USB-Handmikrofon mit JaY-TrX-Link App unter Windows nutzen

Wir zeigen euch eine Alternative zu Headsets, mit der echtes Funk-Feeling aufkommt.

Das FM-Funknetz erfreut sich großer Beliebtheit und wächst stetig weiter. Auch wir von DL-Nordwest sind mit unserer eigenen Talkgroup (TG 26426) dabei – mit einer Digitalbrücke zu Modul F des XLX421 (C4FM und DMR).

JaY-TrX-Link App

Vor ein paar Tagen hat Jens, DJ1JAY, eine neue App für Windows und macOS veröffentlicht. Damit könnt ihr z. B. im Urlaub auch ohne Funkgerät, Relais oder Hotspot in den Genuss grenzenloser Kommunikation kommen. Wer dabei jedoch das typische Funkgefühl mit Mikrofon und PTT-Taste vermisst, findet mit einem USB-Handmikrofon mit echter PTT eine sehr gute Alternative.

USB-Handmikrofon QX-18B

Das QX-18B, das auf verschiedenen chinesischen Handelsplattformen angeboten wird, ist ein solches USB-Handmikrofon. Nach dem Einstecken installiert Windows die Treiber automatisch.

QX-18B auf Aliexpress (Affiliate Link)

Das USB-Handmikrofon wird mit einer Klebehalterung geliefert

Einstellungen

Anschließend öffnet ihr in der JaY-TrX-Link App die Einstellungen:

  • Im Abschnitt PTT wählt ihr unter Taste die F2-Taste für die seitliche PTT.
  • Den Toggle-Modus bitte deaktivieren.

Im Abschnitt Audio wählt ihr unter Mikrofon den Eintrag UACDemoV1.0 und speichert die Einstellungen abschließend.

Getestet unter Windows 10 (64 Bit) und JaY-TrX-Link Build 47 (18.02.2026).

Weitere Informationen

Weitere Informationen zu JaY-TrX-Link findet ihr in der Telegram-Gruppe JaY:TrX:LinK Client Software MacOS/ Win

Im nächsten Beitrag zeigen wir euch, wie ihr das USB-Mikrofon über einen kleinen Umweg auch mit BlueDV, Peanut, EchoLink, Zello, Jitsi Meet (Freifunk) und weiteren Anwendungen unter Windows nutzen könnt – sowie im Einsatz mit einem SvxLink Radioless Node unter Linux.

Fazit

Mit einem USB-Handmikrofon kommt in Kombination mit PC-basierten Funk-Apps echtes Funk-Feeling auf.

Seid ihr auch schon im FM-Funknetz qrv oder kennt ihr weitere Anwendungen, die sich perfekt mit einem USB-Handmikrofon kombinieren ließen? Schreibt eure Erfahrungen gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert sie mit uns in unserer Telegram- oder WhatsApp-Gruppe.

Team DL-Nordwest, Stephan 9V1LH/(9M2/)DG1BGS


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Kurzwelle aus der Hosentasche: Mit KiwiSDR und der QiwiQ Android-App weltweit mithören

Im folgenden Gastbeitrag zeigt euch Uwe DL1BIR, wie man mit KiwiSDR und der QiwiQ Android-App kostenlos in den Kurzwellen-Amateurfunk reinhören kann.


Von DL1BIR, Uwe Eckert

Hier mal ein Bericht darüber, wie man mal in den KW-Amateurfunk hineinhören kann, ohne Geld dafür ausgeben zu müssen. Man braucht kein Funkgerät und keine große Antenne und kann doch weltweit unterwegs sein. Ein halbwegs moderner Computer mit einem neueren Browser, Lautsprecher und einem Internetzugang reicht völlig aus. Oder natürlich mit der QiwiQ-App auf einem Android Smartphone. Daher schreibe ich mal eine kurze Anleitung für die QiwiQ App.

Was ist KiwiSDR

Fast überall auf der Welt stehen KiwiSDR-Stationen. Das sind moderne Empfänger, die du per Webbrowser bedienen kannst. Ganz so, als ob du einen eigenen Empfänger zu Hause hast. Du kannst die Frequenz, Modulationsart und noch viel mehr einstellen. So z.B. sind auch einige Decoder für digitale Betriebsarten eingebaut. Kurz: Fremde Leute lassen dich ihre Empfangsstation nutzen. Teilweise wird dort sehr viel Aufwand mit Antennen und Technik getrieben, damit man einen super Empfang genießen kann.

Für den bisher bekannten Betrieb mit dem Browser kann man unter dk4zz.de eine kurze Anleitung finden.

In diesem Beitrag soll es aber um die gerade neu auf den Markt gekommene App QiwiQ gehen. Zu finden unter vanbarel.eu.org.

QiwiQ Android-App

Die QiwiQ App ist für Mobiltelefone und Tablets unter Android gedacht. Die Nutzung eines KiwiSDR im Browser auf diesen Geräten ist aufgrund des Touch-Screens nicht so einfach und auch recht klein in der Darstellung. Die Handhabung mit Decodern usw., meist etwas unübersichtlich auf den kleinen Bildschirmen der Mobilgeräte. Auf der o.a. Webseite, unter „Herunterladen und Installieren“, kann die gezippte APK heruntergeladen werden. Diese ist zu entpacken und zu installieren. Zu diesem Zeitpunkt ist es eine DEMO, die vollen Bedienumfang hat, aber mit längerer Nutzungsdauer in den beiden grafischen Fenstern eine „DEMO“-Hinweis in den Vordergrund bringt. Wenn die App gefällt, kann man in dem “Hamburger-Menü“ unter Einstellungen einen Kaffee für den Entwickler im Wert von 5,-€ ausgeben. Das war für mich schon nach kurzer Zeit der Fall, weil diese App sehr gut funktioniert und mir gut gefällt. Nach Eingabe des Lizenzschlüssels ist der Demo Hinweis verschwunden.

QiwiQ nutzt das Kiwi-SDR-Protokoll, um auf einen Hardware-Dongle auf lokalen oder entfernten Servern zuzugreifen und die Daten lokal zu verarbeiten. Es verwandelt das Android-Gerät in einen leistungsstarken Kurzwellenempfänger, der AM, AMN, SSB (LSB, USB), CW, SAM, NBFM und DRM im Frequenzbereich von 0 bis 30.000/32.000 kHz (oder höher) unterstützt.“ Das ist ein Auszug aus der Webseite, dem ich nicht viel hinzufügen kann. Hier noch mal die Webseite: vanbarel.eu.org

Hier die Ansicht der App. In der Mitte oben wird aus einer weltweiten Liste ein KiwiSDR ausgewählt *. Im Wasserfall und im FFT ist gleich eine Anzeige des Spektrums zu sehen. Mit den + – Tasten lässt sich der Bandbereich zoomen. Mit der „Band“ Taste lässt sich ein definierter Bandbereich öffnen. Mit dem Finger wird im WF die Frequenz durch Verschieben des roten Balkens eingestellt. Lautstärke, Squelch usw. lassen sich mit vertikalen schieben einstellen.

TIP: Wenn die Internetverbindung nicht so gut ist, kann ein Ausschalten von „FFT“ und / oder „WF“ ein besseres Ergebnis erzielen. Das es noch viele andere Einstellungen zu finden gibt, würde hier den Bericht deutlich größer machen. Dies soll nur ein Hinweis auf diese schöne App sein und neugierig machen 😊 Bitte also mal wieder „herumspielen“ und ggfls. auf der Webseite ein wenig lesen!

Unter forum.kiwisdr.com gibt auch ein Forum zur App.

Fazit

Für mich eine sehr brauchbare App für schnelles hineinhören mit den genannten Betriebsarten. Wenn ich digital etwas decodieren will, nehme ich halt den Browser.

* Übrigens: Auf der Webseite kiwisdr.com/.public/ ist oben links ein blauer Button um auf eine Weltkarte mit eingetragenen Empfängern darzustellen. Die können da auch ausgewählt werden, um im Browser zu arbeiten.

Viel Spaß beim Ausprobieren, 73 de DL1BIR, Uwe

Das Team DL-Nordwest bedankt sich herzlich bei Uwe DL1BIR für diesen spannenden Beitrag, der Lust macht, selbst einmal in die Welt der Kurzwelle hineinzuhören.

Habt ihr QiwiQ bereits getestet – oder nutzt ihr ähnliche Lösungen auf iOS-Geräten? Schreibt eure Erfahrungen gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert sie mit uns in unserer Telegram- oder WhatsApp-Gruppe.

Euer Team DL-Nordwest


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Das Ende der HamClock – oder doch nicht?

Die HamClock ist ein weltweit verbreitetes und beliebtes Tool im Amateurfunk-Shack und zeigt in Echtzeit Zeit-, DX-, Propagations- und Satellitendaten an. Wir stellen zwei Lösungen vor, mit denen die HamClock dennoch erhalten bleiben kann.

OG HamClock by Elwood WBØOEW

Wer die originale Webseite der HamClock unter www.clearskyinstitute.com/ham/HamClock besucht, wird derzeit mit der Meldung begrüßt:

HamClock has reached end-of-life, the last release is version 4.22. All HamClocks will cease to function in June 2026. Thank you for your interest.

Zu Deutsch bedeutet das sinngemäß: Die HamClock hat ihr Lebensende erreicht. Die letzte Version ist 4.22, und alle HamClocks werden im Juni 2026 ihren Dienst einstellen.

Leider ist der Autor der HamClock, Elwood Downey WBØOEW, Anfang dieses Jahres verstorben. Unser Mitgefühl gilt seinen Angehörigen.

Die HamClock hat über die Jahre Einzug in viele Amateurfunk-Shacks gehalten, denn sie ist – anders als der Name vermuten lässt – weit mehr als nur eine Uhr. Sie vereint zahlreiche für den Funkbetrieb relevante Informationen in einem übersichtlichen Dashboard: Weltzeit, Greyline-Darstellung, DX-Cluster-Spots, Propagationsdaten, Weltraumwetter-Informationen und sogar Satelliten-Tracking.

Einer meiner ersten Beiträge auf DL-Nordwest 2.0 aus dem Jahr 2020 befasste sich mit meinem Selbstbauprojekt zur HamClock. 2025 berichteten wir erneut darüber, welche Neuerungen seitdem hinzugekommen sind. Wer unsere damaligen Beiträge noch einmal nachlesen möchte, findet sie hier:

Dass die HamClock ihren Dienst einstellen wird, hängt damit zusammen, dass sie ab Juni 2026 nicht mehr mit den erforderlichen Online-Daten versorgt wird, da der Server, von dem diese Informationen bezogen werden, abgeschaltet wird.

Dank der großartigen Amateurfunkgemeinschaft bedeutet dies jedoch nicht zwangsläufig das endgültige Aus für die HamClock. Im Folgenden stellen wir euch zwei würdige Alternativen vor, mit denen die HamClock weiterleben kann.

Open HamClock Backend (OHB) – Gemeinschaftsprojekt

Mit dem Gemeinschaftsprojekt „Open HamClock Backend“ kann die klassische HamClock weiter betrieben und langfristig erhalten bleiben. Quelle: Facebook-Gruppe „HamClock Heaven“

Das Open HamClock Backend (OHB) ist ein gemeinschaftliches Open-Source-Projekt mit einem klaren Ziel: Die HamClock auch über Juni 2026 hinaus funktionsfähig zu halten. Es handelt sich dabei ausdrücklich nicht um ein offizielles Nachfolgeprojekt des ursprünglichen Entwicklers Elwood Downey WB0ØEW, sondern um eine Initiative aus der Amateurfunk-Community heraus.

Die Idee dahinter ist ebenso einfach wie wirkungsvoll: OHB ersetzt den bisherigen zentralen Server der HamClock durch eine neue, offene Backend-Lösung. Da der ursprüngliche Server abgeschaltet wird, fehlen der HamClock sonst die notwendigen Online-Daten – etwa zu Weltraumwetter, Solarflux, Aurora, DX-Informationen oder Satelliten. Genau hier setzt OHB an und stellt diese Daten wieder bereit.

Dabei orientiert sich das Projekt konsequent am Original: Das Backend liefert die Informationen in genau dem Format, das die bestehende HamClock erwartet. Für den Anwender bedeutet das im Idealfall eine sogenannte „Drop-in-Replacement“-Lösung – also weiterverwenden wie bisher, nur mit neuem Datenlieferanten im Hintergrund.

Besonders bemerkenswert ist der Community-Gedanke: Entwickler und Funkamateure arbeiten gemeinsam an der Weiterentwicklung, tauschen sich über Discord aus, testen Funktionen und verbessern das System Schritt für Schritt. Das Projekt steht unter der MIT-Lizenz und ist damit offen zugänglich und frei nutzbar.

OHB kann sowohl lokal – beispielsweise auf einem Raspberry Pi im eigenen Shack – als auch zentral auf einem Server betrieben werden. Unterstützt werden unter anderem Ubuntu, Debian, Raspberry Pi-Systeme und sogar macOS. Damit bleibt die Lösung flexibel und für viele Anwender realisierbar.

Auch wenn sich das Projekt noch in Entwicklung befindet, sind bereits zahlreiche Funktionen umgesetzt und erfolgreich getestet – von Wetter- und Wolkenkarten über DRAP- und MUF-RT-Darstellungen bis hin zu VOACAP-Berechnungen, PSK-Reporter, WSPR-Daten und Contest-Kalendern.

Mehr Informationen zum Gemeinschaftsprojekt „Open HamClock Backend“ findet ihr in der Facebook-Gruppe HamClock Heaven. Sämtliche Quellen sind unter folgendem Link verfügbar: github.com/BrianWilkinsFL/open-hamclock-backend

Screenshot von github.com

Open HamClock Backend (OHB) Quellen auf Github

OpenHamClock by Chris KØCJH – das moderne HamClock-Dashboard im Browser

Mit der OpenHamClock von Chris, K0CJH, steht eine moderne, vollständig browserbasierte Alternative zur Verfügung. Sie versteht sich als „Real-Time Amateur Radio Dashboard for the Modern Operator“ – und genau das ist sie auch: ein zentrales Bedien- und Informationspanel für den gesamten Funkbetrieb.

Die OpenHamClock vereint DX-Cluster-Spots, PSKReporter-Daten, POTA-Aktivitäten, Satelliten-Tracking, Bandbedingungen, Propagationsvorhersagen, Weltraumwetter, Contest-Termine, DXpeditionen, Wetterdaten und vieles mehr in einer einzigen Oberfläche. Alles läuft im Browser – ganz ohne spezielle Client-Software und plattformunabhängig.

OpenHamClock im Browser

Wer die OpenHamClock direkt ausprobieren möchte, findet eine öffentlich erreichbare Instanz unter openhamclock.com.

Screenshot von openhamclock.com

openhamclock.com

Beim erstmaligen Aufruf werdet ihr von einem Einstellungsmenü begrüßt. Dort tragt ihr zunächst euer Rufzeichen sowie euren Locator ein – und schon kann es losgehen.

Alle weiteren Anpassungen könnt ihr jederzeit im selben Menü vornehmen. Es öffnet sich durch einen Klick auf euer Rufzeichen in der Kopfzeile.

Individuelle Konfigurierbarkeit

Die Oberfläche lässt sich flexibel an die eigenen Vorlieben anpassen: Module können ein- oder ausgeblendet, Layout und Design (Themes) gewählt und die Anzeige auf den eigenen Standort sowie den gewünschten Funkbetrieb zugeschnitten werden. So entsteht ein persönliches Dashboard für das heimische Shack.

Das Einstellungsmenü gliedert sich in vier Tabs: Station, Map Layers, Satellites und Profiles. Im Folgenden beziehen wir uns auf die Version 15.3.3.

Station

Im Tab „Station“ nehmt ihr die grundlegenden Einstellungen vor. Neben eurem Rufzeichen und Locator könnt ihr hier zwischen verschiedenen Themes wählen – von modernem Dark Mode über ein helles Design bis hin zum Retro-Theme, das optisch an Windows 95 erinnert.

Darunter lassen sich unterschiedliche Layout-Optionen auswählen, die lokale Zeitzone festlegen sowie die Einheiten von imperial auf metrisch umstellen. Auch die Sprache kann hier bequem auf Deutsch geändert werden.

Im mittleren Bereich definiert ihr eure bevorzugten Betriebsarten, die verwendete Sendeleistung sowie die Quelle für DX-Cluster-Spots. Diese Angaben fliessen in die Berechnung und Analyse der Ausbreitungsbedingungen zwischen eurer Station und der jeweils ausgewählten DX-Station ein.

Tipp: Bei älteren PCs oder Geräten mit wenig Arbeitsspeicher lässt sich in diesem Tab der Performance Mode auf „Low Memory“ reduzieren – das sorgt für einen ressourcenschonenderen Betrieb.

Map Layers

Im Tab „Map Layers“ legt ihr fest, welche zusätzlichen Informationen auf der Weltkarte eingeblendet werden sollen – beispielsweise Aurora-Overlay, Wetterradar oder weitere Layer. Zudem lässt sich hier die Transparenz der jeweiligen Ebenen anpassen, sodass die Karte trotz vieler Informationen übersichtlich bleibt.

Satellites

Wer im Satellitenfunk aktiv ist, kann unter „Satellites“ auswählen, welche Amateurfunksatelliten verfolgt und auf der Karte dargestellt werden sollen. So behaltet ihr die aktuellen Positionen und Umlaufbahnen stets im Blick und könnt gezielt planen.

Profiles

Im Bereich „Profiles“ lassen sich unterschiedliche Konfigurationsprofile anlegen. Das ist besonders praktisch, wenn ihr die OpenHamClock beispielsweise im Contest-Betrieb nutzt und dafür nur bestimmte Bänder beobachten oder nicht benötigte Module ausblenden möchtet. Anschließend könnt ihr jederzeit wieder zu eurem Standardprofil zurückkehren.

Zusätzlich lassen sich eure Einstellungen als JSON-Datei exportieren und auf einem Datenträger speichern. So ist die OpenHamClock auch auf einem anderen System im Handumdrehen mit euren gewohnten Einstellungen einsatzbereit.

Tipp: Die Darstellung der Karte lässt sich oben links direkt im Hauptfenster umschalten.

Ich betreibe meine OpenHamClock im Dark-Theme und im Tablet-Modus. Auch wenn ich aktuell nicht auf Kurzwelle aktiv bin, nutze ich sie gern als kompaktes Informations-Dashboard.

Besonders interessant für mich sind das Wetterradar sowie die Anzeige aktueller Erdbeben und Gewitteraktivität. Zusätzlich lasse ich mir die Position der ISS auf der Karte anzeigen.

OpenHamClock lokal betreiben

Wer unabhängig sein möchte, kann die OpenHamClock auch selbst hosten – lokal im Heimnetz, auf einem Raspberry Pi oder auf einem eigenen Server (z. B. per Docker). Die Installation erfolgt dabei über Node.js und ist mit wenigen Befehlen erledigt. Für Raspberry-Pi-Anwender gibt es sogar ein komfortables Einzeilen-Setup – ideal für einen dedizierten Shack-Monitor im Kiosk-Modus.

Mehr Informationen zum Self-Hosting sowie eine ausführliche Installationsanleitung findet ihr unter: github.com/accius/openhamclock

Screenshot von github.com

OpenHamClock Quellen auf Github

Weiterführende Informationen und Video-Tutorials

Hier findet ihr ein ausführliches Video-Tutorial von Arthur DL2ART auf seinem YouTube-Kanal „Funkwelle“.

Eine Beschreibung der OpenHamClock gibt es außerdem auf Michaels DL2YMR YouTube-Kanal.

Fazit

Wer die klassische HamClock weiter betreiben oder sich intensiver mit dem Original beschäftigen möchte und nicht davor zurückschreckt, sie selbst unter Linux – etwa auf einem Single Board Computer wie dem Raspberry Pi – zu installieren, findet im Open HamClock Backend (OHB) eine passende Lösung.

Wer hingegen ohne Linux-Kenntnisse und plattformunabhängig in den Genuss der HamClock kommen möchte, wird mit der OpenHamClock von K0CJH ebenfalls fündig. Diese lässt sich bequem nutzen, bei Bedarf aber auch auf einem eigenen Server hosten.

Ich persönlich finde es großartig, dass die HamClock auf diese Weise weiterlebt. Für mich ist sie längst ein fester Bestandteil meines Amateurfunk-Shacks geworden. Und es wäre sicher auch in Elwoods Sinne gewesen, wenn seine HamClock noch möglichst lange – vielleicht sogar für immer – weitertickt.

Läuft bei euch auch eine HamClock im Shack – und habt ihr eine oder sogar beide der vorgestellten Alternativen schon getestet? Schreibt eure Erfahrungen gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert sie mit uns in unserer Telegram- oder WhatsApp-Gruppe.

Team DL-Nordwest, Stephan 9V1LH/(9M2/)DG1BGS


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Ältere Funkgeräte unterwegs mit der Powerbank nachladen

Ältere Funkgeräte lassen sich oft nicht direkt per USB laden. In diesem Beitrag zeigen wir, wie es trotzdem funktioniert.

Viele ältere Handfunkgeräte besitzen noch keine USB-Ladebuchse. Für den portablen Betrieb bedeutet das meist: Ersatzakkus mitnehmen. Wer Akkus jedoch auch unterwegs aus einer Powerbank nachladen möchte, braucht eine andere Lösung – vor allem dann, wenn keine Steckdose verfügbar ist.

Neben dem Einsatz von AA/AAA-Leergehäusen gibt es dafür noch eine deutlich flexiblere Möglichkeit.

YAESU VX-3 mit zusätzlichem 3×AA-Batteriegehäuse

Unser Tipp: Einsatz eines intelligenten USB-C-Kabels

Mit einem USB-C-PD-auf-DC-Kabel mit einstellbarer Ausgangsspannung lässt sich eine Powerbank direkt als Stromquelle für Funkgeräte oder passende Ladegeräte nutzen. Das Kabel wird dabei einfach an den USB-C-PD-Port der Powerbank angeschlossen, die gewünschte Spannung eingestellt und anschließend das Gerät verbunden.

Angebotenes USB C-PD Kabel auf der Handelsplatform AliExpress

Der entscheidende Punkt dabei ist USB-C Power Delivery (PD).

Was steckt hinter USB-C Power Delivery (PD)?

Bei herkömmlichem USB stehen immer nur 5 V zur Verfügung. USB-C Power Delivery funktioniert anders:
Quelle (Powerbank) und Verbraucher handeln aktiv aus, welche Spannung und Leistung bereitgestellt werden sollen, z.B. 9 V, 12 V, 15 V oder 20 V.

Das hier eingesetzte Kabel übernimmt genau diese Rolle:
Es fungiert als PD-Trigger-Device, fordert die eingestellte Spannung von der Powerbank an und stellt sie am DC-Ausgang zur Verfügung. Erst dadurch ist es möglich, am Kabelende eine andere Spannung als 5 V zu erhalten.

ICOM ID-31 Plus im portablen Einsatz: Stromversorgung und Laden per Powerbank mit USB-C-auf-DC-Kabel

Voraussetzung ist eine PD-fähige Powerbank mit ausreichender Leistung (typischerweise 60–140 W).

Kabel, Adapter und Anschlussmöglichkeiten

Das hier beschriebene USB-C-auf-DC-Kabel ist u. a. über AliExpress erhältlich.

USB C auf DC PD-Adapterkabel bei AliExpress (Affiliate Link)

Je nach Angebot kann man zwischen verschiedenen Varianten wählen: nur das Kabel mit DC-Hohlstecker oder das Kabel mit zusätzlichen Adaptersteckern.

Set mit unterschiedlichen Adaptersteckern, u.a. Schraubterminals (1)

Ich habe mich dabei bewusst für das Set mit Schraubanschlüssen entschieden, da sich daran sehr einfach Anderson PowerPole-Steckverbinder adaptieren lassen.

Anderson PowerPoles am Schraubterminal-Adapter

Fazit

Ein kleines Kabel übernimmt die Rolle eines intelligenten Spannungswandlers und macht eine Powerbank zur universellen, mobilen Stromquelle.
Für Funkamateure, Outdoor-Einsätze und den Notfunk ist das eine einfache, platzsparende Lösung und ein echtes Upgrade für den Funkrucksack. 📻🔋

Habt ihr weitere praktische Tipps für den Funkbetrieb unterwegs? Schreibt eure Erfahrungen gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert sie mit uns in unserer Telegram- oder WhatsApp-Gruppe.

Team DL-Nordwest, Stephan 9V1LH/(9M2/)DG1BGS


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Kenwood TM-D750: Bedienungsanleitung und Spezifikationen verfügbar

Eine erste englischsprachige Bedienungsanleitung zum Kenwood TM-D750 ist verfügbar. Wir fassen die wichtigsten Inhalte und Produktfeatures kompakt zusammen.

Nach längerer Pause gibt es endlich wieder Neuigkeiten rund um das neue JVC Kenwood D-Star- und APRS-Mobilgerät TM-D750. Anlass dafür ist die Veröffentlichung erster offizieller Unterlagen, darunter eine Bedienungsanleitung sowie technische Spezifikationen.

Hintergrund ist eine kürzlich erfolgte FCC-Zulassung des Geräts in den USA. Die FCC (Federal Communications Commission) ist die dort zuständige Regulierungsbehörde für Funk- und Telekommunikationstechnik, vergleichbar mit der CE-Kennzeichnung in Europa. Auch wenn diese Zulassung für den Betrieb in Deutschland keine direkte Bedeutung hat, werden im Rahmen dieses Verfahrens häufig umfangreiche technische Dokumente öffentlich zugänglich gemacht.

So finden sich dort neben externen Gerätefotos und Angaben zur Kennzeichnung nun auch erstmals eine englischsprachigen Bedienungsanleitung des TM-D750. Diese erlaubt einen ersten Blick auf die Spezifikationen, den Lieferumfang, die Menüstruktur und die Verwendung von Basisfunktionen des neuen Mobilgeräts, auf die wir im weiteren Verlauf dieses Beitrags näher eingehen.

Modellvarianten und Produktfeatures des TM-D750

Zunächst wird in der Bedienungsanleitung noch einmal klar herausgestellt, worin sich die verschiedenen Modellvarianten unterscheiden. Beim amerikanischen Modell mit der Endbezeichnung A, also dem TM-D750A, handelt es sich um einen Tri-Bander, der zusätzlich auch das 220-MHz-Band unterstützt.
In Europa, Modellbezeichnung TM-D750E, müssen wir uns hingegen auf 144 und 430 MHz beschränken.

Als Produktfeatures nennt die Bedienungsanleitung unter anderem:

  • APRS, auch mit Digipeater-Funktion
  • D-STAR: Gleichzeitiger Empfang von zwei D-STAR-Signalen, Direct Mode, Repeater Monitor sowie Reflector und Repeater Terminal Mode
  • Integrierter GNSS-Empfänger, unterstützt GPS, Galileo und QZSS (Japan)
  • Farb-LCD-Display
  • Gleichzeitiger Empfang von zwei Signalen (V×U, U×V, U×U) + Air-Band
  • Integrierter Lautsprecher im Bedienteil
  • Visual Scan und Wasserfall-Darstellung
  • Sprachverarbeitung mittels DSP
  • Integriertes Bluetooth (5.0, SPP und HSP)
  • Integriertes WLAN (2,4 und 5 GHz)
  • microSD-Speicherkarten-Unterstützung (2 bis max. 32 GB)
  • Akkuladen und Datenübertragung über USB Typ-C
  • 1.000 Speicherkanäle, 1.500 Repeaterlisten und 30 Hotspot-Listen
  • Dreistufig wählbare Sendeleistung (5 / 10 / 50 W)

Dabei fällt unter anderem auf, dass beim Punkt gleichzeitiger Empfang die Option V×V, also der parallele Empfang auf beiden VHF-Bändern, nicht aufgeführt ist.

Ebenfalls interessant ist der Hinweis auf das Akkuladen über USB-C. Dieser dürfte sich weniger auf das Funkgerät selbst beziehen, da das Mobilgerät kaum über einen integrierten Akku verfügen dürfte. Wahrscheinlicher ist, dass sich darüber externe Geräte wie etwa ein Smartphone entweder am Bedienteil und/oder an der HF-Einheit laden lassen.

Lieferumfang

Laut Bedienungsanleitung gehören folgende Komponenten zum Lieferumfang des TM-D750:

  • ein Handsprechmikrofon MC-62 inklusive Halterung
  • ein 12-V-DC-Stromkabel mit jeweils 20-A-Inline-Sicherung in Plus- und Minusleitung sowie Ersatzsicherung
  • das Anschlusskabel für das Bedienteil
  • Montagewinkel für HF-Einheit und Bedienteil inklusive passender Schrauben
  • eine gedruckte Bedienungsanleitung
  • eine Garantiekarte

Alternativ zur mitgelieferten Halterung kann das Bedienteil außerdem auf handelsüblichen Fotostativen montiert werden, was zusätzliche Flexibilität bei der Installation ermöglicht.

Montage auf einem Fotostativ über das 1/4-Zoll-Gewinde an der Unterseite der Bedieneinheit

Audio, Systemfunktionen und Bedienkonzept

Interessant ist auch die Sprachaufbereitung mittels DSP. Ob sich diese ausschließlich auf die eigene Aussendung bezieht oder auch auf das empfangene Signal wirkt, vergleichbar mit dem von Yaesu beworbenen ASP (Audio Signal Processing), muss sich allerdings erst noch zeigen. In der aktuellen Bedienungsanleitung finden sich hierzu bislang keine weiteren Hinweise.

Die Systemzeit des Geräts kann wahlweise automatisch über GPS oder über einen NTP-Server im Internet aktualisiert werden, sofern eine WLAN-Verbindung besteht.

Das Menüsystem präsentiert sich sehr umfangreich, gleichzeitig aber klar strukturiert. Es ist in die Bereiche TX/RX, Memory, Audio, GPS, APRS, Digital (D-STAR), IP Network, SD Card und Configuration unterteilt. Sämtliche Menü- und Untermenüpunkte lassen sich zudem direkt über ihre dreistellige Menünummer aufrufen, sofern diese bekannt ist.

Technische Spezifikationen

Im hinteren Teil der Bedienungsanleitung sind die Spezifikationen des TM-D750E in der üblichen Tabellenform aufgeführt und geben einen kompakten Überblick über die technischen Eckdaten des Geräts.

Weniger erfreulich für Nutzer von iOS-Geräten: Das Funkgerät unterstützt offenbar kein Bluetooth Low Energy (BLE) und ist damit nicht für Steuerungs- oder Konfigurationsaufgaben mit iPhone oder iPad geeignet!

Bei der WLAN-Anbindung zeigt sich das TM-D750 etwas flexibler. Neben 2,4 GHz wird auch das 5-GHz-Band unterstützt. Zum Einsatz kommen jedoch ausschließlich WLAN-5-Standards (802.11 a/b/g/n/ac). WLAN 6 (802.11ax) und WLAN 7 (802.11be), jeweils im 2,4- und 5-GHz-Band, werden nicht unterstützt.

Fazit und Ausblick

Mit der nun verfügbaren Bedienungsanleitung lassen sich erstmals viele Details und Produktfeatures des JVC Kenwood TM-D750 nachvollziehen. Auch wenn noch nicht alle Funktionen abschließend bewertet werden können, bietet die Anleitung bereits einen guten Einblick in Konzept, Ausstattung und Bedienung des neuen D-STAR- und APRS-Mobilgeräts.

Wer sich selbst einen Eindruck verschaffen möchte, kann die Bedienungsanleitung über unsere Kenwood TM-D750-Seite im Download-Bereich herunterladen.

Screenshot von dl-nordwest.com

Downloads zum KENWOOD TM-D750E

Sobald eine ausführliche Bedienungsanleitung, ein konkreter Preis sowie ein erstes Lieferdatum für den europäischen Markt bekannt sind, werden wir darüber selbstverständlich weiter berichten.

Wie ist euer erster Eindruck vom TM-D750? Habt ihr in der Bedienungsanleitung weitere Details entdeckt? Schreibt es gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert mit uns in unserer Telegram- oder WhatsApp-Gruppe.

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3D-Druck im Amateurfunk: Selbst konstruiertes 5-V-Netzteilgehäuse

Ein kleines Projekt mit großem Lerneffekt. Dieser Beitrag beschreibt meine Erfahrungen bei der Konstruktion und Umsetzung eines 5-V-Netzteilgehäuses.

Einleitung: Motivation und Ausgangslage

Aus einem früheren Amateurfunkprojekt hatte ich noch einige Komponenten für eine 5-V-Gleichspannungsversorgung eines Raspberry Pi herumliegen: ein 5 V / 25 W Netzteil (RS-25-5 von Mean Well), ein 230 VAC-IEC-Power-Inlet mit Schalter und Sicherung sowie ein Netzfilter.

Damals konstruierte ich daraus einen Moduleinschub, der neben diesen Komponenten auch den Raspberry Pi, eine Modem- und Steuerplatine sowie weitere Anschlüsse für den Aufbau eines MMDVM-Digitalrelais aufnahm. Dieser wird mittlerweile jedoch nicht mehr benötigt. Da der Moduleinschub offen war und damit auch die 230-VAC-Verdrahtung frei zugänglich blieb, entschied ich mich, ein neues Gehäuse zu konstruieren und dieses per 3D-Druck herzustellen.

MMDVM-Moduleinschub aus einem früheren Projekt: Oben links ist das Netzteil zu sehen, rechts daneben der Netzfilter und vorne links das Power-Inlet.

Anforderungen: Kompakt, sicher und alltagstauglich

Das Gehäuse sollte möglichst kompakt sein und alle vorhandenen Komponenten aufnehmen. Zusätzlich waren zwei USB-Typ-A-Buchsen sowie eine Betriebsanzeige vorgesehen.
Ein zentraler Punkt war der vollständige Berührungsschutz: Die komplette Verdrahtung, insbesondere auf der 230-VAC-Seite, sollte vollständig abgedeckt sein.

Konstruktion: Entwurf des Gehäuses

Als CAD-Software verwende ich DesignSpark Mechanical Explorer v6.0.3 in der freien Version. Ich bin kein Mechanikdesigner und habe mir den Umgang mit dem Programm selbst beigebracht.

Konstruiert habe ich ein zweiteiliges Gehäuse, bestehend aus einem Unterteil als Träger für die 230-VAC-Komponenten und einem Deckel, der die USB-Anschlüsse sowie die Power-LED aufnimmt. Der Deckel wird mit M3-Schrauben am Gehäuseunterteil befestigt; die dafür benötigten Einpressmuttern werden in den Deckel eingeschmolzen.

Um eine ausreichende Belüftung des Netzteils sicherzustellen, habe ich mich zudem dafür entschieden, die Lochblechabdeckung des Netzteils an der Außenseite des Gehäuses zu platzieren.

Druck: Vom CAD-Modell zum Bauteil

Nach Abschluss der Konstruktion habe ich beide Gehäusehälften jeweils als STL-Datei exportiert und in den Slicer geladen. Gedruckt wurde auf einem Bambu Lab P1S mit AMS Pro 2, wodurch auch mehrfarbiger Druck möglich ist.

Im Slicer habe ich zusätzlich Beschriftungen direkt in die Druckteile integriert. Da das Netzteil ausschließlich im Innenbereich eingesetzt wird, fiel die Materialwahl auf PLA. Das Gehäuseunterteil wurde in Matt-Schwarz mit orangener Beschriftung gedruckt, das Oberteil in Orange mit matt-schwarzer Beschriftung.

Die Druckzeit inklusive Vorbereitung betrug für das Gehäuseunterteil etwa 1 Stunde 47 Minuten, für das Oberteil knapp 56 Minuten.
Und nein, die erste gedruckte Version hatte noch einige Fehler, zudem war ich mit dem Design nicht ganz zufrieden. Also habe ich eine zweite Version überarbeitet und erneut gedruckt.

Timelapse des Drucks des Gehäuseunterteils
Timelapse des Drucks des Gehäuseoberteils

Verdrahtung: Schritt für Schritt zum fertigen Netzteil

Zunächst habe ich alle Komponenten in das Gehäuseunterteil eingesetzt und verdrahtet. Das Netzteil selbst wird erst ganz zum Schluss vollständig eingeschoben und verschraubt, sodass die Anschlüsse während der Verdrahtung gut zugänglich bleiben.

Anschließend habe ich die Muttern in den Gehäusedeckel eingeschmolzen, die USB-Buchsen montiert und diese entsprechend verdrahtet.

Gehäuseunter- und -oberteil werden zunächst verdrahtet und anschließend miteinander verschraubt.

Inbetriebnahme: Der Moment der Wahrheit

Kein Qualm, alle Sicherungen sind drin geblieben und die Power-LED leuchtete, ein guter Anfang.
Da der Raspberry Pi 5,1 V DC benötigt, habe ich die Ausgangsspannung des Netzteils zunächst mit einem Multimeter exakt auf diesen Wert eingestellt. Danach habe ich nochmals überprüft, ob Plus und Minus korrekt auf die USB-Buchsen gelegt waren.

Erster Test: Die vom Charger Doctor angezeigte Spannung zeigt jedoch nicht den tatsächlich an den USB-Buchsen anliegenden Wert.

Da alles stimmte, konnte ich schließlich einen bzw. bis zu zwei 5-V-Verbraucher anschließen. Um das Netzteil auf dem Tisch vor dem Verrutschen zu sichern, habe ich auf der Unterseite vier Gummifüße aufgeklebt. Fertig!

Mögliche Verbesserungen und Ausblick

Das Gehäuse ist nicht perfekt, erfüllt aber seinen Zweck. Als Optimierung würde ich es etwas breiter auslegen, um der internen Verdrahtung mehr Platz zu geben. Außerdem sollte der Gehäusedeckel an der Front, hinter dem Netzteil, einen zusätzlichen Verschraubungspunkt erhalten, um einen Spalt zwischen Deckel und Unterteil zu vermeiden. Die Beschriftung würde ich für eine bessere Deckung mit zwei Layerhöhen statt nur einer drucken.

Über das Gesamtdesign lässt sich natürlich immer streiten 😉

Im vorliegenden Projekt habe ich die beiden USB-Ports parallelgeschaltet. Funktional ist das ausreichend, sinnvoller wäre jedoch eine getrennte Beschaltung mit jeweils eigener Absicherung, um angeschlossene Verbraucher besser zu entkoppeln.

Soll das Netzteil auch zum Laden von Smartphones oder Tablets genutzt werden, müssen zusätzlich die Datenleitungen der USB-Ports beschaltet werden. Ein Kurzschluss von D+ und D− signalisiert dem Gerät eine zulässige Stromaufnahme von bis zu 1,5 A. Für höhere Ladeströme sind definierte Spannungen an D+ und D− erforderlich, die sich beispielsweise über einen einfachen Widerstands-Spannungsteiler realisieren lassen. Weiterführende Informationen finden sich unter dem Stichwort Apple Signature. Da ich das Netzteil ausschließlich zur Versorgung von Single-Board-Computern wie dem Raspberry Pi einsetze, habe ich diese Erweiterung bislang nicht umgesetzt.

Als mögliche Erweiterung könnte man zusätzlich eine Anzeige zur Darstellung des aktuellen Verbrauchs integrieren.

Fazit: Mehrwert durch 3D-Druck im Amateurfunk

3D-Druck kann das Amateurfunkhobby eindeutig bereichern. Es gibt bereits viele Projekte anderer Funkamateure, die sich kostenlos herunterladen und ausdrucken lassen. Besonders spannend wird es jedoch dann, wenn man eigene Ideen umsetzt und das Ergebnis am Ende tatsächlich in den Händen hält.

Vorderansicht des fertigen 5-V-DC-Netzteils mit den beiden USB-Buchsen und der Betriebsanzeige
Rückseite des fertigen 5-V-DC-Netzteils mit Angabe zu Spannung und Leistung
Rückseite des fertigen 5-V-DC-Netzteils: Sie bietet ausreichend Platz für das eigene Rufzeichen

Seid ihr selbst im Besitz eines 3D-Druckers und habt bereits eigene Konstruktionen umgesetzt? Welche CAD-Software habt ihr dabei verwendet? Schreibt eure Erfahrungen gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert sie mit uns in unserer Telegram- oder WhatsApp-Gruppe.

Team DL-Nordwest, Stephan 9V1LH/(9M2/)DG1BGS


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MMDVM feiert sein zehntes Jubiläum

Am 14. Januar wurde das MMDVM-Projekt zehn Jahre alt. Sein Initiator Jonathan G4KLX blickt auf die vergangenen Jahre zurück und gibt zugleich einen Ausblick auf den nächsten Meilenstein.

[…] Heute jährt sich die erste Veröffentlichung von MMDVM zum zehnten Mal […]

Im Jahr 2016 habe ich meinen Quellcode von einem privaten GitLab-Repository in ein öffentliches GitHub-Repository verschoben. Dazu gab es eine Ankündigung in den damaligen Yahoo!-Groups, und danach habe ich auf die Bugreports gewartet. Dies ist der entsprechende Commit der MMDVM-Firmware:

commit dd17a47972192a0ff448fb6842b5bef1c783bd34
Author: Jonathan Naylor <naylorjs@yahoo.com>
Date:   Thu Jan 14 18:57:21 2016 +0000
    Initial commit

Die erste Version unterstützte ausschließlich den Arduino Due als Modem-Hardware (Hotspots sollten erst später im Jahr folgen), und der MMDVM Host ließ sich unter Windows und Linux kompilieren und ausführen – was bis heute der Fall ist. Anfangs wurden nur D-Star und DMR unterstützt; System Fusion und P25 Phase 1 kamen später im Jahr 2016 hinzu.

Die D-Star-Implementierung war vergleichsweise unkompliziert, da ich bereits seit 2009 für diesen Modus entwickelte und ihn sehr gut kannte. DMR hingegen stellte eine völlig neue Komplexitätsstufe dar – nicht nur beim Protokolldesign, sondern auch bei den Anforderungen an die zeitliche Synchronisation zwischen Sender und Empfänger. Ich hatte die Abweichung auf etwa 42 Mikrosekunden reduziert, und genau da stellten wir fest, dass der Taktoszillator des Due nicht stabil genug war, um eine saubere Synchronisation zu halten. Gute Oszillatoren für die Einstellung von Funkfrequenzen waren wir gewohnt – dass man sie für den zuverlässigen Betrieb eines Modems im Audiobereich benötigt, war für uns neu.

Im Vergleich dazu waren alle späteren Modi relativ einfach zu implementieren, auch wenn die Dokumentation für reine Amateurfunk-Modi oft lückenhaft war. Ich frage mich bis heute, ob das absichtlich geschah, um sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen – ja, ich schaue dich an, Yaesu. Einige Firmen drohten mir sogar mit Klagen wegen der Implementierung ihrer On-Air-Protokolle, bis ich darauf hinwies, dass US-Recht im Vereinigten Königreich nicht gilt – ja, auch hier schaue ich dich an, Yaesu.

Die meisten Unternehmen, mit denen ich zu tun hatte, waren sehr offen und hilfsbereit – selbst wenn sie keine öffentliche Aufmerksamkeit wollten. Andere wiederum waren komplett verschlossen gegenüber jeglicher Kontaktaufnahme – ja, Yaesu. Abgesehen von MMDVM bin ich ohnehin ein Icom-Mensch, also tangiert mich das persönlich nicht.

Eine der ungewöhnlichsten Anfragen kam von einer US-Bundesbehörde, die meine P25-Implementierung in ihren Systemen einsetzen wollte. Normalerweise hätte ich so eine Anfrage begrüßt, doch das hätte meine Arbeit in den Bereich „Lebenssicherheit“ eingeordnet – und dieses Maß an Verantwortung und Stress wollte ich nicht. Schließlich ist MMDVM ein hobbybasiertes System. Ich habe mich für das Interesse bedankt und vorgeschlagen, sich für diesen Support-Level an Motorola zu wenden. Ich habe zwar an sicherheitskritischen Embedded-Systemen gearbeitet und kenne die entsprechenden Zuverlässigkeitsanforderungen, aber MMDVM ist bewusst nicht auf diesem Niveau. Ich wollte etwas entwickeln, das in Monaten oder Jahren funktioniert – nicht in Jahrzehnten.

Und nun sind wir hier: zehn Jahre und ein Tag später. MMDVM ist gewachsen, unterstützt deutlich mehr Modi und hat sich in Richtungen entwickelt, die ich nie erwartet hätte – etwa mit POCSAG-Unterstützung. Genaue Zahlen zur Anzahl der im Einsatz befindlichen MMDVM-Systeme gibt es nicht, aber wir sind ziemlich sicher, dass es über 100.000 Systeme sind – als Hotspots oder als Relais.

Aktuell arbeiten wir an neuer Hardware und neuer Software. Die Ergebnisse werden spannend sein, sobald sie reif genug sind. Möglich macht das unter anderem ein ARDC-Grant, der es uns erlaubt hat, interessante neue Chips zu evaluieren und dafür zu entwickeln. Wir hoffen, noch vor dem Wärmetod des Universums etwas ankündigen zu können.

Ich hätte gern eine Liste aller Personen beigefügt, die im Laufe der Jahre zu MMDVM beigetragen haben, aber sie wäre riesig – und ich würde garantiert wichtige Mitwirkende vergessen. Daher kann ich nur sagen: Ihr wisst, wer ihr seid, und ich danke euch allen für eure Unterstützung über all die Jahre. Dass die alten Yahoo!-Group-Beiträge verloren gegangen sind, hilft dabei leider auch nicht.

[…]

Jonathan
G4KLX / W4KLX

Das Team DL-Nordwest gratuliert herzlich zum zehnjährigen Jubiläum und bedankt sich ausdrücklich für die geleistete Arbeit. Ohne MMDVM, die kostengünstigen Hotspots und Pi-Star, die die digitalen Sprachmodi für viele OMs erst zugänglich gemacht haben, wäre auch das Projekt DL-Nordwest heute sicher nicht dort, wo es aktuell steht.

Bereits 2016 begann auch für mich die intensive Beschäftigung mit MMDVM, und zwar im Zuge der Erneuerung der Relaistechnik von DB0OX in Norden (JO33oo). Nachfolgend sind einige Bilder aus den Anfangsjahren zu sehen.

Erste Versuche mit dem Arduino Due und MMDVM-Platine von SP8NTH. Diese wurde später durch ein Modemboard von DL7TJ ersetzt.
Erster Versuchsaufbau, damals noch mit zwei Motorola GM350. Diese wurden später durch einen T7F als Empfänger und Motorola GM1200 als Sender ersetzt.
Aufbau mit finaler Hardware, aber provisorischer Verdrahtung.
Fertiger MMDVM Repeater DB0OX mit Filter im Testbetrieb, kurz vor dem Einbau im Wasserturm im November 2016.

Wie lange nutzt ihr MMDVM bereits, zum Beispiel mit Pi-Star oder WPSD? Habt ihr damit vielleicht sogar ein Relais aufgebaut, und welche Funktionen wünscht ihr euch als Nächstes? Schreibt eure Erfahrungen gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert sie mit uns in unserer Telegram- oder WhatsApp-Gruppe.

Team DL-Nordwest, Stephan 9V1LH/(9M2/)DG1BGS


Hier findet ihr weitere Beiträge zum Thema Digital Voice (DV):

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Weihnachtsgrüße 2025

Frohe Weihnachten und einen tollen Start ins Jahr 2026, an alle Digitalen Amateurfunk Enthusiasten

Wir wünschen euch allen eine frohe Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2026. Möge euch die Magie der Weihnachtszeit erfüllen und euch neue Energie für das kommende Jahr geben.

In diesem Jahr haben wir uns bei DL-Nordwest intensiv mit der Datenkommunikation via LoRa, dem neuen Digitalfunkmodus M17 sowie mit Berichten von Amateurfunkveranstaltungen und neuer Funktechnik beschäftigt. Welche Themen interessieren euch besonders, und worüber sollen wir im neuen Jahr berichten?

Vielleicht habt ihr sogar selbst Ideen, die ihr veröffentlichen wollt? Meldet euch gerne bei uns, wir helfen euch gerne dabei, diese Ideen in die Tat umzusetzen.

Viel Spaß und Erfolg bei euren QSOs oder auch DXpeditionen im neuen Jahr! Mögen eure Antennen gut funktionieren und eure Funkgeräte euch treue Dienste leisten.

Vielen Dank für eure Leidenschaft und euer Engagement für den Amateurfunk.

Frohe Weihnachten und ein erfolgreiches neues Jahr!

Was waren eure persönlichen Funk-Highlights in diesem Jahr? Schreibt eure Erfahrungen gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert sie mit uns in unserer Telegram- oder WhatsApp-Gruppe.

Euer Team DL-Nordwest


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LinHT Update 11/25 – Open-Source-Handfunkgerät mit Zukunftspotenzial

Das LinHT-Projekt macht große Fortschritte. In diesem Update fassen wir die wichtigsten Neuerungen für euch zusammen.

Seit unserem Beitrag über das LinHT – Open-Source-Handfunkgerät mit Zukunftspotenzial, hat das Entwicklerteam, allen voran Andreas OE3ANC und Vlastimil OK5VAS, weiter intensiv gearbeitet. Die wichtigsten Neuerungen fassen wir euch hier zusammen.

Wer unseren ursprünglichen Beitrag noch nicht gelesen hat, dem empfehlen wir ihn als Einstiegsliteratur, ihr findet ihn hier.

M17 jetzt direkt nutzbar

Das LinHT beherrscht nun M17 out of the box, sowohl auf Empfangs- als auch auf Sendeseite. Anders als bei den ersten Prototypen müssen dafür keine Befehle mehr per SSH-Terminal eingegeben werden.
Einfach einschalten, und nach dem Booten ist man sofort in M17 QRV.

Das M17-Entwicklerteam weist jedoch darauf hin, dass insbesondere im Empfangszweig weiterhin Optimierungspotenzial besteht. Bereits in Arbeit ist die Hardware-Revision B, die unter anderem einen variablen HF-Abschwächer vor dem verwendeten SX1255 vorsieht, um diesen besser vor Übersteuerung zu schützen.

Wer tiefer in die Technik einsteigen möchte, findet alle Details in den aktuellen Blogbeiträgen der M17 Foundation. Ein Demo-Video soll dort ebenfalls in Kürze verfügbar sein. Die Beiträge findet ihr hier und hier.

M17-Protokoll aktualisiert

Auch am Protokoll selbst wurde gearbeitet. Die neue Version 3.0.0 (draft) bringt strukturelle Änderungen mit sich:

  • Das TYPE-Feld wurde vollständig neu organisiert, inklusive der Entfernung des Packet/Stream-Bits.
  • Textnachrichten werden nun anders über das META-Feld übertragen, und Padding-Bytes sind auf 0x00 gesetzt.
  • Zusätzlich wurde ein neuer Pakettyp für TLE-Daten ergänzt.

Weitere Details findet ihr hier.

Wir halten euch bei DL-Nordwest selbstverständlich über alle weiteren Entwicklungen rund um M17 und das LinHT auf dem Laufenden.

Was haltet ihr von den aktuellen Fortschritten beim LinHT? Schreibt eure Erfahrungen gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert sie mit uns in unserer Telegram- oder WhatsApp-Gruppe.

Team DL-Nordwest, Stephan 9V1LH/(9M2/)DG1BGS


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MeshCore: Wenn dein LoRa-Netz mitdenkt

MeshCore erweitert das Konzept von Meshtastic um intelligentes Routing und hohe Effizienz. Wir haben uns das Projekt für euch genauer angeschaut.

Einführung: Was ist MeshCore

Im Kern verfolgt MeshCore dieselben Ziele wie das bekannte Meshtastic-Projekt: eine offene, quellbasierte und verschlüsselte (AES‑256‑GCM oder ChaCha20‑Poly1305) Kommunikationsplattform, die auf LoRa-Technologie basiert und vollständig unabhängig von Internet, Mobilfunk und WLAN funktioniert.

Zum Einsatz kommen dabei kostengünstige LoRa-Geräte, die vielfach bereits im Umfeld von Meshtastic oder MeshCom verwendet werden. Wer also schon Hardware für diese Systeme besitzt, hat gute Chancen, dass sie auch kompatibel mit MeshCore ist.

MeshCore unterstützt eine ganze Reihe von LoRa-Hardware wie z.B. das LilyGo LoRa32 V2.1

Unterschiede zu Meshtastic

Während bei Meshtastic alle Nodes in festen Abständen Broadcast-Nachrichten aussenden, um ihre Existenz im Netzwerk zu signalisieren, geht MeshCore einen effizienteren Weg: Hier muss der Nutzer seine Node aktiv durch das Senden einer „Advert“ im Netzwerk bekannt machen. Das mag zunächst nach einem zusätzlichen Schritt klingen, bringt aber gerade in großen Mesh-Netzwerken erhebliche Vorteile: Die verfügbare On-Air-Zeit wird nicht durch ständige Broadcasts belegt, sondern gezielt für tatsächliche Nachrichtenübertragung genutzt.

Statt nur die LoRa-Funkschnittstelle für die Nachrichtenweiterleitung zu verwenden unterstützt MeshCore gleich mehrere Transportarten: Darunter LoRa, Bluetooth (BLE), Wi‑Fi, serielle Verbindungen und UDP, und bietet damit eine deutlich größere Auswahl an kompatiblen Geräten. Dadurch kann das System flexibel auf unterschiedliche Einsatzszenarien zugeschnitten werden.

Der wohl entscheidendste Unterschied liegt jedoch im Routing-Verhalten:
MeshCore merkt sich den effizientesten Übertragungsweg zwischen zwei Stationen und nutzt diesen für alle weiteren Nachrichten.

Ein Beispiel:

Wenn Bernd DK5BS eine Nachricht an Stephan DG1BGS sendet, wird sie zunächst per Flood Routing ausgesendet. Jede Station (Repeater oder Nodes mit aktivierter Routing-Funktion), die Bernd erreichen kann, wiederholt die Nachricht, bis Stephans Node erreicht ist. Dieser erste Austausch erzeugt zwar kurzzeitig viel Funkverkehr, hat aber einen entscheidenden Lerneffekt: Alle beteiligten Repeater speichern, über welchen Pfad die Nachricht am effizientesten übertragen wurde und geben die Information der effizientesten Route an Stephans Node weiter.

Wenn Stephan anschließend antwortet, nutzt seine Nachricht diesen optimierten Rückweg. Ab diesem Zeitpunkt läuft die Kommunikation zwischen beiden direkt über den kürzesten Pfad, was das Mesh-Netz deutlich entlastet und die Übertragung deutlich zuverlässiger macht.

Verändert sich das Netzwerk, etwa, weil eine Node ausfällt oder sich die Topologie ändert, reagiert MeshCore automatisch:
Wird eine Nachricht dreimal erfolglos über den gespeicherten Pfad gesendet, wechselt das System wieder in den Flood-Modus, um einen neuen, funktionierenden Pfad zu ermitteln. So bleibt das Netzwerk auch bei wechselnden Bedingungen zuverlässig verbunden.

Das MeshCore-Netzwerk merkt sich den optimalen Pfad zwischen Teilnehmern

Ein zusätzliches Feature ist die Möglichkeit, bekannte direkte Pfade manuell in der App zu hinterlegen. So kann gezielt festgelegt werden, über welchen Weg Nachrichten zwischen bestimmten Nodes laufen sollen. Das ist vor allem in stationären Setups nützlich.

Was man braucht, um an MeshCore teilzunehmen

Wie bei Meshtastic oder MeshCom startet auch die Nutzung von MeshCore mit der passenden Hardware: Zunächst benötigt ihr ein kompatibles LoRa-Gerät.

Heltec LoRa V4 868 MHz bei Aliexpress (Affiliate Link)

Heltec LoRa V4 868 MHz Komplettset bei Aliexpress (Affiliate Link)

SEEED STUDIO XIAO ESP32 S3 868 MHz bei Aliexpress (Affiliate Link)

LILYGO T3-S3 868 MHz bei Aliexpress (Affiliate Link)

Weiteres Zubehör:

Verstärker für 868 MHz bei Aliexpress (Affiliate Link)

SAW Bandpass-Filter für 868 MHz bei Aliexpress (Affiliate Link)

Resonanzhohlraumfilter für 868 MHz bei Aliexpress (Affiliate Link)

Auf dieses wird anschließend die MeshCore-Firmware geflasht. Über die offizielle Flash-Oberfläche unter https://flasher.meshcore.co.uk (kompatiblen Browser wie Chrome verwenden) lässt sich dies schnell und unkompliziert durchführen.

Screenshot von flasher.meshcore.co.uk

MeshCore Web-Flasher

Rollen der Nodes

Ein wesentlicher Unterschied zu anderen Mesh-Systemen wie Meshtastic oder MeshCom besteht darin, dass man sich bereits vor dem Flashen überlegen sollte, welche Rolle die Node übernehmen soll.

Derzeit stehen vier Typen zur Verfügung:

  • Companion Bluetooth: Verbindung über Bluetooth, typischerweise für mobile Geräte gedacht.
  • Companion USB: Ähnlich wie Bluetooth, jedoch über eine direkte USB-Verbindung, z. B. für PC-Anwendungen.
  • Repeater: Klassische Weiterleitungs-Node, die Nachrichten zwischen anderen Stationen überträgt.
  • Room Server: Vergleichbar mit einem kleinen Bulletin Board System (BBS), auf dem Nutzer Nachrichten hinterlegen und die Mitteilungen anderer lesen können.

Diese klare Rollenverteilung macht MeshCore besonders strukturiert und ermöglicht gezielte Netzwerkkonfigurationen – vom einfachen Zwei-Node-Setup bis hin zu großflächigen, mehrstufigen Mesh-Netzen.

Nachdem man die passende Rolle gewählt hat, verbindet man sich mit der MeshCore-App (verfügbar für Android und iOS) via Bluetooth mit der frisch geflashten Node. Und schon seid ihr Teil des MeshCore-Netzwerks.

Fazit

MeshCore bietet eine offene, verschlüsselte Kommunikationsplattform über LoRa, die unabhängig von Internet, Mobilfunk oder WLAN funktioniert. Durch intelligentes Routing werden Nachrichten effizient im Netzwerk verteilt, was insbesondere in großen Mesh-Strukturen Vorteile bringt. Wer bereits Meshtastic kennt, findet bei MeshCore zusätzliche Flexibilität und optimierte Netzwerkpfade.

Statt wie Meshtastic auf die Optimierung für sich schnell ändernde, dynamische Netzwerke zu setzen, fokussiert sich MeshCore auf geplante oder semi-statische Netzwerke und ist damit ideal für stationäre Installationen, Community-Netze oder größere Mesh-Infrastrukturen, bei denen Stabilität und effiziente Pfadnutzung im Vordergrund stehen.

Auch in DL-Nordwest befasst man sich bereits mit MeshCore. Derzeit laufen Überlegungen, parallel zu dem bereits auf 433 MHz Amateurfunk-Meshtastic-Netz ein MeshCore-Netz auf 868 MHz aufzubauen, das dann auch der Bevölkerung zugutekommen könnte.

Weitere Informationen zu MeshCore findet ihr auf den folgenden Webseiten:

Screenshot von meshcore.co.uk

Offizielle MeshCore Webseite

Screenshot von meshcorenetz.de

MeshCoreNetz.de – Kommunikation ohne Netz

Seid ihr bereits in einem Mesh-Netzwerk aktiv? Und habt ihr vielleicht sogar MeshCore schon einmal getestet? Schreibt eure Erfahrungen gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert sie mit uns in unserer Telegram- oder WhatsApp-Gruppe.

Team DL-Nordwest, Stephan 9V1LH/(9M2/)DG1BGS


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