

Befindet sich eine andere Anwendung im Vordergrund, passiert beim Drücken der PTT-Taste nichts. Dadurch wird verhindert, dass unbeabsichtigt Eingaben in falschen Programmen ausgelöst werden.

In den Audio-Einstellungen der jeweiligen Anwendung wählt ihr unter Mikrofon den Eintrag UACDemoV1.0 aus. Dabei handelt es sich um das USB-Audiogerät des QX-18B, über das eure Sprache an das jeweilige Programm übertragen wird.

USB-Handmikrofon QX-18B

Hier findet ihr noch einmal den Link zum USB-Handmikrofon QX-18B:

QX-18B auf Aliexpress (Affiliate Link)

Das USB-Handmikrofon wird mit einer Klebehalterung geliefert

Downloads

Die Skripte stehen euch hier zum Download bereit:

QX-18B Hotkey Skript – Variante A

Feste Anwendung mit automatischem Wechsel in den Vordergrund.
Jetzt inkl. FreeDV!

Größe: 452 KB
Version: 2026-03-04
QX-18B Hotkey Skript – Variante B

Steuerung der jeweils aktiven Anwendung.
Jetzt inkl. FreeDV!

Größe: 2.20 MB
Version: 2026-03-04

Fazit

Über einen kleinen Umweg lässt sich das USB-Handmikrofon QX-18B unter Windows problemlos mit einer ganzen Reihe von Amateurfunk-Anwendungen einsetzen. Mit Hilfe eines schlanken AutoHotkey-Skripts wird aus der F2-Emulation des Mikrofons eine kompatible PTT-Steuerung für Programme wie BlueDV, Peanut, EchoLink oder Jitsi Meet.

Ich gehe davon aus, dass PA7LIM seine Anwendungen BlueDV und Peanut künftig direkt anpassen wird, sodass das QX-18B ohne diesen Zwischenschritt unterstützt wird – zumal er aktuell an einem neuen Projekt arbeitet, bei dem dieses Mikrofon ebenfalls zum Einsatz kommt.

Ausblick

In einem späteren Beitrag schauen wir uns dann an, wie sich das USB-Handmikrofon QX-18B auch unter Linux nutzen lässt. Ziel ist ein minimalistischer, portabler SvxLink-Hotspot für unterwegs.

Das USB-Handmikrofon QX-18B verfügt auf der Vorderseite über eine zusätzliche Taste. Diese lässt sich ebenfalls frei nutzen – beispielsweise, um die Audioausgabe der gerade aktiven Anwendung stummzuschalten.

Ebenso denkbar ist es, über ein entsprechendes Skript gezielt zwischen verschiedenen Anwendungen zu wechseln und diese in den Vordergrund zu holen.

Kennt ihr weitere Anwendungen, die sich mit dem USB-Handmikrofon kombinieren lassen? Schreibt eure Erfahrungen gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert sie mit uns in unserer Telegram- oder WhatsApp-Gruppe.

Team DL-Nordwest, Stephan 9V1LH/(9M2/)DG1BGS


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USB-Handmikrofon mit JaY-TrX-Link App unter Windows nutzen

Wir zeigen euch eine Alternative zu Headsets, mit der echtes Funk-Feeling aufkommt.

Das FM-Funknetz erfreut sich großer Beliebtheit und wächst stetig weiter. Auch wir von DL-Nordwest sind mit unserer eigenen Talkgroup (TG 26426) dabei – mit einer Digitalbrücke zu Modul F des XLX421 (C4FM und DMR).

JaY-TrX-Link App

Vor ein paar Tagen hat Jens, DJ1JAY, eine neue App für Windows und macOS veröffentlicht. Damit könnt ihr z. B. im Urlaub auch ohne Funkgerät, Relais oder Hotspot in den Genuss grenzenloser Kommunikation kommen. Wer dabei jedoch das typische Funkgefühl mit Mikrofon und PTT-Taste vermisst, findet mit einem USB-Handmikrofon mit echter PTT eine sehr gute Alternative.

USB-Handmikrofon QX-18B

Das QX-18B, das auf verschiedenen chinesischen Handelsplattformen angeboten wird, ist ein solches USB-Handmikrofon. Nach dem Einstecken installiert Windows die Treiber automatisch.

QX-18B auf Aliexpress (Affiliate Link)

Das USB-Handmikrofon wird mit einer Klebehalterung geliefert

Einstellungen

Anschließend öffnet ihr in der JaY-TrX-Link App die Einstellungen:

  • Im Abschnitt PTT wählt ihr unter Taste die F2-Taste für die seitliche PTT.
  • Den Toggle-Modus bitte deaktivieren.

Im Abschnitt Audio wählt ihr unter Mikrofon den Eintrag UACDemoV1.0 und speichert die Einstellungen abschließend.

Getestet unter Windows 10 (64 Bit) und JaY-TrX-Link Build 47 (18.02.2026).

Weitere Informationen

Weitere Informationen zu JaY-TrX-Link findet ihr in der Telegram-Gruppe JaY:TrX:LinK Client Software MacOS/ Win

Im nächsten Beitrag zeigen wir euch, wie ihr das USB-Mikrofon über einen kleinen Umweg auch mit BlueDV, Peanut, EchoLink, Zello, Jitsi Meet (Freifunk) und weiteren Anwendungen unter Windows nutzen könnt – sowie im Einsatz mit einem SvxLink Radioless Node unter Linux.

Fazit

Mit einem USB-Handmikrofon kommt in Kombination mit PC-basierten Funk-Apps echtes Funk-Feeling auf.

Seid ihr auch schon im FM-Funknetz qrv oder kennt ihr weitere Anwendungen, die sich perfekt mit einem USB-Handmikrofon kombinieren ließen? Schreibt eure Erfahrungen gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert sie mit uns in unserer Telegram- oder WhatsApp-Gruppe.

Team DL-Nordwest, Stephan 9V1LH/(9M2/)DG1BGS


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Ältere Funkgeräte unterwegs mit der Powerbank nachladen

Ältere Funkgeräte lassen sich oft nicht direkt per USB laden. In diesem Beitrag zeigen wir, wie es trotzdem funktioniert.

Viele ältere Handfunkgeräte besitzen noch keine USB-Ladebuchse. Für den portablen Betrieb bedeutet das meist: Ersatzakkus mitnehmen. Wer Akkus jedoch auch unterwegs aus einer Powerbank nachladen möchte, braucht eine andere Lösung – vor allem dann, wenn keine Steckdose verfügbar ist.

Neben dem Einsatz von AA/AAA-Leergehäusen gibt es dafür noch eine deutlich flexiblere Möglichkeit.

YAESU VX-3 mit zusätzlichem 3×AA-Batteriegehäuse

Unser Tipp: Einsatz eines intelligenten USB-C-Kabels

Mit einem USB-C-PD-auf-DC-Kabel mit einstellbarer Ausgangsspannung lässt sich eine Powerbank direkt als Stromquelle für Funkgeräte oder passende Ladegeräte nutzen. Das Kabel wird dabei einfach an den USB-C-PD-Port der Powerbank angeschlossen, die gewünschte Spannung eingestellt und anschließend das Gerät verbunden.

Angebotenes USB C-PD Kabel auf der Handelsplatform AliExpress

Der entscheidende Punkt dabei ist USB-C Power Delivery (PD).

Was steckt hinter USB-C Power Delivery (PD)?

Bei herkömmlichem USB stehen immer nur 5 V zur Verfügung. USB-C Power Delivery funktioniert anders:
Quelle (Powerbank) und Verbraucher handeln aktiv aus, welche Spannung und Leistung bereitgestellt werden sollen, z.B. 9 V, 12 V, 15 V oder 20 V.

Das hier eingesetzte Kabel übernimmt genau diese Rolle:
Es fungiert als PD-Trigger-Device, fordert die eingestellte Spannung von der Powerbank an und stellt sie am DC-Ausgang zur Verfügung. Erst dadurch ist es möglich, am Kabelende eine andere Spannung als 5 V zu erhalten.

ICOM ID-31 Plus im portablen Einsatz: Stromversorgung und Laden per Powerbank mit USB-C-auf-DC-Kabel

Voraussetzung ist eine PD-fähige Powerbank mit ausreichender Leistung (typischerweise 60–140 W).

Kabel, Adapter und Anschlussmöglichkeiten

Das hier beschriebene USB-C-auf-DC-Kabel ist u. a. über AliExpress erhältlich.

USB C auf DC PD-Adapterkabel bei AliExpress (Affiliate Link)

Je nach Angebot kann man zwischen verschiedenen Varianten wählen: nur das Kabel mit DC-Hohlstecker oder das Kabel mit zusätzlichen Adaptersteckern.

Set mit unterschiedlichen Adaptersteckern, u.a. Schraubterminals (1)

Ich habe mich dabei bewusst für das Set mit Schraubanschlüssen entschieden, da sich daran sehr einfach Anderson PowerPole-Steckverbinder adaptieren lassen.

Anderson PowerPoles am Schraubterminal-Adapter

Fazit

Ein kleines Kabel übernimmt die Rolle eines intelligenten Spannungswandlers und macht eine Powerbank zur universellen, mobilen Stromquelle.
Für Funkamateure, Outdoor-Einsätze und den Notfunk ist das eine einfache, platzsparende Lösung und ein echtes Upgrade für den Funkrucksack. 📻🔋

Habt ihr weitere praktische Tipps für den Funkbetrieb unterwegs? Schreibt eure Erfahrungen gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert sie mit uns in unserer Telegram- oder WhatsApp-Gruppe.

Team DL-Nordwest, Stephan 9V1LH/(9M2/)DG1BGS


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3D-Druck im Amateurfunk: Selbst konstruiertes 5-V-Netzteilgehäuse

Ein kleines Projekt mit großem Lerneffekt. Dieser Beitrag beschreibt meine Erfahrungen bei der Konstruktion und Umsetzung eines 5-V-Netzteilgehäuses.

Einleitung: Motivation und Ausgangslage

Aus einem früheren Amateurfunkprojekt hatte ich noch einige Komponenten für eine 5-V-Gleichspannungsversorgung eines Raspberry Pi herumliegen: ein 5 V / 25 W Netzteil (RS-25-5 von Mean Well), ein 230 VAC-IEC-Power-Inlet mit Schalter und Sicherung sowie ein Netzfilter.

Damals konstruierte ich daraus einen Moduleinschub, der neben diesen Komponenten auch den Raspberry Pi, eine Modem- und Steuerplatine sowie weitere Anschlüsse für den Aufbau eines MMDVM-Digitalrelais aufnahm. Dieser wird mittlerweile jedoch nicht mehr benötigt. Da der Moduleinschub offen war und damit auch die 230-VAC-Verdrahtung frei zugänglich blieb, entschied ich mich, ein neues Gehäuse zu konstruieren und dieses per 3D-Druck herzustellen.

MMDVM-Moduleinschub aus einem früheren Projekt: Oben links ist das Netzteil zu sehen, rechts daneben der Netzfilter und vorne links das Power-Inlet.

Anforderungen: Kompakt, sicher und alltagstauglich

Das Gehäuse sollte möglichst kompakt sein und alle vorhandenen Komponenten aufnehmen. Zusätzlich waren zwei USB-Typ-A-Buchsen sowie eine Betriebsanzeige vorgesehen.
Ein zentraler Punkt war der vollständige Berührungsschutz: Die komplette Verdrahtung, insbesondere auf der 230-VAC-Seite, sollte vollständig abgedeckt sein.

Konstruktion: Entwurf des Gehäuses

Als CAD-Software verwende ich DesignSpark Mechanical Explorer v6.0.3 in der freien Version. Ich bin kein Mechanikdesigner und habe mir den Umgang mit dem Programm selbst beigebracht.

Konstruiert habe ich ein zweiteiliges Gehäuse, bestehend aus einem Unterteil als Träger für die 230-VAC-Komponenten und einem Deckel, der die USB-Anschlüsse sowie die Power-LED aufnimmt. Der Deckel wird mit M3-Schrauben am Gehäuseunterteil befestigt; die dafür benötigten Einpressmuttern werden in den Deckel eingeschmolzen.

Um eine ausreichende Belüftung des Netzteils sicherzustellen, habe ich mich zudem dafür entschieden, die Lochblechabdeckung des Netzteils an der Außenseite des Gehäuses zu platzieren.

Druck: Vom CAD-Modell zum Bauteil

Nach Abschluss der Konstruktion habe ich beide Gehäusehälften jeweils als STL-Datei exportiert und in den Slicer geladen. Gedruckt wurde auf einem Bambu Lab P1S mit AMS Pro 2, wodurch auch mehrfarbiger Druck möglich ist.

Im Slicer habe ich zusätzlich Beschriftungen direkt in die Druckteile integriert. Da das Netzteil ausschließlich im Innenbereich eingesetzt wird, fiel die Materialwahl auf PLA. Das Gehäuseunterteil wurde in Matt-Schwarz mit orangener Beschriftung gedruckt, das Oberteil in Orange mit matt-schwarzer Beschriftung.

Die Druckzeit inklusive Vorbereitung betrug für das Gehäuseunterteil etwa 1 Stunde 47 Minuten, für das Oberteil knapp 56 Minuten.
Und nein, die erste gedruckte Version hatte noch einige Fehler, zudem war ich mit dem Design nicht ganz zufrieden. Also habe ich eine zweite Version überarbeitet und erneut gedruckt.

Timelapse des Drucks des Gehäuseunterteils
Timelapse des Drucks des Gehäuseoberteils

Verdrahtung: Schritt für Schritt zum fertigen Netzteil

Zunächst habe ich alle Komponenten in das Gehäuseunterteil eingesetzt und verdrahtet. Das Netzteil selbst wird erst ganz zum Schluss vollständig eingeschoben und verschraubt, sodass die Anschlüsse während der Verdrahtung gut zugänglich bleiben.

Anschließend habe ich die Muttern in den Gehäusedeckel eingeschmolzen, die USB-Buchsen montiert und diese entsprechend verdrahtet.

Gehäuseunter- und -oberteil werden zunächst verdrahtet und anschließend miteinander verschraubt.

Inbetriebnahme: Der Moment der Wahrheit

Kein Qualm, alle Sicherungen sind drin geblieben und die Power-LED leuchtete, ein guter Anfang.
Da der Raspberry Pi 5,1 V DC benötigt, habe ich die Ausgangsspannung des Netzteils zunächst mit einem Multimeter exakt auf diesen Wert eingestellt. Danach habe ich nochmals überprüft, ob Plus und Minus korrekt auf die USB-Buchsen gelegt waren.

Erster Test: Die vom Charger Doctor angezeigte Spannung zeigt jedoch nicht den tatsächlich an den USB-Buchsen anliegenden Wert.

Da alles stimmte, konnte ich schließlich einen bzw. bis zu zwei 5-V-Verbraucher anschließen. Um das Netzteil auf dem Tisch vor dem Verrutschen zu sichern, habe ich auf der Unterseite vier Gummifüße aufgeklebt. Fertig!

Mögliche Verbesserungen und Ausblick

Das Gehäuse ist nicht perfekt, erfüllt aber seinen Zweck. Als Optimierung würde ich es etwas breiter auslegen, um der internen Verdrahtung mehr Platz zu geben. Außerdem sollte der Gehäusedeckel an der Front, hinter dem Netzteil, einen zusätzlichen Verschraubungspunkt erhalten, um einen Spalt zwischen Deckel und Unterteil zu vermeiden. Die Beschriftung würde ich für eine bessere Deckung mit zwei Layerhöhen statt nur einer drucken.

Über das Gesamtdesign lässt sich natürlich immer streiten 😉

Im vorliegenden Projekt habe ich die beiden USB-Ports parallelgeschaltet. Funktional ist das ausreichend, sinnvoller wäre jedoch eine getrennte Beschaltung mit jeweils eigener Absicherung, um angeschlossene Verbraucher besser zu entkoppeln.

Soll das Netzteil auch zum Laden von Smartphones oder Tablets genutzt werden, müssen zusätzlich die Datenleitungen der USB-Ports beschaltet werden. Ein Kurzschluss von D+ und D− signalisiert dem Gerät eine zulässige Stromaufnahme von bis zu 1,5 A. Für höhere Ladeströme sind definierte Spannungen an D+ und D− erforderlich, die sich beispielsweise über einen einfachen Widerstands-Spannungsteiler realisieren lassen. Weiterführende Informationen finden sich unter dem Stichwort Apple Signature. Da ich das Netzteil ausschließlich zur Versorgung von Single-Board-Computern wie dem Raspberry Pi einsetze, habe ich diese Erweiterung bislang nicht umgesetzt.

Als mögliche Erweiterung könnte man zusätzlich eine Anzeige zur Darstellung des aktuellen Verbrauchs integrieren.

Fazit: Mehrwert durch 3D-Druck im Amateurfunk

3D-Druck kann das Amateurfunkhobby eindeutig bereichern. Es gibt bereits viele Projekte anderer Funkamateure, die sich kostenlos herunterladen und ausdrucken lassen. Besonders spannend wird es jedoch dann, wenn man eigene Ideen umsetzt und das Ergebnis am Ende tatsächlich in den Händen hält.

Vorderansicht des fertigen 5-V-DC-Netzteils mit den beiden USB-Buchsen und der Betriebsanzeige
Rückseite des fertigen 5-V-DC-Netzteils mit Angabe zu Spannung und Leistung
Rückseite des fertigen 5-V-DC-Netzteils: Sie bietet ausreichend Platz für das eigene Rufzeichen

Seid ihr selbst im Besitz eines 3D-Druckers und habt bereits eigene Konstruktionen umgesetzt? Welche CAD-Software habt ihr dabei verwendet? Schreibt eure Erfahrungen gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert sie mit uns in unserer Telegram- oder WhatsApp-Gruppe.

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Tipp: Günstiges Datenkabel für Yaesu-Geräte

Wir geben eine Übersicht über Mobilgeräte mit Datenbuchse und zeigen euch eine günstige Alternative zum Yaesu-Datenkabel.

Yaesu ist einer der wenigen Hersteller, der seine Mobilfunkgeräte noch mit einer Datenbuchse zum Anschluss externer Hardware ausstattet. Diese Datenbuchse hat den Vorteil, dass man das Mikrofon nicht ständig abstecken muss, um digitale Betriebsarten („Data Modes“) nutzen zu können. Darüber hinaus bietet sie neben einem vorgefilterten Audio-Ausgang (für 1200 Baud, oft als 1k2 bezeichnet) auch einen direkten Zugang zum Diskriminator-Signal – üblicherweise mit 9k6 gekennzeichnet. Beiden gemeinsam ist, dass der Audiopegel fest vorgegeben ist und somit unabhängig von der Einstellung des Lautstärkereglers arbeitet.

Während sich bei den meisten Herstellern ab etwa Ende der 1990er Jahre die 6-polige Mini-DIN-Buchse als De-facto-Standard für Datenanschlüsse etablierte, wechselte Yaesu mit der Einführung des HRI-200-Modems auf eine 10-polige Variante, die neben den zuvor genannten Signalen auch eine serielle Computerschnittstelle zur Verfügung stellt.

Übersicht: Mobilgeräte mit Datenbuchse

In der folgenden Tabelle haben wir aktuell erhältliche Mobilfunkgeräte mit Datenbuchse für euch zusammengestellt.

HerstellerModel Nr.BeschreibungDatenbuchse Mini-DINPreis (ca.)Bemerkung
ALINCODR-735EDualbander, 50 W6-polig350 €
BTECHUV-50X3Tribander, 50 W8-polig425 €
ICOMIC-7100HF/UKW Allmode, D-Star6-polig1.450 €Abgekündigt!
KENWOODTM-D750Dualbander, 50 Wn/aEnde 2025
YAESUFTM-150E ASPDualbander, 55/50 W, ASP10-polig330 €
FTM-200DEDualbander, 50 W, C4FM350 €
FTM-300DE450 €
FTM-500DE600 €
FTM-6000EDuobander, 50 W290 €Abgekündigt!
Stand: 20.07.2025

Datenkabel von Yaesu

Yaesu selbst bietet mehrere Datenkabel als Zubehör an. Dazu gehört unter anderem das CT-164, ein Adapterkabel mit 10-poligem Mini-DIN-Stecker auf eine 6-polige Mini-DIN-Buchse, das für rund 20 Euro erhältlich ist. Etwas teurer ist das CT-167, ein 1 m langes Anschlusskabel mit 10-poligem Mini-DIN-Stecker und offenem Kabelende – gedacht zum Anlöten von beliebigen Steckverbindern.

Yaesu Adapterkabel CT-164 erlaubt dem Anschluss von Zubehör mit 6-poligem Mini-DIN Stecker

Günstige Alternative

Da ich ein Kabel benötigte, um eine Verbindung zwischen meinem FTM-6000S und dem Module17 v01.E herzustellen, erschien mir der aufgerufene Preis von über 20 Euro für das Originalzubehör doch etwas happig. Also machte ich mich auf die Suche nach alternativen Produkten – und wurde schließlich auf der chinesischen Handelsplattform meines Vertrauens fündig.

Dort entdeckte ich ein Kabel mit einem 10-poligen Mini-DIN-Stecker an beiden Enden, das offenbar für die Übertragung von Videosignalen gedacht ist. Eine Nachfrage beim Anbieter ergab, dass alle Pins intern 1:1 durchverbunden sind.

Ich entschied mich also für das ein Meter lange Kabel mit je einem 10-poligen Mini-DIN-Stecker und plante, es einfach in der Mitte durchzuschneiden – so hätte ich gleich zwei kurze Anschlusskabel, und das für gerade einmal 7,50 Euro inklusive Versandkosten.

Wenn ihr das gleiche Kabel erwerben möchtet, folgt einfach dem Link und wählt eure gewünschte Länge sowie Konfiguration aus.

Mini-DIN 10-polig, Stecker-auf-Stecker, 1 m auf Aliexpress (Affiliate Link)

Belegung und Kabelfarben

Nachdem das Kabel im Briefkasten lag, prüfte ich zunächst mit dem Multimeter, ob es tatsächlich 1:1 belegt war. Die Aussage des Anbieters stimmte: Jeder Pin war direkt mit dem entsprechenden Gegenüber verbunden.

Anschließend schnitt ich das Kabel in der Mitte durch und ermittelte – ebenfalls mit dem Multimeter – die Zuordnung der Pins zu den einzelnen Kabelfarben.

PinSignalFarbe
1NF Eingangblau
2Masse (GND)grün
3PTTgrau
4NF Ausgang (9k6)orange
5NF Ausgang (1k2)gelb
6SQL/CORweiß

Ein letzter Test sollte zeigen, ob der Stecker auch tatsächlich in die Buchse des Funkgeräts passt. Leider war die Gummierung des Steckers etwas zu dick, sodass er nicht ganz hineinrutschte. Ich musste daher ein wenig von der Gummierung entfernen. Anschließend saß der Stecker mit solidem, sattem Halt in der Buchse.

Fazit

Mit ein wenig Nacharbeit konnte ich zwei voll funktionsfähige Datenkabel für mein Yaesu FTM-6000S herstellen – und das zu einem Preis von gerade einmal einem Drittel des originalen Zubehörartikels. Und dabei sind die Versandkosten, die beim Kauf des Originalzubehörs zusätzlich angefallen wären, noch gar nicht berücksichtigt.

Selbst angefertigtes Datenkabel für den Anschluss eines Module17 an das YAESU FTM-6000S

Habt ihr auch einen Tipp, wie man bei Zubehörartikeln Geld sparen kann? Dann schreibt eure Erfahrungen gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert sie mit uns in unserer Telegram- oder WhatsApp-Gruppe.

Team DL-Nordwest, Stephan 9V1LH/(9M2/)DG1BGS


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HamClock – Update 2025

HamClock: Das ultimative Info-Tool für dein Shack. Erfahre in diesem Beitrag alles über die neuen Funktionen und Entwicklungen.

Im Jahr 2020 hatten wir euch die HamClock, entwickelt vom Funkamateur Elwood Downey, WB0OEW, bereits ausführlich vorgestellt. Ihre erste Präsentation feierte Elwood übrigens schon im Oktober 2017 in einem Artikel der QST. Damals haben wir euch die Grundfunktionen gezeigt und erklärt, wie ihr HamClock beispielsweise mit einem Raspberry Pi B+ und einem 7″-Touchscreen aufbauen könnt. Seitdem hat sich einiges getan: Beim Schreiben dieses Artikels liegt HamClock bereits in der Version 4.15 vor.

Wer unseren ursprünglichen Artikel noch einmal nachlesen möchte, findet ihn hier.

Im Folgenden stellen wir euch einige der spannendsten neuen Funktionen vor.

Wichtigste Neuerungen

  • Neue Kartenstile: Wolken, MUF_RT, Echtzeit-Wetter, Aurora, D-Layer Absorption, Terrain, Länder, Mollweide, Mercator und Robinson.
  • Unterstützung neuer Protokolle und Verbindungen: Log4OM UDP, N1MM und DXLog UDP, WSJT-X Multicast, rigctld (inkl. –vfo), flrig, hamlib, GPS NMEA und GPSD.
  • Erweiterte Watchlisten: Für DX Cluster, ADIF, SOTA, POTA – jeweils separat, mit Bearbeitung und Frequenzbereichen, Filtermöglichkeiten gegen ADIF-Dateien.
  • Planungs- und Prognosetools: Satelliten-Planung (gemeinsame Sichtbarkeit DE/DX), EME-Planung, Sonnen- und Mondmarkierungen, VOACAP Karten, DRAP, Aurora Chancen.
  • Erweiterte Karten- und Anzeigeoptionen: Mehrere rotierende Hintergrundkarten, Farbeditor für Setup, Graustufen-Darstellung, Anzeige von Sonnen-/Mondposition, rotierende Sammlungen, Maus-Over-Informationen (z.B. Spots, CPU-Temp).
  • Systemintegration und Steuerung: Rotorsteuerung (auch Long-Path), PTT-Steuerung mit Polling, UDP Logger-Integration, RESTful API-Befehle (set_panzoom, set_rotator, set_title, set_pane u.v.m.), GPIO Steuerungen (für RPi), Unterstützung für bis zu zwei BME280-Sensoren.
  • Spots und Cluster-Integration: DX Cluster Spots, Reverse Beacon Network, PSKReporter/WSPR-Spots, JTDX/WSJT-X, VE7CC CC Nodes, Spots nach DE oder von DE, farbig markierte Spots, Spotauswahl für Biografie-Links.
  • Zeit- und Alarmfunktionen: Mehrere Alarme (einmalig, täglich, UTC oder lokal), 24-Stunden Wecker, Countdown-Timer, Anzeige von UTC, JD, MJD, DOY, Solar, Siderisch und UNIX Zeit.
  • Anzeige von Wetter und Weltraumwetter: DE/DX Wetterdaten, SpcWx Optionen (z.B. DRAP, Aurora automatisch), Solar Flux und Sonnenflecken Verlauf, Magnetosphäre Bz/Bt, Solar Wind, SDO-Fenster mit Anmerkungen.
  • Diverse Visualisierungen: CPU-Temperatur Verlauf, WiFi RSSI, Solarstatistiken, Satellitenzeiten, Mondphase, Live Spots, Große Uhr analog/digital (mit Optionen), DE/DX Wetter direkt in der Karten oder im Fenster.
  • Benutzerfreundlichkeit: Speichern/Wiederherstellen von Konfigurationen, Bildschirmposition/-größe speichern, graue Darstellung der Nachtseite abschaltbar, scrollbare und sortierbare Listen (ADIF, Spots), Bedienung per Touch (Web und lokal), Setup für viele individuelle Optionen.
  • Webschnittstellen und APIs: Live-Web-Verbindungen (auch read-only), RESTful APIs zur Steuerung (z.B. Spots, Karten, Titel und Rotor), Anzeige von öffentlichen/privaten IPs, Web-Kommandos für diverse Datenabfragen (Spots, Space Wx, VOACAP, Config).
  • Sonstige Funktionen: PTT-Anzeige (ON THE AIR), grafische Verlaufskurven für verschiedene Werte (z.B. DRAP, Solar Flux), Satellitenzeiten und -pfade, Anzeige von Abstand/Richtung zu Cursor, beweglicher Cursor mit Wetter und Standortinfos sowie Unterstützung für britische Einheiten (mi/h, hPa).

HamClock im Shack: Mein aktuelles Setup

Ich habe meine HamClock inzwischen umgezogen: Zwar läuft sie weiterhin auf einem Raspberry Pi, aber mittlerweile auf einem Raspberry Pi 4 Model B, der an einen 24″-Bildschirm sowie Maus und Tastatur angeschlossen ist. Das sorgt nicht nur für deutlich mehr Übersicht, sondern macht auch die Steuerung viel präziser als über das kleine Touchdisplay, das ich früher genutzt habe.

Mögliche Umsetzungen der HamClock im eigenen Shack

Wer selbst eine HamClock für sein Shack einrichten möchte, kann diese ganz einfach auf einem bestehenden Computer mit Linux-Betriebssystem installieren. Kleincomputer, insbesondere ARM-basierte Modelle wie der Raspberry Pi, eignen sich aufgrund ihres niedrigen Stromverbrauchs besonders gut – ideal, wenn man die HamClock dauerhaft betreiben möchte.

Zu erwähnen ist auch, dass mittlerweile bereits schlüsselfertige Lösungen auf dem Markt erhältlich sind, die man einfach nur noch an die eigenen Bedürfnisse anpassen muss.

Zudem gibt es Installations-Skripte wie 73 Linux von KM4ACK, mit denen sich die HamClock sehr einfach auf einem Linux-Debian-basierten System installieren lässt. Wir werden euch 73 Linux in einem künftigen Beitrag noch im Detail vorstellen.

Auch zahlreiche YouTuber, wie zum Beispiel Arthur DL2ART von Funkwelle, haben das Thema HamClock bereits im Detail vorgestellt.

Leider wird die ESP-basierte Umsetzung mit einem ESP8266 seit der Version 3.10 nicht mehr unterstützt, was bedeutet, dass alle neueren Funktionen in dieser Variante fehlen.

Erweiterungsmöglichkeiten: So kannst du deine HamClock aufrüsten

Durch Zusatzhardware am Raspberry Pi lässt sich die HamClock sogar noch erweitern. So unterstützt sie beispielsweise den Anschluss von bis zu zwei BME280-Sensoren, um Daten wie Temperatur (z.B. im heimischen Shack), Luftdruck und Luftfeuchtigkeit direkt auf dem Display anzuzeigen.

Passender BME280 3,3 V-Sensor auf Aliexpress (Affiliate Link)

Ein externer Lichtsensor wie der LTR-329 kann außerdem dafür sorgen, dass die Display-Helligkeit automatisch an das Umgebungslicht angepasst wird. Für eine präzise Uhrzeit und Standortdaten kann ein GPS-Empfänger angeschlossen werden.

Passender LTR-329 Sensor auf Aliexpress (Affiliate Link)

Darüber hinaus lassen sich mit der HamClock auch externe LEDs ansteuern – etwa für eine „On-Air“-Lampe. Und sogar Transceiver wie der Elecraft KX3 können über die HamClock automatisch auf die Frequenz eines DX-Spots eingestellt werden.

Details zu diesen Erweiterungen findet ihr im ausführlichen Benutzerhandbuch im Abschnitt External IO Options unter www.clearskyinstitute.com/ham/HamClock/HamClockKey.pdf.

Zusammenfassung

Wie ihr also seht, verbirgt sich hinter dem unscheinbaren Namen HamClock – sinngemäß „Funkamateur-Uhr“ – weit mehr als nur eine Uhr. Wir finden: HamClock ist ein ultimatives Tool, das in keinem Amateurfunk-Shack fehlen sollte. Und das Beste: HamClock ist kostenlos verfügbar und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Alle weiteren Informationen zur HamClock findet ihr auf der Webseite des Entwicklers.

Screenshot von www.clearskyinstitute.com

HamClock – Offizielle Webseite

Nutz ihr die HamClock bereits? Wenn ja, mit welcher Hardware betreibt ihr sie, welche Funktionen begeistern euch am meisten und welche wünscht ihr euch für die Zukunft? Schreibt eure Erfahrungen gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert sie mit uns in unserer Telegram- oder WhatsApp-Gruppe.

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APRS ToGo: QRV mit APRSdroid, AIOC und Handfunkgerät

Wie man mit einem Android-Gerät, dem AIOC und einem Handfunkgerät in APRS QRV wird.

In unseren bisherigen Beiträgen zum AIOC haben wir euch gezeigt, wie ihr es bestellt, die Firmware installiert, Klinkenstecker anlötet und bei Problemen eine Lösung findet. Heute gehen wir einen Schritt weiter und widmen uns Anwendungen im Amateurfunk, die mit verschiedenen Betriebssystemen funktionieren. Nachdem wir bereits EchoLink unter Windows vorgestellt haben, zeigt euch Christian DO1CML in diesem Beitrag, wie ihr das AIOC mit einem Handfunkgerät und der App APRSdroid auf einem Android-Smartphone oder Tablet nutzen könnt.

Wer die Artikel noch einmal nachlesen möchte findet sie hier:

  1. AIOC – Der Wunderadapter für Handfunkgeräte – Teil 1 (Einführung und Bestellung)
  2. AIOC – Der Wunderadapter für Handfunkgeräte – Teil 2 (Aufspielen der Firmware)
  3. AIOC – Der Wunderadapter für Handfunkgeräte – Teil 3 (Lötarbeiten und Gehäuse)
  4. AIOC – Der Wunderadapter für Handfunkgeräte – Teil 4 (Fehlersuche)
  5. EchoLink Node mit AIOC unter Windows

Benötigte Komponenten

Für mein Setup nutze ich ein Android-Gerät mit der beliebten APRS-App APRSdroid, die von Georg Lukas DO1GL entwickelt wurde, das AIOC und ein Handfunkgerät. Grundsätzlich eignet sich jedes Funkgerät, das die Kenwood-Mikrofonstecker Norm und eine integrierte VOX besitzt – ich verwende hier ein QuanSheng UV-K5. Als Android-Gerät kommt bei mir ein Tablet zum Einsatz. Das hat den Vorteil, dass die Kartendarstellung schön groß ist, sodass ich einen größeren Bereich und viele Details auf einen Blick erkennen kann. Ein Android-Smartphone wäre allerdings auch vollkommen ausreichend.

Schlankes Setup bestehend aus QuanSheng UV-K5, AIOC und Android-Tablet

Einstellungen APRSdroid

Ich setze voraus, dass ihr APRSdroid bereits erfolgreich installiert und konfiguriert habt. Wichtig ist, dass ihr mindestens euer eigenes Rufzeichen, die SSID (z. B. 7 für ein Handfunkgerät) sowie das gewünschte Symbol eingestellt habt. Eine Übersicht mit allen verfügbaren Symbolen findet ihr hier.

Spannender wird es nun bei den Verbindungseinstellungen:

  • Verbindungsprotokoll: Audio (AFSK)
  • Audio-Ausgabe: Musik
  • Hochqualitativer Demodulator: Aktivieren (nur bei modernen Geräten mit min. 800 MHz CPU)
  • Frame-Sync-Präfix: 800

Diese Einstellungen sind notwendig, damit die Audiosignale, die das Handfunkgerät empfängt, über die integrierte Soundkarte des AIOC von APRSdroid decodiert werden. Umgekehrt ermöglicht es diese Konfiguration, die generierten Audiosignale vom Smartphone oder Tablet an das Funkgerät zu übertragen und auszusenden. Der Wert für Frame-Sync-Präfix steuert die Verzögerung zwischen der Tastung des Senders und der Übertragung der eigentlichen Nutzdaten. Dieser Wert kann je nach verwendetem Funkgerät unterschiedlich sein.

Tipp: Startet mit einem größeren Wert und reduziert ihn schrittweise, bis die gesendeten Pakete noch sauber decodiert werden können.

Jetzt stellen wir die Audioausgabe am verwendeten Android-Gerät noch auf maximal, damit genug NF-Hub erzeugt wird. Damit ist die Konfiguration von APRSdroid dann aber auch schon abgeschlossen, und wir können uns nun dem Handfunkgerät widmen.

Einstellungen Funkgerät

Am Funkgerät sind nun die folgenden Einstellungen vorzunehmen (bei Bedarf das Handbuch des Funkgeräts konsultieren):

  • Frequenz: 144,800 MHz
  • Rauschsperre (Squelch) Level: 1
  • Bandbreite: Wide
  • VOX Ansprechschwelle: 1
  • Lautstärkeregler: 3/4

Das war’s auch schon! Jetzt können wir das AIOC in das Handfunkgerät einstecken und sowohl das AIOC als auch das Smartphone bzw. Tablet mit einem USB-Datenkabel verbinden.

Inbetriebnahme

In der APRSdroid-App können wir nun das Tracking starten. Nach kurzer Zeit sollten bereits die ersten Stationen auf der Karte bzw. im Terminal angezeigt werden. Falls nötig, könnt ihr den Lautstärkeregler des Funkgeräts noch etwas nachjustieren. Ein guter Indikator dafür ist die Pegelanzeige in der Statusleiste der App, die anzeigt, ob und wie laut das Funkgerät Signale empfängt.

Wenn ihr die „Position senden“-Taste betätigt, sollte das Funkgerät auf Sendung gehen und eure Position übertragen. Vorausgesetzt, ein iGate befindet sich in der Nähe und kann euch empfangen, könnt ihr nun auf aprs.fi nachsehen, ob eure Position dort angezeigt wird.

Fehlersuche: Checkliste

Falls keine Stationen empfangen werden:

  • Funkgerät: Ist eine Antenne angeschlossen und das Funkgerät auf der richtigen Frequenz eingestellt? Sind die Rauschunterdrückung und der Lautstärkeregler korrekt eingestellt? Empfängt das Funkgerät generell APRS-Signale? (Zieht das AIOC kurz ab und prüft, ob das Funkgerät starke, unverrauschte Signale empfängt.)
  • AIOC: Ist das AIOC vollständig in das Handfunkgerät eingesteckt und das USB-Datenkabel korrekt verbunden?
  • APRSdroid: Zeigt die Pegelanzeige in der App beim Empfang einen Ausschlag an? Ist das Verbindungsprotokoll in der App korrekt auf Audio (AFSK) eingestellt?

Wenn eure Station nicht empfangen wird:

  • Geht das Funkgerät auf Sendung?
  • Kontrolliert mit einem Zweitempfänger, ob das Audio-Signal klar und ohne Verzerrung übertragen wird.
  • Gibt es APRS-Digipeater in eurer Nähe, die das Signal weiterleiten könnten? Falls die Übertragung immer noch nicht funktioniert, schließt ggf. eine Außenantenne an, um die Reichweite zu verbessern.

Fazit

Mit diesem Setup, das aus nur drei Komponenten besteht – einem Android-Gerät, dem AIOC und einem Handfunkgerät – habt ihr eine einfache, aber effektive Lösung um in APRS aktiv zu werden.

Schlankes APRS-Setup: Android-Gerät, AIOC und Handfunkgerät

Viel Spaß beim Experimentieren und 73 de Christian DO1CML

Welche Anwendungen im Zusammenhang mit dem AIOC sollen wir als Nächstes für euch unter die Lupe nehmen? Schreibt sie uns gerne in die Kommentare unter diesen Beitrag oder diskutiert sie mit uns in unserer Telegram- und oder WhatsApp-Gruppe.


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EchoLink Node mit AIOC unter Windows

In diesem Beitrag unterziehen wir unserem AIOC einem ersten Test und nutzen das AIOC mit einem QuanSheng UV-K5(8) als EchoLink Node unter Windows.

In den bisherigen Beiträgen über das AIOC haben wir beschrieben wie ihr es bestellen, die Firmware aufspielen und die Klinkenstecker anlöten könnt. Im vierten Teil haben wir zudem Hilfestellung bei der Fehlersuche gegeben, für den Fall, das euer AIOC nicht so funktioniert wie es soll. Wer die Artikel noch einmal nachlesen möchte findet sie hier:

In diesem Beitrag unterziehen wir unserem AIOC nun einem ersten Test. Gemeinsam mit einem Handfunkgerät und einem Windowsrechner nutzen wir es als EchoLink Node.

Wir gehen im Folgenden davon aus, dass ihr bereits über eine EchoLink Node Nummer und Anmeldedaten für euer Rufzeichen verfügt, die EchoLink Software unter Windows erfolgreich installiert und eure Anmeldedaten in der Software hinterlegt habt, so dass diese sich mit einem EchoLink Server verbinden kann.

Als nächstes verbindet euer AIOC jetzt über ein USB Typ C Datenkabel mit eurem Windowsrechner. In der EchoLink Software tätigen wir die folgenden Einstellungen in den über die Menüleiste zu erreichenden Untermenüs:

  1. Tools → Sysop Settings …

Im Tab RX Ctrl aktiviert ihr die VOX, damit die Software die vom Funkgerät empfangenen Signale erkennt und ins Internet weitergibt.

Im zweitem Tab, TX Ctrl, aktiviert ihr DTR und wählt den, eurem AIOC zugewiesenen, Com-Port. In unserem Fall ist das COM2. Damit kann die EchoLink Software über das AIOC bei empfangenen Signalen aus dem Internet die PTT eures Funkgerätes aktivieren.

  1. Tools → Adjust Sound Device

Playback…: Wählt „Speakers AIOC Audio“. Das ist das NF-Signal, welches von eurem PC an das Funkgerät gesendet wird. In diesem Fall also das aus dem Internet empfangene Audiosignal.

Recording…: Wählt hier „Microphone AIOC Audio“. Das ist das von eurem Funkgerät empfangene und an den Windowsrechner weitergeleitete Audiosignal.

Nun habt ihr alle nötigen Einstellungen vorgenommen und könnt mit dem Testen beginnen: Stellt an eurem Funkgerät zunächst eine gültige und freie Frequenz ein und stellt sicher, dass die Rauschsperre geschlossen ist. Den Lautstärkeregler stellt ihr zudem auf ungefähr 2/3. Am Windowsrechner stellt ihr die Lautstärkeregler für das eingehende Audiosignal zunächst auf 100% und das für das ausgehende auf etwa 80%.

Ihr benötigt zudem ein zweites Funkgerät auf der gleichen Frequenz um die von der Node ausgesendeten Signale empfangen und auch zur Node senden zu können.

Verbindet euch nun zunächst mit dem Test Server. Klickt dazu in der Menüleiste unter Station → Connect to Test Server.

Nach einer erfolgreichen Verbindung sollte euer Funkgerät nun auf Sendung gehen und die Anweisungen des Test Servers sollten zu hören sein.

Nach dem die PTT der Node abgefallen ist könnt ihr über das zweite Funkgerät einen Testruf machen. Euer Signal sollte nun an den Test Server gesendet werden.

Tipp: Unten in der Software seht ihr einen blauen flackernden Balken, der die Lautstärke des ein- und ausgehenden Audiosignals repräsentiert. Dieses ist ein guter Indikator, ob die Lautstärkeeinstellungen schon passen. Zusätzlich gibt es darunter auch einen Schieberegler, der die Ansprechschwelle für die VOX festlegt. Stellt diesen so ein, dass das Signal vom Funkgerät sicher erkannt wird.

EchoLink-Fenster bei Empfang eines Signals über Funk.

Das folgende Video demonstriert die Verbindung mit dem Test Server: Unten rechts im Bild ist das QuanSheng UV-K5(8) Handfunkgerät mit dem angesteckten AIOC zu sehen. Die EchoLink Software wird auf dem Bildschirm oben gezeigt.

Nach Empfang spielt der Test Server das empfangene Signal wieder ab. Wiederholt den Test und stellt dabei die Lautstärke eures Funkgerätes und die Windows Wiedergabe Lautstärke wechselseitig so ein, dass das Signal vom Funkgerät sauber erkannt und verzerrungsfrei in das Internet geleitet wird und die vom Internet übertragene NF ebenfalls weder verzerrt noch zu leise ist.

Seid ihr mit euren Einstellungen zufrieden, könnt ihr die Verbindung zum EchoLink Test Server wieder trennen und euer AIOC in Verbindung mit einem Handfunkgerät und Windowsrechner nun als EchoLink Node nutzen.

Nach nur wenigen Einstellung in der EchoLink Software erlaubt uns das AIOC in Verbindung mit einem Handfunkgerät den Aufbau einer EchoLink Node. Neben EchoLink sind natürlich noch viele weitere Anwendungen für das AIOC denkbar.

Habt ihr euer AIOC auch bereits schon getestet? Und welche Anwendung für das AIOC interessiert euch am meisten. Schreibt es uns gerne in die Kommentare unter diesen Beitrag oder diskutiert es mit uns in unserer Telegram- und oder WhatsApp-Gruppe.

Team DL-Nordwest, Stephan 9V1LH/(9M2/)DG1BGS


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HandsFree Bausatz v2 – Freisprecheinrichtung für Funkgeräte

Seit 2020 gilt in der Bundesrepublik Deutschland das Mikrofonverbot am Steuer. In diesem Beitrag stellt Kai DK1TEO seinen Bausatz vor, mit dem ihr Funkgeräte mit einer Freisprecheinrichtung ausrüsten könnt.

Kurzbeschreibung

Der DK1TEO HandsFree Bausatz ist eine Freisprecheinrichtung. Dieser enthält einen integrierten Mikrofonverstärker, sowie einen 1750 Hz Generator, der zur Öffnung von Relais dient. Die Freisprecheinrichtung ist mit nahezu allen gängigen Funkgeräten kompatibel und ermöglicht so den flexiblen Einsatz sowohl mobil als auch zuhause.

Abbildung 1: Fertiger Bausatz in der Version 2 mit geschlossenem Gehäuse

Hintergrund und Entwicklung

Zu Beginn meines Daseins als Funkamateur, war eine meiner ersten Aktionen, ein Funkgerät in mein Auto einzubauen. Damals war das in der Hand halten des Handteils bzw. Mikrofons gängige Praxis. Auch wenn OMs, die unterwegs waren öfter auf Pausen hingewiesen haben, in denen sie beide Hände zum Führen des Fahrzeugs benötigt haben, waren Freisprecheinrichtungen eher die Seltenheit. Im Laufe der Zeit, auch durch eine geplante Gesetzesänderung in Deutschland, wurde das Thema aktuell, ob man ein Mikrofon im KFZ in der Hand halten sollte bzw. darf.

Auch die Hersteller von Funkgeräten haben diesen Markt erkannt und immer öfter für neuere Funkgeräte Freisprecheinrichtungen entwickelt und zum Kauf angeboten. Meistens funktionieren diese Freisprecheinrichtungen nur für ein Gerät oder innerhalb eines Herstellers. Wechselt man das Gerät oder den Hersteller, muss eine neue Freisprecheinrichtung erworben werden.

Von der Idee bis zum fertigen Produkt

Da ich weder ein neues Funkgerät noch eine eigene Freisprecheinrichtung für nur ein Funkgerät kaufen wollte, habe ich mir überlegt selbst eine zu entwickeln, die mit jedem Funkgerät kompatibel ist. Kabelgebunden sollte sie sein. Einen Akku laden, der eventuell nach wenigen Jahren den Geist aufgibt und dann teuer ersetzt werden muss, wollte ich auf keinen Fall. Zumal man nicht vergessen darf: In Autos entstehen gerade im Sommer sehr hohe Temperaturen, die nicht gerade förderlich für die Lebensdauer von Akkus sind. Hinzu kommt, dass Akkus von Geräten oft genau dann leer sind, wenn sie am dringendsten benötigt werden.

Zunächst habe ich mich damit beschäftigt, wie mein Mobilfunkgerät angesteuert werden muss, um Mikrofonsignal, Rufton, sowie PTT an das Gerät zu übergeben. Es hat sich schnell herausgestellt, dass der Rufton bei jedem Gerät anders gesteuert wird. Somit war meine Entscheidung klar, ich muss einen eigenen 1750 Hz Generator in meine Freisprecheinrichtung integrieren. Beim Gerätewechsel hätte ich sonst die Freisprecheinrichtung entsorgen und eine neue entwickeln müssen. Bei der Prüfung der Technische Details des Funkgeräts ist mir aufgefallen, dass die Spannungsversorgung, die für das Handteil zur Verfügung gestellt wird, nicht oder nur knapp ausreicht, um einen Mikrofonverstärker, sowie einen Ruftongenerator zu versorgen. Um kein Risiko einzugehen, habe ich mich dazu entschieden eine eigene Spannungsversorgung zu nutzen. Zur Verhinderung möglicher Störung externer Spannungsversorgungen, sowie um den Verkabelungsaufwand zu reduzieren, habe ich mich für einen 9 V Block entschieden. Nach meiner Erfahrung hält ein 9 V-Block mehrere Jahre, bis ein Austausch notwendig ist.

Die Hardware

Abbildung 2 zeigt den Schaltplan der HandsFree Leiterplatte. Zunächst ist hier ein Step-Down-Wandler (VR1), der die Versorgungsspannung auf 5 V konstant reduziert, die wiederum den Mikrofonverstärker (T1) versorgt. Über das Poti VDR2 wird die Versorgungsspannung des Mikrofons gesteuert. Je nach Mikrofon liegt diese meist zwischen 3,5 V und 4,5 V. Stellt man diese zu hoch oder zu niedrig ein, ist der Klang nicht akzeptabel. Für das Einstellen der Mikrofonspannung hilft ausprobieren.

Mit der Aktivierung des Schalters S1 wird automatisch auch der PTT-Kontakt über den Transistor T2 gegen Masse geschaltet. Bei fast allen Funkgeräten funktioniert die PTT-Aktivierung in dieser Art. Falls beim Öffnen von S1 PTT weiterhin gedrückt bleibt, bietet der Bausatz die Möglichkeit über das Aktivieren von R15 und/oder C15 eine Entstörung vorzunehmen. Dafür sind auf der Platine Lötbrücken vorgesehen. Bisher ist mir kein Fall bekannt, in welchem dies notwendig ist. Dennoch wollte ich die Möglichkeit hierfür schaffen.

Mit dem Poti VDR3 kann die Mikrofonverstärkung eingestellt werden. Genauso wie bei der Mikrofonspannung hilft hier Testen, da jedes Funkgerät einen anderen Pegel benötigt. Wichtig zu wissen ist, dass VDR3 logischerweise in einer Wechselwirkung mit dem Poti VDR1 steht.

Wenn der Schalter S1 geschlossen ist, besteht die Möglichkeit einen 1750 Hz Ton für die Auftastung von Relaisstationen in das Mikrofonsignal einzubringen. Dafür muss zu S1 auch der Taster S2 betätigt werden. Damit wird der Quarz (Qz1), sowie Frequenzteiler (IC1) mit Spannung versorgt, der die 1750 Hz in das Mikrofonsignal einbringt. Genauso wie beim Mikrofon empfiehlt es sich über (in diesem Fall) VDR1 die Modulation einzustellen.

Damit das Einstellen und Testen erleichtert wird sind zwei LEDs, sowie acht Messpunkte auf der Platine angebracht. Die ausführliche Beschreibung kann auf meiner Webseite heruntergeladen werden.

Abbildung 3: Fertiger Bausatz in der Version 2 mit geöffnetem Gehäuse

Kompatibilität

Die Freisprecheinrichtung ist mit nahezu allen Funkgeräten kompatibel. Ich empfehle immer zunächst die technische Beschreibung des Funkgeräts zu studieren, damit beim Anschließen nichts beschädigt wird.

Installation

Der Bausatz wird mit Gehäuse, Mikrofon, Platine, Mikrofonbuchse und Kabeln geliefert. Eine Batterie ist nicht enthalten. Die Ausschnitte im Gehäuse, sowie Befestigung der Platine im Gehäuse muss jeder selbst vornehmen. Um das zu erleichtern habe ich eine 3D druckbares Inlay zur Verfügung gestellt. Es kann auf meiner Webseite kostenlos heruntergeladen werden, genauso wie die Anleitung inklusive Schaltplan.

Abbildung 4: Leiterplatte und enthaltene Anschlusskabel und Schalter/Taster des HandsFree Bausatzes. Quelle: Funk24.net
Abbildung 5: Ein passendes Gehäuse, ein Ansteckmikrofon sowie eine Klinkenbuchse zum Anschluss sind ebenfalls im Bausatz enthalten. Quelle: Funk24.net

Die Position des Mikrofons sollte so gewählt werden, dass keine Geräusche, wie Lüftungen oder Vibrationen auf das Mikrofon gelangen.

Da jedes Funkgerät einen anderen Anschluss hat, muss der Nutzer selbst eine Verbindung zum Funkgerät hergestellt werden.

Abbildung 6: Beim Autor eingebaute Freisprecheinrichtung in der Version 1

Ich habe bei meinem Einbau eine zweite Klinkenbuchse dafür verwendet. In Abbildung 4 zu sehen ist die untere Klinkenbuchse (nicht beiliegend).

Mein eingesetztes Funkgerät hat als Mikrofonanschluss einen Westernstecker. Meine Kabel habe ich in den Stecker in entsprechender Reihenfolge hinein gecrimpt.

Unterschiede zur vorherigen Version 1

Was ist der Unterschied zwischen v1 und v2?

Die v1 ist eine komplett selbst zu bestückende Platine via THT-Bauelementen. Die v2 ist eine bereits fertig bestückte Platine via SMD. Funktional ergeben sich keine Unterschiede. Lediglich die Baugröße ist eine andere.

Warum die v2 mit SMD ?

Nachdem die v1 mit THT auf dem Markt war, hat mich öfter die Frage erreicht, ob es den Freisprechbausatz nicht auch fertig gibt. Ehrlicherweise muss man sagen, dass nicht mehr so viele OMs selbst viel löten möchten. Aufgrund dessen habe ich mich dazu entschlossen eine SMD-Version (v2) auf dem Markt zu bringen und die v1 auslaufen zu lassen.

Anwendungsbereiche

Wir haben bereits gesehen, dass ich die Freisprecheinrichtung für den Einsatz im Fahrzeug entwickelt habe. Im Prinzip kann diese Freisprecheinrichtung auch in anderen Situationen eingesetzt werden. Denkbar sind Fieldday, im heimischen Shack oder portabel. Überall dort, wo die Hände frei bleiben sollen.

Wenn man sich vorstellt, dass das Standardmikrofon am Funkgerät eine zu schwache Modulation hat, alle Einstellungen des Funkgeräts bereits auf MAX gestellt sind und man dennoch eine stärkere Modulation möchte, kann die Freisprecheinrichtung Abhilfe schaffen. Wichtig ist auch hier: Technische Dokumentation des Funkgeräts prüfen, damit nichts beschädigt wird.

Wo gibt es das DK1TEO HandsFree ?

Als Vertriebspartner habe ich mich für Funk24 aus Aachen entschieden. Die Gründe möchte ich kurz erläutern: Immer, auch bereits vor der Kooperation mit Funk24, habe ich mich als Kunde dort sehr wohlgefühlt. Der Versand erfolgt schnell, man ist dort immer freundlich und Probleme werden schnell und smart gelöst.

Alle Informationen zum Bausatz auf meiner Webseite: https://dk1teo.com/handsfree/

Zu kaufen bei Funk24: https://shop.funk24.net/DK1TEO-HandsFree-v2-Bundle

Zusammenfassung

Der Vorteil der DK1TEO HandsFree ist die universelle Einsetzbarkeit hinsichtlich der verschiedenen Funkgeräte, sowie Flexibilität hinsichtlich der Anwendungsbereiche. Zudem ist die Freisprecheinrichtung sehr wartungsarm und bietet einen integrierten Ruftongenerator mit 1750 Hz.
Ich persönlich genieße die Freiheit sprechen zu können, ohne eine Hand am Mikrofon haben zu müssen und kann nur empfehlen eine Freisprecheinrichtung zu nutzen.
Bei Fragen und Anregungen kontaktiert mich gerne direkt. Meine Mailadresse befindet sich auf meiner Webseite https://dk1teo.com im Impressum.


Über den Autor

Kai Pautsch DK1TEO ist seit 2015 leidenschaftlicher Funkamateur. Er beschäftigt sich mit der Entwicklung von elektrischen Schaltungen, Software für ESP32, sowie dessen Einsatz im Smart Home, um sich den Alltag angenehmer zu gestalten. Viele seiner Projekte veröffentlicht er auf seiner Webseite https://dk1teo.com um anderen die Möglichkeit zu geben, diese nachzubauen und ebenfalls davon zu profitieren. Hauptberuflich arbeitet er in der Beratung in der Softwareindustrie.

Habt ihr weitere Fragen zum HandsFree Bausatz von Kai? Habt ihr euch bereits auch schon mit der Thematik beschäftigt und wie habt ihr es am Ende gelöst? Schreibt es uns gerne in die Kommentare unter diesen Beitrag oder diskutiert es mit uns in unserer Telegram- und oder WhatsApp-Gruppe.


Hier findet ihr weitere Beiträge aus dem Bereich Selbstbau / DIY:

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AIOC – Der Wunderadapter für Handfunkgeräte – Teil 4 (Fehlersuche)

Was tun, wenn euer AIOC nicht oder nur teilweise funktioniert? In diesem Beitrag geben wir Hinweise zu möglichen Fehlerquellen und Problemlösungen.

Falls es mit eurem AIOC doch nicht so funktioniert, kann das verschiedene Ursachen haben:

  1. Das Problem sitzt direkt davor 😉
  2. Firmware / Software
  3. Kontaktproblem(e)

In diesem Beitrag beschreiben wir, wie ihr vorgehen könnt, um euer AIOC zur Kooperation zu bewegen.

Firmware / Software

Wenn ihr euer AIOC das erste mal mit einem Host (Computer, SBC, Smartphone, etc.) verbindet, dieser diesen aber nicht als solchen erkennt, dann kann es mehrere Ursachen haben:

  • Das von euch verwendete USB Typ C-Kabel ist ein reines Ladekabel und kein Datenkabel → Probiert ein anderes (dickeres) Kabel aus.
  • Das AIOC besitzt noch keine Firmware → Folgt diesem Beitrag Schritt für Schritt für das Aufspielen der Firmware
  • Das AIOC wird zwar (unter Windows) als Soundkarte erkannt, die Programmierung, z.B. mit Chirp, klappt aber nicht → Prüft im Windows Gerätemanager, ob der Treiber für den Com-Port richtig installiert ist. Falls nicht folgt diesem Beitrag für das Installieren des passenden Treibers

Kontaktproblem

Sollte das AIOC vom Host richtig erkannt werden könnt ihr davon ausgehen, dass es elektrisch zunächst einmal grundsätzlich funktioniert. Weitere Stolperstellen können aber mechanische Kontaktprobleme sein.

Prüft zunächst, ob beide Klinkenstecker des AIOC vollständig in die Buchsen eures Handfunkgerätes eingesteckt sind. Falls vorhanden, probiert es auch ruhig einmal mit einem anderen Handfunkgerät. Verfügt euer AIOC über ein Gehäuse kann es Sinn machen, dieses vorsichtig zu entfernen. Ist das Problem jetzt behoben, dann verhindert das Gehäuse vermutlich, dass das AIOC vollständig eingesteckt werden kann → Bearbeitet das Gehäuse des AIOC so, dass es nicht mit der für das Einstecken das Handmikrofons vorgesehene Ausbuchtung kollidiert.

Ein weiteres Problem können die Lötstellen der Klinkenstecker darstellen: Diese können sich bei mangelhafter Ausführung auch im Nachhinein z.B. durch mechanische Belastung auftrennen. Ein weiteres Indiz für ein Problem mit den Lötstellen der Klinkenstecker ist, dass das AIOC funktioniert, wenn ihr es nach dem Einstecken ins Handfunkgerät z.B. leicht verwindet.

Prüft zunächst optisch, ob alle Kontakte mit den entsprechenden Pads auf dem AIOC verbunden sind. Sieht es optisch gut aus prüft alle Verbindungen mit einem Durchgangsprüfer zunächst auf Durchgang, dann Gegenseitig auf Kurzschluss.

Ggf. kann es auch Sinn machen, die Klinkenstecker noch einmal vollständig abzulöten, die Lötpads mit Entlötlitze und etwas Isopropanol zu reinigen. Verwendet dann neue Klinkenstecker und im besten Fall etwas höherwertige für einen weiteren Versuch. Unsere Tipps zum Anlöten der Klinkenstecker könnt ihr noch einmal ausführlich in diesem Artikel nachlesen.

Häufige Fehlerursachen

Sollten sich bei eurer verwendeten Kombination aus AIOC und Handfunkgerät die folgenden Symptome zeigen, überprüft die angegebenen Punkte:

  • Einstellungen lassen sich weder an das Funkgerät senden, noch vom Funkgerät auslesen → Treiber || Com-Port/Adresse
  • Einstellungen lassen sich an das Funkgerät senden, nicht aber auslesen → Lötstelle R 2,5 mm
  • Die vom Funkgerät ausgesendete NF ist sehr leise → Lötstelle R 3,5 mm ||Lautstärkeregler/Soundkartenauswahl am PC
  • Keine NF vom Funkgerät an den Host → Lötstelle T 2,5 mm und/oder S 2,5 mm || Lautstärkeregler Funkgerät || Lautstärkeregler/Soundkartenauswahl am PC
  • Das Funkgerät schaltet dauerhaft auf Sendung → Kurzschluss zwischen S 2,5 mm und S 3,5 mm
Zuordnung der Lötpads auf der Platinen Oberseite
Zuordnung der Lötpads auf der Platinen Unterseite

Ich selbst hatte 10 AIOC aufgebaut und auch bei mir haben nicht alle auf Anhieb funktioniert. Hat man jedoch erst einmal eine funktionierende Kombination, kann man diese als Referenz zum Testen von weiteren verwenden. Dabei bleiben dann z.B. die eingestellten Pegel der Lautstärkeregler identisch. Solltet ihr es also selbst nicht hinbekommen fragt doch mal andere OMs die es erfolgreich in Betrieb genommen haben, ob sie eures nicht einmal testen und euch unterstützen können. Unterstützung findet ihr sicher auch in unserer Telegram- und oder WhatsApp-Gruppe.

Sind euch noch andere mögliche Stolperstellen aufgefallen und ihr sie eliminieren können? Schreibt es uns gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert es mit uns in unserer Telegram- und oder WhatsApp-Gruppe.

Team DL-Nordwest, Stephan 9V1LH/(9M2/)DG1BGS


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