Das Ende der HamClock – oder doch nicht?

Die HamClock ist ein weltweit verbreitetes und beliebtes Tool im Amateurfunk-Shack und zeigt in Echtzeit Zeit-, DX-, Propagations- und Satellitendaten an. Wir stellen zwei Lösungen vor, mit denen die HamClock dennoch erhalten bleiben kann.

OG HamClock by Elwood WBØOEW

Wer die originale Webseite der HamClock unter www.clearskyinstitute.com/ham/HamClock besucht, wird derzeit mit der Meldung begrüßt:

HamClock has reached end-of-life, the last release is version 4.22. All HamClocks will cease to function in June 2026. Thank you for your interest.

Zu Deutsch bedeutet das sinngemäß: Die HamClock hat ihr Lebensende erreicht. Die letzte Version ist 4.22, und alle HamClocks werden im Juni 2026 ihren Dienst einstellen.

Leider ist der Autor der HamClock, Elwood Downey WBØOEW, Anfang dieses Jahres verstorben. Unser Mitgefühl gilt seinen Angehörigen.

Die HamClock hat über die Jahre Einzug in viele Amateurfunk-Shacks gehalten, denn sie ist – anders als der Name vermuten lässt – weit mehr als nur eine Uhr. Sie vereint zahlreiche für den Funkbetrieb relevante Informationen in einem übersichtlichen Dashboard: Weltzeit, Greyline-Darstellung, DX-Cluster-Spots, Propagationsdaten, Weltraumwetter-Informationen und sogar Satelliten-Tracking.

Einer meiner ersten Beiträge auf DL-Nordwest 2.0 aus dem Jahr 2020 befasste sich mit meinem Selbstbauprojekt zur HamClock. 2025 berichteten wir erneut darüber, welche Neuerungen seitdem hinzugekommen sind. Wer unsere damaligen Beiträge noch einmal nachlesen möchte, findet sie hier:

Dass die HamClock ihren Dienst einstellen wird, hängt damit zusammen, dass sie ab Juni 2026 nicht mehr mit den erforderlichen Online-Daten versorgt wird, da der Server, von dem diese Informationen bezogen werden, abgeschaltet wird.

Dank der großartigen Amateurfunkgemeinschaft bedeutet dies jedoch nicht zwangsläufig das endgültige Aus für die HamClock. Im Folgenden stellen wir euch zwei würdige Alternativen vor, mit denen die HamClock weiterleben kann.

Open HamClock Backend (OHB) – Gemeinschaftsprojekt

Mit dem Gemeinschaftsprojekt „Open HamClock Backend“ kann die klassische HamClock weiter betrieben und langfristig erhalten bleiben. Quelle: Facebook-Gruppe „HamClock Heaven“

Das Open HamClock Backend (OHB) ist ein gemeinschaftliches Open-Source-Projekt mit einem klaren Ziel: Die HamClock auch über Juni 2026 hinaus funktionsfähig zu halten. Es handelt sich dabei ausdrücklich nicht um ein offizielles Nachfolgeprojekt des ursprünglichen Entwicklers Elwood Downey WB0ØEW, sondern um eine Initiative aus der Amateurfunk-Community heraus.

Die Idee dahinter ist ebenso einfach wie wirkungsvoll: OHB ersetzt den bisherigen zentralen Server der HamClock durch eine neue, offene Backend-Lösung. Da der ursprüngliche Server abgeschaltet wird, fehlen der HamClock sonst die notwendigen Online-Daten – etwa zu Weltraumwetter, Solarflux, Aurora, DX-Informationen oder Satelliten. Genau hier setzt OHB an und stellt diese Daten wieder bereit.

Dabei orientiert sich das Projekt konsequent am Original: Das Backend liefert die Informationen in genau dem Format, das die bestehende HamClock erwartet. Für den Anwender bedeutet das im Idealfall eine sogenannte „Drop-in-Replacement“-Lösung – also weiterverwenden wie bisher, nur mit neuem Datenlieferanten im Hintergrund.

Besonders bemerkenswert ist der Community-Gedanke: Entwickler und Funkamateure arbeiten gemeinsam an der Weiterentwicklung, tauschen sich über Discord aus, testen Funktionen und verbessern das System Schritt für Schritt. Das Projekt steht unter der MIT-Lizenz und ist damit offen zugänglich und frei nutzbar.

OHB kann sowohl lokal – beispielsweise auf einem Raspberry Pi im eigenen Shack – als auch zentral auf einem Server betrieben werden. Unterstützt werden unter anderem Ubuntu, Debian, Raspberry Pi-Systeme und sogar macOS. Damit bleibt die Lösung flexibel und für viele Anwender realisierbar.

Auch wenn sich das Projekt noch in Entwicklung befindet, sind bereits zahlreiche Funktionen umgesetzt und erfolgreich getestet – von Wetter- und Wolkenkarten über DRAP- und MUF-RT-Darstellungen bis hin zu VOACAP-Berechnungen, PSK-Reporter, WSPR-Daten und Contest-Kalendern.

Mehr Informationen zum Gemeinschaftsprojekt „Open HamClock Backend“ findet ihr in der Facebook-Gruppe HamClock Heaven. Sämtliche Quellen sind unter folgendem Link verfügbar: github.com/BrianWilkinsFL/open-hamclock-backend

Screenshot von github.com

Open HamClock Backend (OHB) Quellen auf Github

OpenHamClock by Chris KØCJH – das moderne HamClock-Dashboard im Browser

Mit der OpenHamClock von Chris, K0CJH, steht eine moderne, vollständig browserbasierte Alternative zur Verfügung. Sie versteht sich als „Real-Time Amateur Radio Dashboard for the Modern Operator“ – und genau das ist sie auch: ein zentrales Bedien- und Informationspanel für den gesamten Funkbetrieb.

Die OpenHamClock vereint DX-Cluster-Spots, PSKReporter-Daten, POTA-Aktivitäten, Satelliten-Tracking, Bandbedingungen, Propagationsvorhersagen, Weltraumwetter, Contest-Termine, DXpeditionen, Wetterdaten und vieles mehr in einer einzigen Oberfläche. Alles läuft im Browser – ganz ohne spezielle Client-Software und plattformunabhängig.

OpenHamClock im Browser

Wer die OpenHamClock direkt ausprobieren möchte, findet eine öffentlich erreichbare Instanz unter openhamclock.com.

Screenshot von openhamclock.com

openhamclock.com

Beim erstmaligen Aufruf werdet ihr von einem Einstellungsmenü begrüßt. Dort tragt ihr zunächst euer Rufzeichen sowie euren Locator ein – und schon kann es losgehen.

Alle weiteren Anpassungen könnt ihr jederzeit im selben Menü vornehmen. Es öffnet sich durch einen Klick auf euer Rufzeichen in der Kopfzeile.

Individuelle Konfigurierbarkeit

Die Oberfläche lässt sich flexibel an die eigenen Vorlieben anpassen: Module können ein- oder ausgeblendet, Layout und Design (Themes) gewählt und die Anzeige auf den eigenen Standort sowie den gewünschten Funkbetrieb zugeschnitten werden. So entsteht ein persönliches Dashboard für das heimische Shack.

Das Einstellungsmenü gliedert sich in vier Tabs: Station, Map Layers, Satellites und Profiles. Im Folgenden beziehen wir uns auf die Version 15.3.3.

Station

Im Tab „Station“ nehmt ihr die grundlegenden Einstellungen vor. Neben eurem Rufzeichen und Locator könnt ihr hier zwischen verschiedenen Themes wählen – von modernem Dark Mode über ein helles Design bis hin zum Retro-Theme, das optisch an Windows 95 erinnert.

Darunter lassen sich unterschiedliche Layout-Optionen auswählen, die lokale Zeitzone festlegen sowie die Einheiten von imperial auf metrisch umstellen. Auch die Sprache kann hier bequem auf Deutsch geändert werden.

Im mittleren Bereich definiert ihr eure bevorzugten Betriebsarten, die verwendete Sendeleistung sowie die Quelle für DX-Cluster-Spots. Diese Angaben fliessen in die Berechnung und Analyse der Ausbreitungsbedingungen zwischen eurer Station und der jeweils ausgewählten DX-Station ein.

Tipp: Bei älteren PCs oder Geräten mit wenig Arbeitsspeicher lässt sich in diesem Tab der Performance Mode auf „Low Memory“ reduzieren – das sorgt für einen ressourcenschonenderen Betrieb.

Map Layers

Im Tab „Map Layers“ legt ihr fest, welche zusätzlichen Informationen auf der Weltkarte eingeblendet werden sollen – beispielsweise Aurora-Overlay, Wetterradar oder weitere Layer. Zudem lässt sich hier die Transparenz der jeweiligen Ebenen anpassen, sodass die Karte trotz vieler Informationen übersichtlich bleibt.

Satellites

Wer im Satellitenfunk aktiv ist, kann unter „Satellites“ auswählen, welche Amateurfunksatelliten verfolgt und auf der Karte dargestellt werden sollen. So behaltet ihr die aktuellen Positionen und Umlaufbahnen stets im Blick und könnt gezielt planen.

Profiles

Im Bereich „Profiles“ lassen sich unterschiedliche Konfigurationsprofile anlegen. Das ist besonders praktisch, wenn ihr die OpenHamClock beispielsweise im Contest-Betrieb nutzt und dafür nur bestimmte Bänder beobachten oder nicht benötigte Module ausblenden möchtet. Anschließend könnt ihr jederzeit wieder zu eurem Standardprofil zurückkehren.

Zusätzlich lassen sich eure Einstellungen als JSON-Datei exportieren und auf einem Datenträger speichern. So ist die OpenHamClock auch auf einem anderen System im Handumdrehen mit euren gewohnten Einstellungen einsatzbereit.

Tipp: Die Darstellung der Karte lässt sich oben links direkt im Hauptfenster umschalten.

Ich betreibe meine OpenHamClock im Dark-Theme und im Tablet-Modus. Auch wenn ich aktuell nicht auf Kurzwelle aktiv bin, nutze ich sie gern als kompaktes Informations-Dashboard.

Besonders interessant für mich sind das Wetterradar sowie die Anzeige aktueller Erdbeben und Gewitteraktivität. Zusätzlich lasse ich mir die Position der ISS auf der Karte anzeigen.

OpenHamClock lokal betreiben

Wer unabhängig sein möchte, kann die OpenHamClock auch selbst hosten – lokal im Heimnetz, auf einem Raspberry Pi oder auf einem eigenen Server (z. B. per Docker). Die Installation erfolgt dabei über Node.js und ist mit wenigen Befehlen erledigt. Für Raspberry-Pi-Anwender gibt es sogar ein komfortables Einzeilen-Setup – ideal für einen dedizierten Shack-Monitor im Kiosk-Modus.

Mehr Informationen zum Self-Hosting sowie eine ausführliche Installationsanleitung findet ihr unter: github.com/accius/openhamclock

Screenshot von github.com

OpenHamClock Quellen auf Github

Weiterführende Informationen und Video-Tutorials

Hier findet ihr ein ausführliches Video-Tutorial von Arthur DL2ART auf seinem YouTube-Kanal „Funkwelle“.

Eine Beschreibung der OpenHamClock gibt es außerdem auf Michaels DL2YMR YouTube-Kanal.

Fazit

Wer die klassische HamClock weiter betreiben oder sich intensiver mit dem Original beschäftigen möchte und nicht davor zurückschreckt, sie selbst unter Linux – etwa auf einem Single Board Computer wie dem Raspberry Pi – zu installieren, findet im Open HamClock Backend (OHB) eine passende Lösung.

Wer hingegen ohne Linux-Kenntnisse und plattformunabhängig in den Genuss der HamClock kommen möchte, wird mit der OpenHamClock von K0CJH ebenfalls fündig. Diese lässt sich bequem nutzen, bei Bedarf aber auch auf einem eigenen Server hosten.

Ich persönlich finde es großartig, dass die HamClock auf diese Weise weiterlebt. Für mich ist sie längst ein fester Bestandteil meines Amateurfunk-Shacks geworden. Und es wäre sicher auch in Elwoods Sinne gewesen, wenn seine HamClock noch möglichst lange – vielleicht sogar für immer – weitertickt.

Läuft bei euch auch eine HamClock im Shack – und habt ihr eine oder sogar beide der vorgestellten Alternativen schon getestet? Schreibt eure Erfahrungen gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert sie mit uns in unserer Telegram- oder WhatsApp-Gruppe.

Team DL-Nordwest, Stephan 9V1LH/(9M2/)DG1BGS


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HamClock – Update 2025

HamClock: Das ultimative Info-Tool für dein Shack. Erfahre in diesem Beitrag alles über die neuen Funktionen und Entwicklungen.

Im Jahr 2020 hatten wir euch die HamClock, entwickelt vom Funkamateur Elwood Downey, WB0OEW, bereits ausführlich vorgestellt. Ihre erste Präsentation feierte Elwood übrigens schon im Oktober 2017 in einem Artikel der QST. Damals haben wir euch die Grundfunktionen gezeigt und erklärt, wie ihr HamClock beispielsweise mit einem Raspberry Pi B+ und einem 7″-Touchscreen aufbauen könnt. Seitdem hat sich einiges getan: Beim Schreiben dieses Artikels liegt HamClock bereits in der Version 4.15 vor.

Wer unseren ursprünglichen Artikel noch einmal nachlesen möchte, findet ihn hier.

Im Folgenden stellen wir euch einige der spannendsten neuen Funktionen vor.

Wichtigste Neuerungen

  • Neue Kartenstile: Wolken, MUF_RT, Echtzeit-Wetter, Aurora, D-Layer Absorption, Terrain, Länder, Mollweide, Mercator und Robinson.
  • Unterstützung neuer Protokolle und Verbindungen: Log4OM UDP, N1MM und DXLog UDP, WSJT-X Multicast, rigctld (inkl. –vfo), flrig, hamlib, GPS NMEA und GPSD.
  • Erweiterte Watchlisten: Für DX Cluster, ADIF, SOTA, POTA – jeweils separat, mit Bearbeitung und Frequenzbereichen, Filtermöglichkeiten gegen ADIF-Dateien.
  • Planungs- und Prognosetools: Satelliten-Planung (gemeinsame Sichtbarkeit DE/DX), EME-Planung, Sonnen- und Mondmarkierungen, VOACAP Karten, DRAP, Aurora Chancen.
  • Erweiterte Karten- und Anzeigeoptionen: Mehrere rotierende Hintergrundkarten, Farbeditor für Setup, Graustufen-Darstellung, Anzeige von Sonnen-/Mondposition, rotierende Sammlungen, Maus-Over-Informationen (z.B. Spots, CPU-Temp).
  • Systemintegration und Steuerung: Rotorsteuerung (auch Long-Path), PTT-Steuerung mit Polling, UDP Logger-Integration, RESTful API-Befehle (set_panzoom, set_rotator, set_title, set_pane u.v.m.), GPIO Steuerungen (für RPi), Unterstützung für bis zu zwei BME280-Sensoren.
  • Spots und Cluster-Integration: DX Cluster Spots, Reverse Beacon Network, PSKReporter/WSPR-Spots, JTDX/WSJT-X, VE7CC CC Nodes, Spots nach DE oder von DE, farbig markierte Spots, Spotauswahl für Biografie-Links.
  • Zeit- und Alarmfunktionen: Mehrere Alarme (einmalig, täglich, UTC oder lokal), 24-Stunden Wecker, Countdown-Timer, Anzeige von UTC, JD, MJD, DOY, Solar, Siderisch und UNIX Zeit.
  • Anzeige von Wetter und Weltraumwetter: DE/DX Wetterdaten, SpcWx Optionen (z.B. DRAP, Aurora automatisch), Solar Flux und Sonnenflecken Verlauf, Magnetosphäre Bz/Bt, Solar Wind, SDO-Fenster mit Anmerkungen.
  • Diverse Visualisierungen: CPU-Temperatur Verlauf, WiFi RSSI, Solarstatistiken, Satellitenzeiten, Mondphase, Live Spots, Große Uhr analog/digital (mit Optionen), DE/DX Wetter direkt in der Karten oder im Fenster.
  • Benutzerfreundlichkeit: Speichern/Wiederherstellen von Konfigurationen, Bildschirmposition/-größe speichern, graue Darstellung der Nachtseite abschaltbar, scrollbare und sortierbare Listen (ADIF, Spots), Bedienung per Touch (Web und lokal), Setup für viele individuelle Optionen.
  • Webschnittstellen und APIs: Live-Web-Verbindungen (auch read-only), RESTful APIs zur Steuerung (z.B. Spots, Karten, Titel und Rotor), Anzeige von öffentlichen/privaten IPs, Web-Kommandos für diverse Datenabfragen (Spots, Space Wx, VOACAP, Config).
  • Sonstige Funktionen: PTT-Anzeige (ON THE AIR), grafische Verlaufskurven für verschiedene Werte (z.B. DRAP, Solar Flux), Satellitenzeiten und -pfade, Anzeige von Abstand/Richtung zu Cursor, beweglicher Cursor mit Wetter und Standortinfos sowie Unterstützung für britische Einheiten (mi/h, hPa).

HamClock im Shack: Mein aktuelles Setup

Ich habe meine HamClock inzwischen umgezogen: Zwar läuft sie weiterhin auf einem Raspberry Pi, aber mittlerweile auf einem Raspberry Pi 4 Model B, der an einen 24″-Bildschirm sowie Maus und Tastatur angeschlossen ist. Das sorgt nicht nur für deutlich mehr Übersicht, sondern macht auch die Steuerung viel präziser als über das kleine Touchdisplay, das ich früher genutzt habe.

Mögliche Umsetzungen der HamClock im eigenen Shack

Wer selbst eine HamClock für sein Shack einrichten möchte, kann diese ganz einfach auf einem bestehenden Computer mit Linux-Betriebssystem installieren. Kleincomputer, insbesondere ARM-basierte Modelle wie der Raspberry Pi, eignen sich aufgrund ihres niedrigen Stromverbrauchs besonders gut – ideal, wenn man die HamClock dauerhaft betreiben möchte.

Zu erwähnen ist auch, dass mittlerweile bereits schlüsselfertige Lösungen auf dem Markt erhältlich sind, die man einfach nur noch an die eigenen Bedürfnisse anpassen muss.

Zudem gibt es Installations-Skripte wie 73 Linux von KM4ACK, mit denen sich die HamClock sehr einfach auf einem Linux-Debian-basierten System installieren lässt. Wir werden euch 73 Linux in einem künftigen Beitrag noch im Detail vorstellen.

Auch zahlreiche YouTuber, wie zum Beispiel Arthur DL2ART von Funkwelle, haben das Thema HamClock bereits im Detail vorgestellt.

Leider wird die ESP-basierte Umsetzung mit einem ESP8266 seit der Version 3.10 nicht mehr unterstützt, was bedeutet, dass alle neueren Funktionen in dieser Variante fehlen.

Erweiterungsmöglichkeiten: So kannst du deine HamClock aufrüsten

Durch Zusatzhardware am Raspberry Pi lässt sich die HamClock sogar noch erweitern. So unterstützt sie beispielsweise den Anschluss von bis zu zwei BME280-Sensoren, um Daten wie Temperatur (z.B. im heimischen Shack), Luftdruck und Luftfeuchtigkeit direkt auf dem Display anzuzeigen.

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Ein externer Lichtsensor wie der LTR-329 kann außerdem dafür sorgen, dass die Display-Helligkeit automatisch an das Umgebungslicht angepasst wird. Für eine präzise Uhrzeit und Standortdaten kann ein GPS-Empfänger angeschlossen werden.

Passender LTR-329 Sensor auf Aliexpress (Affiliate Link)

Darüber hinaus lassen sich mit der HamClock auch externe LEDs ansteuern – etwa für eine „On-Air“-Lampe. Und sogar Transceiver wie der Elecraft KX3 können über die HamClock automatisch auf die Frequenz eines DX-Spots eingestellt werden.

Details zu diesen Erweiterungen findet ihr im ausführlichen Benutzerhandbuch im Abschnitt External IO Options unter www.clearskyinstitute.com/ham/HamClock/HamClockKey.pdf.

Zusammenfassung

Wie ihr also seht, verbirgt sich hinter dem unscheinbaren Namen HamClock – sinngemäß „Funkamateur-Uhr“ – weit mehr als nur eine Uhr. Wir finden: HamClock ist ein ultimatives Tool, das in keinem Amateurfunk-Shack fehlen sollte. Und das Beste: HamClock ist kostenlos verfügbar und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Alle weiteren Informationen zur HamClock findet ihr auf der Webseite des Entwicklers.

Screenshot von www.clearskyinstitute.com

HamClock – Offizielle Webseite

Nutz ihr die HamClock bereits? Wenn ja, mit welcher Hardware betreibt ihr sie, welche Funktionen begeistern euch am meisten und welche wünscht ihr euch für die Zukunft? Schreibt eure Erfahrungen gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder diskutiert sie mit uns in unserer Telegram- oder WhatsApp-Gruppe.

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Ham Clock von Elwood Downey, WBØOEW

Nachtrag: Mittlerweile ist ein Update-Artikel zu diesem Thema erschienen – ihr findet ihn hier.

Ein kleiner Hinweis vorab: Bei diesem Artikel handelt es sich nicht um eine Schritt für Schritt Anleitung sondern vielmehr als Ideengeber für eigene Bastelprojekte.

Einleitung und Funktionsumfang

Ich bin durch ein YouTube Video von Jason, KM4ACK [2], auf ein interessantes Projekt aufmerksam geworden: Die Ham Clock. Sie ermöglicht auf einem Display die Darstellung von verschiedenen für den Kurzwellen- oder Satellitenfunk nützlichen Informationen, wie z.B.:

  • Weltkarte mit Tag-Nacht Grenze und aktueller Position der Sonne
  • Zusätzlich auf obiger Karte bei Bedarf:
    • NCDXF Baken mit Frequenz und Position
    • DX-Cluster Meldungen in Echtzeit
    • Satelliten Überflugbahnen in Echtzeit
    • Maidenhead Raster
  • VOACAP Ausbreitungsvorhersage vom eigenen Standort zum DX-Spot für jedes Band und unter der Annahme, das mit 100 W in CW gesendet wird
  • Aktuelle Wetterdaten am DX-Standort
  • Solarer Flux, Anzahl der Sonnenflecken, GOES 15 Xray Flux-Werte
  • Geomagnetischer Index
  • Solar Dynamics Observatory
  • Eigenes Rufzeichen mit aktueller Uhrzeit in UTC sowie das Datum
  • Stoppuhr
  • RSS Nachrichten-Stream von eHAM
  • Optional: Bei angeschlossenem BME280 Sensor lassen sich die aktuell gemessene Temperatur und ermittelte Luftfeuchte sowie die Werte der letzten 25 Stunden anzeigen

Diese Informationen werden aber nicht alle gleichzeitig dargestellt sondern der Nutzer konfiguriert den Inhalt des Bildschirms nach Belieben.

Hardware/Software

Die Ham Clock lässt sich auf unterschiedlicher Hardware betreiben wie z.B. einem ARDUINO mit Touchscreen, einem Raspberry Pi mit Touchscreen oder einfach einem PC mit angeschlossenem LCD-Display. Da ich kein Geld in die Umsetzung investieren wollte und bei mir in der Bastelkiste noch ein ungenutzter Raspberry Pi (ja, davon besitze ich tatsächlich sehr viele) mit originalem 7“-Touchscreen herumlag, habe ich mich für diese Variante entschieden. Konkret habe ich für meine Umsetzung die folgende Hardware verwendet:

  • Raspberry Pi B+ (prinzipiell alle Modelle möglich, solange der Verbinder für das Touch-Display kompatibel ist)
  • 8 GB SD-Karte (2 GB ist aber auch vollkommen ausreichend falls zur Hand)
  • Raspberry 7“ Touchscreen
  • SmartPi Touch Case
  • BME280 Sensor, vorbestückt auf Platine
  • WLAN 802.11g USB-Stick
  • VK-172 GPS/GLONASS USB-Stick (nur zur einmaligen Positionsbestimmung oder z.B. als genauer Zeitgeber verwendet)
  • DC-DC Konverter HW-411
Der Raspberry Pi vor dem Einbau in das Touchscreen-Gehäuse. SD-Karte nicht vergessen!

Inbetriebnahme

Als Ausgangsbasis habe ich das Raspbian Buster Lite Image verwendet. Nach dem Aktualisieren der Betriebssoftware und der Grundkonfiguration wie dem Ändern des Passwortes, des Hostnamens, der Zeitzone und der WLAN-Einrichtung habe ich mich nach der unter [1] veröffentlichen Anleitung um die Installation der eigentlichen Ham Clock gekümmert. Auf meinem System  musste lediglich ein Paket nachinstalliert werden. Danach wird die Software für die Ham Clock heruntergeladen und auf dem System kompiliert.

Nun kann es auch schon losgehen: Neben Angaben wie dem eigenen Rufzeichen, dem Längen- und Breitengrad (kann auch automatisiert ermittelt werden, z.B. über einen angeschlossenen GPS-Empfänger oder über die Internet IP) und der gewünschten Einheit, kann bei Bedarf auch ein DX-Cluster Anbieter konfiguriert werden. Das sind dann aber auch schon alle zu tätigen Grundeinstellungen.

Anschließend gelangt man in das Hauptfenster, das man durch Antippen einzelner Fensterelemente nach seinem eigenen Gusto gestalten kann. Das ebenfalls unter [1] in englischer Sprache erhältliche Handbuch erklärt dazu ausführlich alle Einstellungsmöglichkeiten.

Wer zusätzlich einen BME280 Sensor verwenden möchte, muss zunächst noch in der Raspbian Konfiguration den I²C-Bus aktivieren und die i2c-tools installieren.

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Probleme und mögliche Optimierungen

Ich habe die Konfiguration über eine angeschlossene USB-Tastatur und Maus vorgenommen, da sich im Konfigurationsmodus die unterste Tastenzeile mit dem Touchscreens nicht bedienen ließ. Ich habe daraufhin versucht, eine Kalibration des Touchscreens mit der Desktop-Variante von Raspbian durchzuführen, jedoch ohne Erfolg. Da dieses Problem ausschließlich im Konfigurationsmodus auftritt, habe ich mich nicht weiter mit der Problemlösung auseinander gesetzt.

Zudem war die Position meines BME280 Sensors ungünstig gewählt, da die angrenzende Elektronik, besonders aber der WLAN USB-Stick, sehr viel Abwärme produzieren und die Messwerte damit beeinflussen.

Leider konnte ich auch kein automatisiertes Backup von dem System im laufenden Betrieb erstellen, wie ich es sonst üblicherweise bei allen meinen Raspberry Pi’s mache, die 24/7 im Einsatz sind. Ich vermute aktuell, dass ein oder mehrere Prozesse in der Desktop-Variante das Backup ab einer bestimmten Stelle sprichwörtlich einschlafen lassen. Die  Ham Clock Software ist es aber mit Sicherheit nicht. Diesem Problem werde ich mich zeitnah widmen, auch wenn ein Offline-Backup schnell erstellt war.

Die Software wird stetig erweitert und unter [1] ist bereits eine gut gefüllte Sammlung von Ideen für künftige Erweiterungen vorhanden.

Die Position des BME280 Sensors ist nicht ganz geschickt gewählt

Schlussbetrachtung

Die Ham Clock stellt ein sehr nützliches Accessoir für das eigene HAM-Shack dar, besonders für OM’s die DX-Spots auf Kurzwelle jagen oder Satellitenfunk betreiben. Besonders begeistern mich aber die Tatsachen, dass es sich zum einen um eine (kostenlose) OpenSource-Software handelt und zum anderen mit relativ einfachen Mitteln und, wie in meinem Fall, mit Komponenten realisieren ließ, die der bastelnde Funkamateur zum größten Teil herumliegen hat.

Das Projekt lässt sich in sehr kurzer Zeit umsetzen und ist für alle problemlos umsetzbar, die schon einmal mit einem Raspberry Pi zu tun hatten. Es kann aber auch als Einstieg dienen, um sich mit dem Raspberry Pi erstmalig zu beschäftigen.

Die Ham Clock hat noch ein Plätzchen im heimischen Shack gefunden

Quellenangaben

Weitere Informationen zu dem Projekt findet ihr unter:

  1. Webseite des Autors Elwood Downey, WBØOEW: https://www.clearskyinstitute.com/ham/HamClock/
  2. Englischsprachiges Video von Jason, KM4ACK: https://www.youtube.com/watch?v=IujG5ylvMWQ

Team DL-Nordwest, Stephan 9V1LH/(9M2/)DG1BGS


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