Fusion2x: YAESU-PDN direkt im YSF-, XLX- und FCS-Netz nutzen

Mit Fusion2x steht dank Fernando LW6EMN nun eine Software für Windows und Linux zur Verfügung, mit der sich kompatible YAESU-C4FM-Geräte direkt mit YSF, XLX und FCS verbinden lassen. Wir haben sie für euch getestet.

Der von YAESU-kompatiblen Funkgeräten unterstützte PDN-Modus (Portable Digital Node) erlaubt es, das Funkgerät ohne HF-Abstrahlung für Funkbetrieb im WIRES-X-Modus zu nutzen. Dafür wird kein HRI-200 benötigt, jedoch ein geeignetes Datenkabel. Eine zusätzliche Registrierung des benutzten Gerätes bei YAESU ist ebenfalls nicht notwendig.

Dank des argentinischen Funkamateurs Fernando „Fer“ LW6EMN steht nun eine kostenlose Software zur Verfügung, die den Einsatz nicht mehr nur auf WIRES-X beschränkt, sondern auch das direkte QRV-werden auf YSF-, XLX– und FCS-C4FM-Reflektoren ermöglicht. Die Software kann sowohl auf einem 64-Bit-Windows-System als auch unter Linux, beispielsweise auf einem Raspberry Pi, betrieben werden.

Aktuell unterstützt Fusion2x die Mobilgeräte FTM-100, FTM-400XD, FTM-500D und FTM-510D sowie das Handfunkgerät FT-5D. Bernd DK5BS konnte die Software jedoch auch erfolgreich mit dem FT-2D und dem FT-3D verwenden.

Wir haben uns für euch die Windows-Desktop-Version 1.14 genauer unter die Lupe genommen.

Download und Installation

Die Software wird auf der Webseite lw6emn.ar zum Download angeboten und befindet sich aktuell noch in der Beta-Phase. Wer der spanischen Sprache nicht mächtig ist, ist gut beraten, die Übersetzungsfunktion seines Browsers zu nutzen.

Screenshot von lw6emn.ar

Fusion2x Download

Scrollt auf der Webseite zum Abschnitt Download herunter. Dort wählt ihr je nach Zielsystem die Windows- bzw. Linux-Desktop-Version oder ein fertiges SD-Karten-Image für einen Raspberry Pi 3B aus. Da wir den Test unter Windows durchgeführt haben, laden wir die Datei „fusion2x_win_v114.zip“ herunter und entpacken sie auf unserem PC.

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, die Software zu betreiben: als eigenständiges Programm (fusion2x) oder in der Browser-Variante (fusion2x-web). Im Folgenden beschreiben wir die Browser-Variante.

Konfiguration

Nach dem Ausführen der fusion2x-web-Software wird ein Webserver auf dem Netzwerk-Port 8080 bereitgestellt. Ruft anschließend in eurem Browser die Adresse http://127.0.0.1:8080 auf. Nun werdet ihr nach einem Benutzernamen und Passwort gefragt. Gebt hier jeweils admin ein.

Im Tab Configuration müssen zunächst einige grundlegende Einstellungen vorgenommen werden. Ändert dazu im obersten Abschnitt zunächst die Sprache auf Englisch, scrollt anschließend ganz nach unten und klickt auf den Button Guardar (Save).

Im Abschnitt Serial Port wählt ihr nun euer Funkgeräte-Modell aus — in unserem Fall das FTM-400XD — sowie den dem Datenkabel zugewiesenen COM-Port.

Unter WIRES-X PARAMETERS tragt ihr anschließend euer Rufzeichen ein.

Falls ihr euer Funkgerät als Hotspot verwendet, also mit einem zweiten C4FM-Gerät an das PDN-Gerät sendet und darüber auch wieder per Funk empfangt, können im Abschnitt FREQUENCY & RF zusätzlich Frequenz und Ausgangsleistung konfiguriert werden. Dieses wurde erfolgreich mit einem FTM-400XD und einem FT-2D sowie dem FT-3D getestet.

Hier finden sich ebenfalls Felder für euren Grid-Locator sowie eure DMR-ID, falls vorhanden. Für den eigentlichen Betrieb sind diese Angaben jedoch nicht zwingend erforderlich.

Ganz unten im Abschnitt WEB ACCESS könnt ihr außerdem einen neuen Benutzernamen und ein Passwort vergeben, was wir ausdrücklich empfehlen. Zusätzlich lässt sich hier auch ein anderer Netzwerk-Port konfigurieren, falls Port 8080 bereits von einer anderen Anwendung genutzt wird.

Sind alle Einstellungen vorgenommen, speichert ihr diese abschließend mit dem Save-Button.

Betrieb

Wechselt nun in den Tab Operator. Verbindet zunächst das Funkgerät durch Betätigung des Buttons Connect Radio. Das Gerät muss dafür bereits im PDN-Modus gestartet worden sein. Wie dies bei eurem Funkgerät funktioniert, erfahrt ihr im jeweiligen Handbuch, welches ihr, sofern vorhanden auch in deutscher Sprache, hier auf unserer Webseite im Download-Bereich herunterladen könnt.

Im Abschnitt Reflector wählt ihr anschließend zunächst das gewünschte Protokoll aus, beispielsweise YSF, und danach den gewünschten Reflektor.

Tipp: Über das Feld Filter könnt ihr die Liste eingrenzen. Für DL-Nordwest reicht beispielsweise die Eingabe von „DL-Nord“ oder alternativ der Reflektor-Nummer 54919.

Mit einem Klick auf Connect Reflector wird die Verbindung hergestellt.

Nun kann es auch schon mit dem Funkbetrieb losgehen. Hört wie immer zunächst, ob nicht gerade gesprochen wird und/oder schaut auf unser Dashboard. Danach könnt ihr einen CQ-Ruf absetzen, in ein laufendes QSO einsteigen oder gezielt einen Funkamateur rufen.

Tipp

Wer noch kein geeignetes Datenkabel für sein Funkgerät besitzt, den PDN-Modus aber gerne nutzen möchte, findet in unserem Beitrag „WIRES-X PDN: Das richtige Kabel“ Tipps zur Auswahl eines kompatiblen Kabels sowie günstige Alternativen.

Fazit

Dank der Software von Fer LW6EMN lässt sich der PDN-Modus jetzt noch vielseitiger einsetzen, da man nicht mehr ausschließlich auf das WIRES-X-Netzwerk beschränkt ist.

Wir vom Team DL-Nordwest danken Fer für diese tolle Software und wünschen euch viel Spaß beim Testen.

Nutzt ihr den PDN-Modus bereits und habt ihr die oben genannte Software eventuell schon selbst getestet? Wie sind eure Erfahrungen? Schreibt eure Erfahrungen gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert sie mit uns in unserer Telegram- oder WhatsApp-Gruppe.

Euer Team DL-Nordwest


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Wires-X – Jetzt aber los!

Die aktuelle Statistik zeigt, wie viele Nutzer über Yaesu Wires-X QRV sind. Wo steckt ihr alle?

Viele von euch haben viel Zeit und teilweise viel Geld ausgegeben um in Wires-X QRV zu werden. Egal ob mit einem HRI-200 Modem oder mit dem sogenannten PDN Mode, bei dem man die Möglichkeit hat ohne zusätzliches Modem im Yaesu eigenen Netz QRV zu werden.

Wenn wir uns die Teilnehmer Liste im Wires-X Netz anschauen und dann auch noch die registrierten Teilnehmer mit zugeteilter Nummer auf der Yaesu Seite, fragen wir uns: Wo sind die alle? Unsere Recherche ergab über 1.300 aktuell registrierte Teilnehmer bei Yaesu (Relais + PDN) und davon nur etwa 80 Teilnehmer die im Moment QRV sind. Gut bei den Registrierungen sind auch einzelne User dabei, die 2 oder 3 Geräte registriert haben, aber dieser Unterschied ist dennoch enorm. Zur Zeit unserer Zählung waren 55 Relais/Knoten auf 44 Räume verteilt. Es freut uns natürlich das unser Raum mit den Teilnehmern ganz oben steht, aber sagt uns das in den meisten nur ein Client oder gar ein leerer Raum steht. Die Masse der Geräte ist einfach Offline.

Deutsche Wires-X Räume, Stand 23.05.2025

Deshalb unsere Aufforderung: Nutzt eure Technik mal wieder! Einfach mal wieder einschalten und testen. Auch wenn Wires-X natürlich einen Windows Rechner braucht, so könnte man bei Anwesenheit im Shack auch das Programm mal wieder starten.

Lasst uns einen schnellen Überblick bekommen: Wie sieht’s bei euch mit Wires-X aus?

Wer sich nicht mehr sicher ist, wie man über Wires-X QRV wird oder es bislang noch nicht ausprobiert hat, findet hier unsere Anleitungen:

Schreibt eure Erfahrungen mit Wires-X gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert sie mit uns in unserer Telegram- oder WhatsApp-Gruppe.

Team DL-Nordwest, Bernd DK5BS


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WIRES-X Installationsanleitung

In diesem Beitrag erfahrt ihr, wie ihr in WIRES-X qrv werden könnt.

Ein Buch mit sieben Siegeln? Nein ganz bestimmt nicht, aber es gibt ein paar Kleinigkeiten zu beachten. Diese Tage hatte ich mal wieder die Gelegenheit 2 Old Man bei der Einrichtung von WIRES-X in Verbindung mit dem HRI-200 zu unterstützen. Es gibt von Yaesu eine Anleitung im PDF Format mit über 15 MB und 109 Seiten. Danach kann man sich natürlich richten. Ich weiß noch als ich das damals (2015) gemacht habe, war ich irgendwie sehr schnell verwirrt, weil mir diese Anleitung zu ausführlich war. Deshalb hier mal die Kurzform.

Als erstes braucht ihr eine sogenannte WIRES-X ID damit euch das System erkennt. Ohne diese braucht ihr gar nicht erst anzufangen. Die ID könnt ihr hier beantragen:

Screenshot von www.yaesu.com

YAESU WIRES-X Nutzer Registrierung

Nun braucht ihr ein wenig Geduld: Nach etwa zwei Werktagen bekommt ihr zwei Nummern zugeschickt, auch wenn ihr im PDN Mode keinen Raum erstellen könnt. Es ist ja das Yaesu eigene Netz, also gelten auch die Regeln von Yaesu.

Die Verkabelung entnehmt bitte dem Handbuch für den HRI-200 oder dem gesunden Menschenverstand (Tipp: Mini Din 10-polig auf Mini Din 10-polig).

Wichtig ist vor allem, das bei WIRES-X im Router einige Ports frei geschaltet werden müssen, was für den reinen PDN-Mode nicht notwendig wäre. Und zwar sogenannte UDP Ports. Das sind die, die schneller arbeiten und nicht auf eine Bestätigung warten. Auf keinen Fall die TCP Ports auswählen oder gar beides!

Macht euch also wirklich vorher Gedanken, in welches Netz euer Relais soll, denn das mit der Port Freischaltung ist an manchen Standorten gar nicht so einfach zu realisieren. Man bekommt zwar vor Ort vielleicht von einer Firma einen Internet Zugang. Aber wenn es dann heißt, wir müssten einige Ports freischalten, dann bekommt man häufig die Rote Karte und schaut in die Röhre. Alternative wäre dann die MMDVM Lösung. Der Vorteil hierbei, man kann bei Bedarf D-Star oder DMR in Betrieb nehmen (Genehmigung beachten).

Im Router für den WIRES-X Betrieb freizuschaltende UDP-Ports

So sollte das dann aussehen wenn ihr die Ports eingerichtet habt. Um das Ganze zu prüfen, schaut ihr im WIRES-X Programm nach unter Tool und Port Check.

Den Port Check erreicht man über die Menüleiste der WIRES-X Software

Hier müssen die eingerichteten Ports alle auf Grün und OK stehen. Falls das nicht der Fall ist, hört oder sendet das Relais nicht.

So muss das Ergebnis des Port Checks bei euch aussehen

Wenn ihr dann einloggt, bekommt das Programm mitgeteilt, welche Relais und Räume im Yaesu eigenen WIRES-X Netz vorhanden sind. Das kann je nach eurer Internet Anbindung und der Auslastung der Yaesu Server (die übrigens in England stehen) schon mal einige Minuten in Anspruch nehmen.

Und natürlich dürft ihr euer neues Relais oder eure neu eingerichtete PDN gerne zu uns in den WIRES-X Raum DL-Nordwest (27741) stellen, mit dem ihr dann automatisch die Anbindung an die anderen C4FM-Netze habt und auch in D-Star, DMR, NXDN, P25 und über Peanut erreichbar seid. Nochmal ganz klar: Wenn ihr im Wires-X Netz seid und euer Funkpartner besitzt einen OpenSpot oder einen MMDVM (oder ähnliches) findet ihr nicht zueinander, wenn es keine extra Brücke gibt. Alle bei uns zusammengeschalteten Räume könnt ihr unserer Übersicht entnehmen.

Screenshot von dl-nordwest.com

Die DL-Nordwest Räume

Wir hoffen, diese Kurzanleitung hilft euch weiter. Übrigens: Wer keinen HRI-200 hat kann im s.g. PDN (Private Digital Node) mit seinem Yaesu Mobil- oder Handfunkgerät trotzdem in WIRES-X qrv werden. Was ihr dafür benötigt erfahrt ihr hier:

Wir freuen uns, euch möglichst bald auch im WIRES-X Netz zu hören. Solltet ihr weitere Fragen haben, dann schreibt sie uns diese gerne in die Kommentare unter den Beitrag oder diskutiert sie mit uns in unserer Telegram- und oder WhatsApp-Gruppe.

Team DL-Nordwest, Bernd DK5BS


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WIRES-X PDN: Das richtige Kabel

Wer sein YAESU C4FM-Funkgerät mit WIRES-X als Portable Digital Node (PDN) betreiben möchte benötigt ein passendes Kabel. Da dieses bei den neueren Geräten nicht mehr zum Lieferumfang gehört, erklären wir euch in diesem Beitrag, welches Kabel ihr für welche Anwendung und euer Gerät benötigt.

Seit YAESUs Einfürung der WIRES-X PDN ist es nicht mehr zwingend erforderlich, das externe HRI-200 Interface am Funkgerät zu betreiben. Das HRI-200 ist nur noch dann notwendig, wenn ihr im WIRES-X Netzwerk einen eigenen Raum betreiben wollt oder z.B. ein C4FM-Relais an das WIRES-X Netzwerk anbinden möchtet. PDN ermöglicht euch euer PDN-fähiges YAESU Mobil- oder Handfunkgerät mit einem speziellen USB-Kabel direkt mit eurem Windows-PC zu verbinden. Ein weiterer Vorteil bei PDN liegt darin, dass es auch einen Direktmodus gibt, bei dem ihr mit eurem Gerät direkt ins Internet sprechen könnt und damit im Gegensatz zum Accesspoint-Modus kein zweites (C4FM) Funkgerät mehr benötigt. Bei der Auswahl eines geeigneten Kabels sind jedoch einige Kriterien zu beachten:

  • Gerätetyp: Mobilfunk- oder Handfunkgerät
  • Node-Betriebsart: Rein digital oder digital und analog
  • Betriebssystem: Windows Treiber-Kompatibilität

Ihr benötigt also je nach Gerätetyp einen anderen Kabelsatz. Wenn ihr vorhabt euch auch in analoge WIRES-X Räume zu verbinden, oder in Räume, die sowohl analoge als auch digitale Signale zulassen, benötigt ihr zudem ein Anschlusskabelset, welches neben dem USB-Kabel auch noch entsprechende Audiokabel beinhaltet. Im Fall des Analog + Digital Kabelsatzes für ein Handfunkgerät beinhaltet des Set ebenfalls den benötigten Y-Adapter CT-44.

Wenn ihr die WIRES-X Software zudem unter dem neuen Betriebssystem Windows 11 betreiben wollt, benötigt ihr zwingend ein USB-Kabel, dessen Treiber mit Windows 11 kompatibel ist. Wir haben euch die folgende Übersichtstabelle erstellt aus der hervorgeht, welches Kabel für euch das richtige ist:

Die folgenden Bilder zeigen euch Verdrahtungsbeispiele:

Mobilgerät, digital
Mobilgerät, analog + digital
Handfunkgerät, digital
Handfunkgerät, analog + digital (AP-Modus)

Die vollständige Anleitung zum Betrieb einer PDN inkl. der Verkabelung, versetzen des Funkgerätes in den PDN-Modus sowie der Installation und Konfiguration der WIRES-X Software haben wir euch hier abgelegt.

Und hier noch ein Tipp: In Fernost gibt es zu einem günstigen Kurs auch Nachbauten der YAESU-Kabel, die angeben, zu dem YAESU SCU-20 kompatibel zu sein:

Aber jetzt seid ihr dran …

Teilt uns eure Erfahrung auch gerne in den Kommentaren zu diesem Beitrag mit.

Team DL-Nordwest, Stephan 9V1LH/(9M2/)DG1BGS


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